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Automobilzulieferer im Kreis schauen auf VW

Der Streit des Autobauers wird von mehreren Unternehmen im Südkreis mit Interesse verfolgt – auch wegen möglicher Folgen.

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© dpa

Von Anja Beutler

Region. In Oppach wissen die Mitarbeiter von ATN genau, welche Bänder beim inzwischen geschlichteten Streit von VW mit seinen Zulieferfirmen stillgestanden haben. „Die Technik in Emden und Zwickau haben wir gebaut“, bestätigt ATN-Sprecher Ronny Gutte auf Nachfrage. Dass es da nun einen kurzzeitigen Stillstand gab, sei aber kein Problem für die Technik, betont er mit Nachdruck. Als Anlagenbauer muss ATN ohnehin nicht befürchten, dass dergleichen auf die eigene Arbeit Auswirkungen hat. ATN liefere die Anlagen, auf denen die Autos gebaut werden, sei aber selbst nicht von Stückzahlen oder speziellen Teilen in dem Sinne abhängig. VW ist für die Oppacher allerdings einer der größten Auftraggeber und insofern immer interessant.

Ähnlich verhält es sich auch bei MBN in Neugersdorf. Firmenchef Ernst Lieb hat natürlich ebenfalls mit großem Interesse auf den Streit geschaut. „Wir selbst haben aber keinerlei Probleme deswegen“, betont er. Die Anlagen, die aus Neugersdorf stammen, waren noch nicht einmal von dem Produktionsstopp betroffen: Auf einem Neugersdorfer Band wird in Wolfsburg unter anderem der Tiguan gefertigt – und der hatte mit dem Lieferproblem nichts zu tun, bestätigt Lieb.

Mit Spannung betrachtet man in der Oberlausitz generell, dass ein so großes Unternehmen derart in Abhängigkeit von einem Lieferanten geraten kann. „In unserer Brache gibt es Konkurrenz, wir könnten als Firma somit gar nicht einen solchen Druck ausüben“, beschreibt Gutte die übliche Lage. Auch Ernst Lieb will keinesfalls den bis vor Kurzem streikenden Zulieferern nacheifern. Das muss er ohnehin nicht, denn die Maschinenbaubetriebe in Neugersdorf sind durchaus breit aufgestellt, liefern ihre Anlagen auch an Daimler und BMW und dabei auch ins Ausland ihre Produkte. Für Anlagenbauer wie ATN und MBN werde deshalb eher noch die Sparpolitik im Zusammenhang mit der Dieselaffaire zu spüren sein, heißt es vor Ort.

Zum Glück nichts von dem aktuellen Streit gespürt hat auch das Unternehmen Plastic Concept in Neusalza-Spremberg. Auswirkungen gebe es keine, bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage. Die Neusalza-Spremberger produzieren für die Automobilindustrie Plastikteile für den Innenraum. Handschuhfächer und Getränkehalter gehören unter anderem zu ihren Produkten. Sie sind klassische Zulieferer – natürlich auch für VW.