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Bachmann kommt extra aus Teneriffa

Rechtspopulisten der Identitären Bewegung, AfD und Pegida trafen sich beim Magazin Compact. Wehmütig zeigte sich Bachmann angesichts der Misserfolge von Pegida-Ablegern im Westen.

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© Archivbild/dpa

Von Franziska Klemenz

Berlin. Ambitionierte Zukunftspläne äußerte Lutz Bachmann am Samstag in Berlin. Um als Redner auf einer Konferenz von Jürgen Elsässer, Chefredakteur des rechtspopulistischen Compact-Magazins, zu sprechen, war der Pegida-Chef am frühen Nachmittag aus Teneriffa eingeflogen. Auch Rechtspopulisten wie André Poggenburg, Landeschef der AfD in Sachsen-Anhalt, oder Martin Sellner, Leiter der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung (IB) in Österreich, sprachen auf der Bühne.

Um die rechte Bewegung in Deutschland voranzubringen, bedürfe es der „drei Arme“, sagte Bachmann: Die AfD im Parlament, Pegida auf der Straße und die Aktionen der IB im ganzen Land. Für den Straßenprotest forderte Bachmann: „Pegida und in dem Fall nur Pegida.“ Konkurrenz unerwünscht. Seit über einem Jahr stagnieren die Teilnehmerzahlen, am Reformationstag kamen nur noch rund 2 000 Menschen zu Pegida.

Die sächsische AfD solle dem Beispiel der Partei in anderen Bundesländern folgen und sich mit Pegida verbünden. Anders als Poggenburg lehnt Sachsens AfD-Landeschefin Frauke Petry den Kontakt zu Pegida bislang ab. Wehmütig zeigte Bachmann sich angesichts der Misserfolge von Pegida-Ablegern im Westen der Bundesrepublik. Anfängliche Fehler habe man nun aber eingesehen, Vernetzung als Angelpunkt des Erfolgs erkannt.

So auch die erstarkende Verbindung mit der IB, die den Westen laut Sellner „schon ganz gut infiltriert“ habe. Auch über eine „Patrioten-App“ für Smartphones denke man nach. Nach eigener Aussage laufe gegen Seller derzeit eine Anzeige wegen Volksverhetzung.

Mit Volksverhetzung muss auch Bachmann sich bald wieder auseinandersetzen. Am 23. November geht er vor dem Dresdner Landgericht, das ihn zu 120 Tagessätzen à 80 Euro verurteilt hatte, in Berufung. Die ursprünglich in Köln geplante Compact-Konferenz musste dort abgesagt werden, weil der Vermieter der Sartory-Säle Elsässer nach öffentlichem Druck den Vertrag kündigte. In Berlin-Mitte stellte das Halong-Hotel, das der Sozialistischen Republik Vietnam gehört, seine Räume zur Verfügung. Das Hotelmanagement erklärte gegenüber der Bildzeitung, dass man „diesen Herren“ keine Räume mehr vermieten würde. Allerdings hatten Rechtspopulisten ihre Treffen schon in der Vergangenheit mehrfach dort abgehalten.