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Azubis werben um Azubis

Rund 90 Firmen präsentieren sich am Sonnabend auf der Ausbildungsmesse im WelWel. Das Außengelände ist voll belegt.

© André Braun

Döbeln. Für Jenny Teinzer ist Partzsch die zweite Chance. Die 23-Jährige aus Nünchritz bei Riesa hat ursprünglich Hotelfachfrau gelernt. Und dann noch einmal die Branche gewechselt. Über die Agentur für Arbeit habe die junge Frau schließlich das Angebot erhalten, bei Partzsch Elektromotoren in Döbeln eine Ausbildung zur Industriekauffrau zu absolvieren.

Inzwischen befindet sich die junge Frau im dritten Lehrjahr. „Ich habe hier einen Probetag gemacht und es hat vom ersten Tag an gut gepasst“, sagt Jenny Teinzer. Den Wechsel habe sie bisher nicht betreut. Ihre Berufserfahrung käme ihr, vor allem im Gespräch mit Kunden, zu Gute. Aber: „Die Ausbildung kann man auch mit 16 machen.“ Das Team sei immer bereit, Fragen zu beantworten. Am Sonnabend wird Jenny Teinzer einmal diejenige sein, die Fragen beantwortet. Und zwar die von den Besuchern auf der Ausbildungsmesse „Schule macht Betrieb“ im WelWel.

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Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!
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Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Mehr als 90 Unternehmen haben sich dafür angemeldet. Es werden fast 130 verschiedene Ausbildungsberufe vorgestellt, ebenso 14 Studienrichtungen. Im Vergleich zu den Vorjahren seien wieder einige hinzugekommen, sagt Christa Müller vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. Dieser hält die Fäden bei der Döbelner Messe in der Hand. Müller freut sich besonders, dass es gelungen ist, in diesem Jahr mit der Agrar AG Ostrau auch einen Vertreter aus dem landwirtschaftlichen Bereich ins WelWel zu holen. Gerade bei den grünen Berufen sei die Nachfrage nach Fachkräften und Nachwuchs groß, so die Erfahrungen von Müller, die bei Pietsch in Ostrau arbeitet. Die Agrar AG wird sich wie elf weitere Unternehmen auf der Freifläche vor dem WelWel präsentieren. „Der Außenbereich ist dieses Mal voll belegt“, sagt Christa Müller.

Auch für das Rundherum haben die Organisatoren wieder gesorgt. Essen und Trinken werden angeboten. Familien, die mit mehreren Kindern die Messe besuchen, finden für Geschwisterkinder im Foyer eine passende Betreuung. Durchgeführt wird diese, wie im Vorjahr, von Schülern des Beruflichen Schulzentrums Döbeln-Mittweida. „Im ersten Jahr 2015 war die Betreuung in einem separaten Raum. Das wurde nicht so gut angenommen. Deswegen sind wir 2016 damit ins Foyer gegangen“, sagt Christa Müller. Und das habe auch besser funktioniert.

Von 10 bis 15 Uhr haben die angehenden Lehrlinge die Möglichkeit, sich an den Messeständen über die Ausbildungsmöglichkeiten bei Firmen aus der Region zu informieren. Christa Müller empfiehlt den Besuchern, die Bewerbungsmappe mitzubringen und gezielt nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen zu fragen. Bevor sich die Schulabgänger auf eine Ausbildung festlegen, sollten sie sich zahlreiche Firmen angeschaut haben. Nur so lasse sich herausfinden, was der Nachwuchs wirklich will, und damit ließen sich auch Abbrüche vermeiden, appelliert Christa Müller.

Auf Schnuppertage setzt auch die Firma Partzsch. Jeder ausgewählte Bewerber erhalte die Chance, bei einem mehrtägigen Praktikum in der Firma zu überzeugen, sagt Personalleiterin Manuela Nebe. Auf der Messe selbst werden Flyer verteilt, mit denen Partzsch für einen Azubitag in der Unternehmensgruppe wirbt.

In Freiberg und Mittweida gab es an den vergangenen Wochenenden gleichnamige Ausbildungsmessen. Knapp 2 200 Besucher kamen in die Bergstadt, fast 1 700 nach Mittweida. Die Messe in Döbeln verzeichnete 2016 rund 2 000 Besucher. (DA/mf)