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Leben und Stil

Autourlaub ist gerade bei Familien beliebt

Sommerurlaub im Corona-Jahr - heißt das mehr Staus, weil weniger Menschen in den Urlaub fliegen und bei der Anreise lieber auf das Auto setzen?

Der Kofferraum eines Autos bis oben hin vollgepackt.
Der Kofferraum eines Autos bis oben hin vollgepackt. © dpa

Von Eva Krafczyk

Wiesbaden.
Einreisebeschränkungen an Fernreisezielen, Angst vor möglicherweise infizierten Sitznachbarn in der Flugzeugkabine: In den Sommerferien des Corona-Jahres 2020 erwarten Verkehrsverbände eine Zunahme des Autotourismus.

Allerdings war Urlaub mit dem Auto bereits vor der Corona-Krise vor allem bei Familien beliebt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Seit zehn Jahren in Folge begebe sich fast die Hälfte der Deutschen mit dem Auto auf die Reise ins Ausland, hieß es. Dabei wurden Reisen mit vier Übernachtungen oder mehr ausgewertet.

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Im Jahr 2019 lag der Anteil der Auslands-Autourlauber nach Angaben der Statistiker bei 42 Prozent. Fast genauso viele Reisende wählten 2019 das Flugzeug (41 Prozent), während nur vier Prozent mit dem Zug verreisten. 69 Prozent der Autoreisenden steuerten ein Reiseziel in Deutschland an.

Besonders Reisende mit Kindern bevorzugten das Auto - 52 Prozent ihrer Gruppe fuhren so in den Urlaub. Der Anteil der Autoreisenden ohne Kinder habe bei 36 Prozent gelegen, hieß es. Die beliebtesten ausländischen Reiseziele waren dabei im vergangenen Jahr Italien, Österreich und Frankreich.

Der Automobilclub ADAC hat bereits aufgrund der Routenanfragen seiner Mitglieder im Mai und Juni eine Auswertung zum voraussichtlichen Reiseverhalten in diesem Sommer vorgenommen. Allerdings hielten sich diese im Vergleich zu anderen Jahren mit ihren Planungen merklich zurück: Die mehr als 85.000 Anfragen zu Urlaubsrouten im Mai und Juni entsprachen nach ADAC-Angaben nur einem Drittel der Anfragen im gleichen Zeitraum des Jahres 2019.

Kleinere Reisewelle

Deutschlandurlaub liegt danach im Trend der Urlaubspläne: 37 Prozent der abgefragten Routen bezogen sich auf Ziele in Deutschland, im vergangenen Jahr waren es 30,3 Prozent. Erst mit deutlichem Abstand folgte Kroatien mit 13,8 Prozent, das im Vorjahr noch Ziel etwa jeder zehnten Anfrage war. Das sonst besonders beliebte Italien hingegen wurde in 8,2 Prozent der Anfragen nachgefragt, Österreich war in 7,9 Prozent der Fälle Ziel von Routenanfragen.

Was bedeutet das mit Blick auf mögliche Staus in der diesjährigen Feriensaison? "Es ist schwierig mit Prognosen, da es noch nie solche Gegebenheiten gab", räumte eine ADAC-Sprecherin ein. "Wir gehen davon aus, dass die Reisewelle kleiner als in den Vorjahren ausfällt." Zudem sei aufgrund der Anfragen zu vermuten, dass mehr Menschen sich für Kurzurlaub und Ausflüge in der eigenen Region entschlössen und bei weiten Reisezielen noch zögerten.

In den Osterferien, die aber mitten in die Zeit der umfassenden Einschränkungen fielen, sei es deutlich leerer auf den Straßen gewesen. In den Pfingstferien habe es einen Anstieg gegeben, allerdings lag der Verkehr weiter unter dem Niveau der Vorjahre. "Unsere Einschätzung für den Sommer ist: Ja, es wird voll, aber nicht nur in Richtung Süden und auf den klassischen Autobahnrouten, sondern überall und auch auf den Nebenstrecken."

Niedrige Spritpreise

Derzeit ist die Urlaubsfahrt mit dem Auto wegen des seit Jahresbeginn anhaltenden Verfalls des Ölpreises vergleichsweise günstig, so das Statistische Bundesamt. Im Mai lagen die Verbraucherpreise für Kraftstoff danach um 20,7 Prozent niedriger als im Mai 2019. Derart niedrig seien die Preise fürs Tanken zuletzt zu Beginn des Jahres 2016 gewesen.

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Allerdings seien die Importpreise für Erdöl von April bis Mai 2020 um 34,2 Prozent und die für Mineralölerzeugnisse um 8,1 Prozent angestiegen. Im Juni sei dieser Anstieg bereits auf der Ebene der Verbraucherpreise angekommen. Für einige Bundesländer liegen bereits Daten vor, hieß es. Danach mussten Autofahrer im Juni beim Tanken regional unterschiedlich zwischen vier und sechs Prozent mehr bezahlen als im Mai. Dennoch liege der Preis weiterhin deutlich unter dem des Vorjahres. (dpa)

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