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Badepark erwacht aus dem Winterschlaf

Lucie Pückler ließ das Parkareal einst zur Kuranlage entwickeln. Nun werden Gelände und Bauten saniert, entsteht nach 75 Jahren ein Musikpavillon neu.

Mario Eggert von der geichnamigen Baufirma aus Spremberg hat schon an einigen Gebäuden im Pückler-Park gearbeitet. Nun ist seine Firma im Badepark tätig.
Mario Eggert von der geichnamigen Baufirma aus Spremberg hat schon an einigen Gebäuden im Pückler-Park gearbeitet. Nun ist seine Firma im Badepark tätig. © Joachim Rehle

Bad Muskau. In den letzten Jahrzehnten ist viel passiert in der einstigen Kuranlage, deren Bauten und Villen seit dem Zweiten Weltkrieg zum Großteil in Schutt und Asche lagen und seither schrittweise wieder aufgebaut werden.Fest steht: Errichtet wurden sie auf Betreiben von Lucie, der Frau des Standesfürsten Hermann Fürst von Pückler-Muskau, die dank solventer Kurgäste die leeren Kassen des Fürsten auffüllen wollte. Zwar kamen finanzkräftige Kurgäste nach Muskau, um hier in Wannen voll Moor zu baden, von der Eisenvitriolquelle zu trinken, sich mit Massagen, Musik und Kultur verwöhnen zu lassen und die Ruhe und Schönheit des fürstlichen Parks zu genießen. Doch die Einnahmen reichten nicht, um die Geldnot zu beenden. Was der Nachwelt aber blieb, waren Park samt Bauten und eine fast 180-jährige Kurtradition in Muskau.

Millionen für Bauvorhaben

Allein im Jahr 2021 stehen der Fürst-Pückler-Stiftung rund 4,5 Millionen Euro für Bauprojekte im Pückler-Park zur Verfügung. Auch im Badepark mit Villa Bellevue, Pückler-Villa, Steiger- und Badehaus. Letzteres ist ein Schwerpunkt der aktuellen Bautätigkeit und entsteht nach historischer Vorlage im nunmehr dritten Bauabschnitt neu. Dazu gehören ein Fundament und die Gestaltung und Sanierung von Südwestflügel und Mittelteil der sanierten und als Gästeinformation und Ausstellungsraum zur Badepark-Geschichte genutzten Trinkhalle mit Kuppelpavillon. Eine Spremberger Firma ist mit dem derzeitigen Ausbau vom Dach über Fenster und Türen bis Innenfunktionen beauftragt, hat bereits den neuen Gang zu den alten Badezellen fertiggestellt.

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Ziel der Sanierung ist die Schaffung eines multifunktionalen Badehauses mit Platz für Ausstellungen und öffentliche/private Veranstaltungen für bis zu 40 Personen. Erhalten wird das Gebäude einen von Waldeisenbahn-Endstation und Villa Bellevue erreichbaren Zugang. Die Südwest-Fassade bekommt eine wegbegleitende Pergola, um Besucher von der Waldbahn zur Villa Pückler mit dem dort ebenfalls ab diesem Jahr entstehendem Ausstellungskomplex zu Pücklers Orientreisen zu locken.

Außerdem entsteht 2021 im Badepark nach 75 Jahren wieder ein Musikpavillon. Das Dresdner Büro Alexander Poetzsch Architekten habe dafür laut Cord Panning, Geschäftsführer der Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau, einen modernen und „pfiffig-fürstlichen“ Entwurf entwickelt. Der erlaube es, den Pavillon mit drei Wandmodulen vielfältig für verschiedenste Veranstaltungen nutzen zu können. „Während einst an diesem Platz jeder ankommende Gast durch die Badekapelle begrüßt wurde, können bald die unterschiedlichsten Events einer ganzen Besucherschar kulturellen Genuss bescheren“, freut sich der Parkchef.

Erforscht: Trink- und Musikpavillon

Basis für das Projekt ist eine Studie, die bereits 2001 durch die Stiftung erarbeitet wurde und besonders Erkenntnisse über den Trink- und Musikpavillon im zentralen Bereich des Badeparks hervorbrachte. Daraus entstanden eine Semesterarbeit der Architekturstudenten der BTU Cottbus und ein Workshop, bei dem ehemalige Pavillonstandorte und anderer Parkarchitekturen in diesem Parkteil im Fokus standen und woraus der künftige Standort und der Entwurf für den Pavillon resultieren. Wann dort Einweihung und erste Veranstaltungen möglich sind, kann Cord Panning durch Covid-19 noch nicht einschätzen.

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