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Sachsen

Azubi-Notstand in sächsischen Betrieben

Noch nie waren im Freistaat so viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Andererseits sind viele Jugendliche ohne Stelle. Die Arbeitsagentur will letzteres ändern.

Jugendliche ohne Lehrstelle können sich bei den Arbeitsagenturen über passende Angebote informieren.
Jugendliche ohne Lehrstelle können sich bei den Arbeitsagenturen über passende Angebote informieren. © Christoph Schmidt/dpa (Symbolfoto)

Dresden. Zum Ausbildungsbeginn sind in Sachsen über 6.200 Ausbildungsstellen frei geblieben. Das sind laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) so viele wie nie zuvor. Fast ein Drittel der 20.500 Lehrstellen können die Betriebe im Freistaat nicht besetzen. Im Großraum Dresden fehlen rund 2.400 Azubis.

Besonders schwierig ist die Lage im Fleischerei- und Bäckereihandwerk, bei Kältetechnik-Mechatronikern und bei Versicherungskaufleuten. Beliebt bei Azubis sind hingegen die Ausbildungen zum Verkäufer, Einzelhandelskaufmann, KFZ-Mechtatroniker und zum Bürokaufmann.

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Während in den Unternehmen Stellen frei bleiben, suchen noch 3.500 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Rechnerisch steht zwar für jeden ein Platz zur Verfügung. In einigen Fällen passen aber die Wünsche der Bewerber und die Anforderungen der Unternehmen nicht zusammen. Beispielsweise, wenn Bewerber keine Ausbildungsstelle am Wohnort oder für den Wunschberuf findet.

Auch ein zu schlechter Schulabschluss kann dazu führen, dass ein Unternehmen einen Bewerber nicht annimmt. In solchen Fällen will die Arbeitsagentur helfen. "Wenn ein Unternehmen einen Azubi trotz schlechter Noten einstellt, kann die Arbeitsagentur ausbildungsbegleitende Hilfe anbieten", sagt ein BA-Sprecher. Das heißt zum Beispiel, dass die Agentur Nachhilfeunterricht für die Berufsschule bezahlt.

Zudem will die Arbeitsagentur Jugendliche schon früher an passende Ausbildungen und Jobs heranführen. Dafür nimmt sie sich vor, an allen Schulen wöchentlich Berufsberatung anzubieten. An Gymnasien soll das Angebot in der neunten Klasse beginnen, an Haupt- und Realschule sollen Berater schon ab der siebten Klasse den Schülern ihre Möglichkeiten aufzeigen. Außerdem setzt die Arbeitsagentur auf Online-Tests. Dort sollen Jugendliche ihre Interessen und Fähigkeiten angeben, eine Software empfiehlt dann passende Berufe. (jgf)