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Bachmann und die „Abzocker“

Nach der Ankündigung des Pegida-Chefs, einen Webshop gründen zu wollen, gibt es heftigen Streit mit ehemaligen Weggefährten.

© dpa

Dresden. Die Gräben zwischen Lutz Bachmann und seinen früheren Mitstreitern Tatjana Festerling und Edwin Wagensveld werden offenbar immer tiefer: Am Montag hatte Bachmann auf der Pegida-Demonstration in Dresden angekündigt, dass die Bewegung einen eigenen Webshop für Merchandising-Produkte eröffnen will. Er wolle den „Abzockern“ das Geschäft nicht überlassen, sagte Bachmann, ohne dabei zu verraten, wen genau er meint.

Doch die Botschaft kam an: Die, die er als „Abzocker“ bezeichnete, wissen, dass sich Bachmanns Worte an sie richtete: Tatjana Festerling sowie Edwin „Ed, der Holländer“ Wagensveld, die selbstgedruckte Pegida-T-Shirts in den Niederlanden verkaufen. Auf Facebook ist die Reaktion auf die Vorwürfe aus Dresden nachzulesen. Selten hat Wagensveld so über Bachmann geschimpft wie dieses Mal: Er zieht über die „Abzocker“-Äußerungen her, macht sich über die skurrilen grünen Spendentonnen lustig und rechnet vergleichend die Gewinnmargen der in Holland und der von Pegida angebotenen T-Shirts vor.

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Zudem stellte „Ed“ einen Audio-Mittschnitt online, der beweisen soll, dass Bachmann bezüglich des Austritts beziehungsweise Rauswurfs von Festerling aus dem Pegida-Förderverein gelogen habe. Die Liste der Vorwürfe Wagensvelds ist lang, es geht um die Verbindungen zur AfD, angekündigte Redner in Dresden, Pegidas GEZ-Aktion und angebliche Polit-Ambitionen des Orga-Mitglieds Siegfried Däbritz. Die „Spaziergänger“ in Dresden seien „fast Woche für Woche belogen“ worden, es gäbe „fast kein Auftritt wo es keine Lügen gab (sic)“.

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Erst im Juni kam es zum öffentlichen Bruch zwischen Festerling und Wagensveld auf der einen und Bachmann auf der anderen Seite. Beide hatten sich damals gegenseitig öffentlich vorgeworfen, zu lügen. Hintergrund waren ein Redeverbot Festerlings auf der Pegida-Bühne und ihr Ausschluss aus dem Förderverein des Bündnisses. (szo/mja)