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Autogrammkarten für die Lehrerin

Russisch-Lehrerin Heidrun Mühlig ist so stolz auf ihre ehemaligen Schüler, dass sie deren Autogramme sammelt. Sie sind schließlich was Besonderes.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Altenberg/Pirna. Viele Leute sammeln Autogramme. Von Musikern, von Schauspielern, von Sportlern. Aber von den eigenen Schülern? Wenn da mal in etlichen Jahren einer dabei ist, der es zu eigenen Autogrammkarten gebracht hat, ist das schon viel. Heidrun Mühlig aber hat reihenweise Schülerinnen und Schüler, die berühmt genug sind, um Autogramme geben zu können.

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Der Olympia-Tag kürzlich in Oberbärenburg war für die Lehrerin im Ruhestand wie ein großes Klassentreffen. Hier traf sie viele von denen, die sie am Altenberger Gymnasium einst in Geschichte und Russisch unterrichtete. Axel Jung zum Beispiel. Der Skeletonsportler kam in der zehnten Klasse vom Skispringen zu dieser Sportart und ans Altenberger Gymnasium. Bis dahin hatte er kein Russisch. Also gab Heidrun Mühlig ihm einen Schnellkurs. Er stellte sich geschickt an, bekam am Ende eine gute Note. Axel Jung freut sich genauso wie Heidrun Mühlig über das Wiedersehen.

Auch den Franz begrüßt sie. Der Franz, der eigentlich Francesco Friedrich heißt und inzwischen doppelter Olympiasieger ist. „Der Franz kam in der elften Klasse zu uns, der war schon immer ruhig.“ Auch heute ist er keiner, der sich in den Vordergrund spielt – außer in der Bobbahn. Auch seinen älteren Bruder David unterrichtete Heidrun Mühlig schon. Sie fiebert jedes Mal mit, wenn einer „ihrer“ Sportlerinnen und Sportler am Start ist. Mehr als früher bei einer Klassenarbeit in Russisch oder Geschichte.

Am jenem Sonnabend sammelte sie fleißig Autogramme. Sie hat schon unzählige und möchte natürlich ihre Sammlung immer aktuell halten. Axel Jung hat sie in einer roten kleinen Klappbox, Francesco Friedrich hat eine etwas größere Plastedose. Heidrun Mühlig erkennt alle, klar, aber auch die inzwischen weltgewandten ehemaligen Schüler wissen sofort Bescheid. Die Lehrerin sammelt die Autogramme zur eigenen Freude und für die Stadtführungen, die sie in Altenberg macht. Bei den Führungen spielen natürlich auch die Erfolge der für den den BSC Sachsen Oberbärenburg startenden Sportler eine Rolle. Heidrun Mühlig zeigt dann die Bilder von Franz und Axel und den anderen. Viele haben die Sportler schon mal im Fernsehen gesehen, aber dass sie jetzt in dem Ort sind, wo sie alle trainieren, lässt die meisten Gäste dann doch staunen. So macht Heidrun Mühlig doppelt Reklame, für Altenberg und Oberbärenburg und für die Sportler.

Und natürlich ist sie bei sportlichen Großereignissen dabei, genau wie bei Jahrgangstreffen. Dann gibt es immer ein großes Hallo. Die Osterzgebirgler sind stolz auf die Sportler, die es bis ganz nach oben geschafft haben. Doch kaum einer kennt sie wohl so lange und so genau wie Heidrun Mühlig, bis auf die Trainer vielleicht.

Heidrun Mühlig schaut die Autogrammkarten in ihrer Hand an. „Alles meine Schüler“, sagt die ehemalige Lehrerin, die seit anderthalb Jahren im Ruhestand ist. Sie weiß über jeden Bescheid, hat jeden in der Schulchronik verewigt. Von den ersten sportlichen Schritten bis zu den großen Siegen.