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Bachmann attackiert Ex-Mitstreiter

Nicht nur auf den Kundgebungen, auch bei Facebook ist der Pegida-Chef auf Krawall gebürstet. Am Mittwoch verleitete ihn ein zur AfD gewechseltes Gründungsmitglied zu unflätigen Beschimpfungen.

© Robert Michael

Dresden. Verliert da jemand die Nerven? Am Mittwoch hat Pegida-Gründer Lutz Bachmann, gegen den seit vergangener Woche eine Anklage wegen Volksverhetzung anhängig ist, mal wieder für Aufsehen gesorgt. Mit Worten wie „Halts Maul“, „dreckiges Verräterschwein“ und „Arschloch“ arbeitete sich Bachmann an einem alten Mitstreiter ab.

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Der erste, inzwischen entfernte Beitrag Bachmanns auf Facebook. © Screenshot szo
Der abgeänderte Post Bachmanns. © Screenshot szo

Ziel der Pöbeleien auf seiner Facebook-Seite war Frank Ingo Friedemann. Der 47-Jährige gehörte zu den Gründungsmitglieder der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und war im Januar der Erste, der aus dem Organisationsteam zurückgetrat. Dass Bachmann nun gut neun Monate später so ausfällig wurde, liegt offenbar daran, dass Friedemann inzwischen Mitglied der Alternative für Deutschland ist. Der Partei gibt Bachmann in seiner Tirade auch die Schuld für die Spaltung des sogenannten Orgateams im Januar.

Eine halbe Stunde nach seinem ersten Post zu diesem Thema, schien Bachmann zumindest etwas zur Besinnung gekommen zu sein und löschte seinen Beitrag. Er ersetzte ihn durch einen neuen, in dem er die Vorwürfe gegen Friedemann in etwas gemäßigter Form wiederholte. Doch auch diesen Text beendete der Pegida-Führer mit den Worten „HALTE DICH VERDAMMT NOCHMAL FERN VON PEGIDA!“ Darunter ein Screenshot von Friedemanns Facebook-Profil.

Die SZ erreichte Friedemann im Urlaub, der von dem Post offenbar noch nichts wusste. Er wolle sich jedoch nicht äußern, erklärte er. Der AfD-Kreisverband Dresden war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (szo)