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B 170 wird frühestens 2019 umgebaut

© Karl-Ludwig Oberthür

Obwohl Sachsen Personal für Planung fehlt, wird viel gebaut. Die wichtigste Baustelle in der Region verzögert sich aber.

Von Franz Werfel

Freital. Seit acht Wochen läuft die Straßenbausaison. „Auch dieses Jahr plant der Freistaat ein umfangreiches Bauprogramm – die Straßen verlangen es“, sagt Holger Wohsmann. Er leitet die Meißner Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Von hier aus werden alle Bauprojekte an Bundesstraßen und Staatsstraßen in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge koordiniert. Am Mittwoch hat Wohsmann das diesjährige Bauprogramm vorgestellt.

Dabei fällt auf: Mit gut 15 Millionen Euro, die der Freistaat in diesem Jahr selbst im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verbauen will, ist die Summe fast doppelt so hoch wie 2017. Das bedeutet für das Straßenbauamt des Freistaats eine hohe Belastung – bei weniger Personal. Im Landkreis sind fünf Projekte an Bundesstraßen sowie 16 an Staatsstraßen geplant. Welche Straße zuerst repariert wird, hängt von einer klaren Priorisierung ab. Als Faustregel gilt: Je kaputter die Straße, desto schneller wird sie repariert. Sind mehrere gleich stark betroffen, ist das Verkehrsaufkommen entscheidend. Neue Radwege stehen hintenan. Sind stark befahrene Straßen fertig saniert, gehen die Planer davon aus, dass sie zehn bis 15 Jahre halten. Straßen, auf denen weniger Autos fahren, können bis zu 20 Jahre durchhalten.

„Manche wundern sich, wenn wir Straßen reparieren, die gar nicht schlecht aussehen“, sagt Holger Wohsmann. In Meißen hat er ein Cluster für Projektregionen entwickelt. Um parallele Umleitungen möglichst zu vermeiden und um bei den umfangreichen Vorplanungen in einen guten Vorlauf zu kommen, ist der Landkreis in mehrere Planungsregionen unterteilt. Generell gilt, dass sich der Freistaat oftmals leichtere Bauabschnitte zuerst vornimmt und jene, bei denen der Planungsaufwand höher ist, in den Folgejahren. Die Botschaft an die Bürger sei: Der Bedarf ist bekannt und wird kontinuierlich abgearbeitet. Bisher, so Wohsmann, habe sich das System bewährt, zumal die Bürger längere Bauzeiten immer weniger akzeptierten. Zusammen mit den Baufirmen wolle man noch besser planen und informieren. Die SZ zeigt die wichtigsten Projekte des Freistaats in der Region für dieses Jahr.

B 170 bei Bannewitz bleibt größtes Bauprojekt in der Region

Wie lange der Ausbau der B 170 die Pendler in der Region noch beschäftigen wird, ist völlig offen. Was als Folgeprojekt der A 17 begann, sollte eigentlich bis Ende 2017 komplett fertig sein. Nun heißt es vom Landesamt: „Leider können wir aufgrund von Schwierigkeiten in der Vertragserfüllung der vorbereitenden Leistungen dieses Jahr nicht mehr mit dem Straßenbau beginnen.“ Der eigentliche Straßenbau soll nun ab März 2019 starten. Dabei wird die B 170 von der Auffahrt zur A 17 bis zur Boderitzer Straße vierspurig ausgebaut, anschließend bis zur Windbergstraße dreispurig. Bis zum Sommer soll das neue Regenrückhaltebecken neben der Straße fertig sein.

Ausbau S 192 zwischen Grumbach und Wilsdruff: Bau nicht vor 2020

Zwischen Tharandt und Grumbach ist die Staatsstraße 192 schon gut ausgebaut. Im weiteren Verlauf bis nach Wilsdruff hakt es aber. Man befinde sich im Planungsverfahren. Wenn die Landesdirektion dem Vorhaben zustimmt, folgt die eigentliche Planung sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit. „Mit dem grundhaften Ausbau der maroden Straße werden wir nicht vor 2020 beginnen können“, so Holger Wohsmann. Dann soll aber gleich alles richtig gemacht werden. So dürfte die Straße direkt mit einem Radweg gebaut werden.

Offen ist hingegen, wie und wann es mit dem angedachten Radweg zwischen Tharandt und Grumbach weitergeht. Dieser wäre zweifellos ein Gewinn für die Region, dann wäre der Rundweg von Freital über Tharandt nach Wilsdruff gegeben. Die Radwegeplanung sei mittlerweile so kompliziert wie ein Autobahnbau. „Wir planen und bauen auch gern Radwege, aber die maroden Straßen im Landkreis haben Priorität“, so das Landesamt.

Abfahrt vom Autobahnzubringer nach Pirna wird entschärft

Priorität haben auch Unfallschwerpunkte. Wer von der A 17 nach Pirna fährt, verlässt die Schnellstraße kurz vor der Sachsenbrücke auf einer Rampe in Richtung Pirna. Diese Rampe ist ein Unfallschwerpunkt. Sie wird nach den Sommerferien unter Vollsperrung entschärft. Im August und September geht es nur über Copitz in die Stadt.