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Bad Muskau saniert Treppenanlage für eine halbe Million Euro

Bis Dezember 2021 soll die Treppe zwischen Markt und Bergpark saniert sein. Eine wichtige und ehrgeizige Aufgabe.

Diese Treppenanlage in Bad Muskau soll erneuert werden. In einer früheren Version wurde an dieser Stelle leider die Treppe zur roten Brücke. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Diese Treppenanlage in Bad Muskau soll erneuert werden. In einer früheren Version wurde an dieser Stelle leider die Treppe zur roten Brücke. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. © Joachim Rehle

Bad Muskau. Die Treppenanlage ist der kürzeste Weg von der Innenstadt in den Bergpark. Doch der Aufstieg ist beschwerlich. Immerhin sind nicht nur 20 Höhenmeter, sondern auch 120 Stufen und ein holpriger Weg aus Granitsteinen zu bewältigen. Erschwerend kommt hinzu, dass die in den 1970er-Jahren errichtete Anlage so marode ist, dass noch vor einigen Jahren überlegt wurde, sie zu sprengen. Dem kam eine Reparatur im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Bad Muskau zuvor.

Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass die Anlage selbst sowie die unter ihr liegende Trinkwasser-Hauptleitung dringend saniert werden müssen. Seit Frühjahr 2020 stehen die Ampeln für das lang geplante und aus finanziellen Gründen bislang durch die Stadt nicht umsetzbare Projekt auf Grün. Da erhielt Bad Muskau einen Bescheid über 5,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, in dessen Antrag auch die Sanierung der Treppenanlage enthalten war. Immerhin muss sie baulich zum Welterbe Muskauer Park passen.

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Treppe wird zur „Wundertüte“

Wie die rund 500.000 Euro teure Treppenanlage erneuert werden kann und aussehen soll, hat das mit der Generalplanung beauftragte Ingenieurbüro für Tiefbau, Wasserwirtschaft und Umweltfragen Ost-sachsen GmbH aus Görlitz erarbeitet. Seine Ergebnisse wurden jüngst im Technischen Ausschuss vorgestellt. Danach soll zuerst die Trinkwasserleitung, die künftig neben der Treppe liegt, erneuert werden. Im Anschluss wird die Treppe mit Stahlbeton-Fundamenten neu gegründet, bevor Stufen, Podeste mit Bänken, ein Handlauf sowie Orientierungshilfen für Blinde und Sehbehinderte folgen. Barrierefrei kann die Anlage trotz Sanierung nicht werden. Für eine Rampe sei die Steigung zu groß, die Baufläche zu klein, sagen die Experten.

Da bis auf Detailfragen das Vorhaben aber steht, sollte die Submission für die Auftragsvergaben bis 29. Juni erfolgen. Das sei, so Bürgermeister Thomas Krahl, aufgrund von Personalmangel in Ingenieurbüros auf voraussichtlich den 10. August verschoben. Ob dies und die geplante Terminkette – die Treppenanlage soll bis Ende Dezember 2021 fertig sein – gehalten werden kann, ist nun fraglich. „Außerdem ist das Projekt angesichts der durch Corona steigenden Baupreise und Lieferengpässe im Bausektor mittlerweile eine reine Wundertüte“, umschreibt der Bürgermeister die Lage, die sich auch negativ auf den Stadthaushalt auswirken kann. Denn bislang ist der Eigenanteil von Bad Muskau mit 50.000 Euro berechnet.

Neu Hoffnung auf Zebra-Streifen

Ob er haltbar ist, bleibt abzuwarten. Dies gilt auch für die erneute Hoffnung der Bad Muskauer, im Zuge des Treppenbaus endlich einen Fußgängerüberweg im Stadtzentrum zu bekommen. Bisher scheiterte es am Tempo 30, was hinsichtlich Verkehrsaufkommen und -sicherheit vom Land Sachsen als ausreichend angesehen wurde. Nun aber gibt es Erleichterungen für die Errichtung solcher Überquerungen. Und weil durch Treppen- und Leitungsbau sowieso in den Verkehr auf der Kreisstraße eingegriffen wird und die Weiterentwicklung des Areals Niederländischer Hof/Alte Brauerei beim Vorhaben ebenfalls hilfreich sein könnte, wird ein erneuter Vorstoß in Richtung Zebrastreifen anvisiert.

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