merken
PLUS Weißwasser

Das ist die neue Kulturchefin im Muskauer Park

Frauke Mankartz schwärmt schon vom Bad Muskauer Welterbe. Dabei ist bei ihrem Start so vieles ungewiss.

Frauke Mankartz ist bei der Pückler-Stiftung verantwortlich für Ausstellungen und Sammlungen wie in Schloss , Gärtnerei und bald der Pückler-Villa.
Frauke Mankartz ist bei der Pückler-Stiftung verantwortlich für Ausstellungen und Sammlungen wie in Schloss , Gärtnerei und bald der Pückler-Villa. © Sabine Larbig

Der in sattem Grün gehaltene Ausstellungsraum im Erdgeschoss vom Neuen Schloss, der dem Besucher zudem einen freien Blick auf den Muskauer Park bietet, ist einer der Lieblingsräume von Frauke Mankartz. „Hier werden Pücklers Gestaltungsprinzipien ganz prima erklärt. Und weil man nur sieht, was man weiß, erhalten Besucher hier die richtige Einstimmung auf das, was sie erwartet, weil sich in diesem Raum Wissen, Ausstellungsinhalte und Park in idealer Weise verzahnen“, begründet Frauke Mankartz ihre Verbindung zu dem Ausstellungsbereich, der sich auf den ersten Blick viel weniger aufregend präsentiert als die anderen Ausstellungszimmer im Schloss mit ihren technischen Finessen, nutzbaren Objekten und und Hinguckern wie Hoftheater, sprechende Plüschkerzen oder der durch Buchseiten fahrenden Kutsche.

Umzug von Apolda nach Bad Muskau

Eines ist momentan aber allen Bereichen gleich: sie werden nach der langen Winterpause für den Start der neuen Besuchersaison vorbereitet. Dazu gehören Wartung technischer Geräte, Reinigung und Reparaturen ebenso wie die Vorbereitung neuer Sonderausstellungen. Auf all dies achtet Frauke Mankartz jetzt. Denn sie ist die Neue im Team der Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau und seit Oktober 2020 zuständig für den Bereich Ausstellungen und Sammlungen, Archiv und Bibliothek.

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Bevor sie nach Bad Muskau kam, war die Magisterin für Kunstgeschichte und Geschichte im Kunsthaus Apolda tätig, arbeitete an zahlreichen Projekten von Kulturvereinen, Stiftungen, Park- und Schlösser-Verwaltungen in Deutschland mit. Unter anderem bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Nicht zuletzt deshalb war ihr das Welterbe in der Lausitz schon zuvor bekannt. Einige Male hatte sie Park und Schloss sogar als Touristin besucht. Eines Tages im und für das fürstliche Erbe zu arbeiten, ahnte sie damals nicht.

„Als ich in einer kunsthistorischen Mailingliste auf den Hinweis stieß, dass in Bad Muskau eine Stelle im Bereich Ausstellungen und Sammlungen zu besetzen ist, reizte mich der Gedanke sehr, direkt im Parkdenkmal aktiv mitwirken zu können. Also bewarb ich mich kurzerhand“, erzählt sie. Ihre Vita und ihr Können überzeugten die Verantwortlichen bei der Stiftung, die eine Nachfolge für die in den Ruhestand gegangene Vorgängerin suchten. Nur wenige Tage nach dem Vorstellungsgespräch im Juni 2020 erhielt Frauke Mankartz die Jobzusage. Seit 1. Oktober gehört sie somit zum Mitarbeiterteam der Fürst-Pückler-Stiftung. „Ich freue mich sehr, hatte sogar genügend Zeit, um den Umzug vorzubereiten“, verrät Frauke Mankartz, die inzwischen im neuen Wohn- und Arbeitsort Bad Muskau angekommen ist. „Ich genieße meinen täglichen Weg zur Arbeit im Schloss, der mich durch den wunderschönen Park führt“, schwärmt sie. Dass es arbeitsmäßig keine „Schonzeit“ gab, sei ihr als „Frau der Tat“ recht gewesen.

„Als ich kam, lief noch die Carl Graeb-Ausstellung mit 74 Aquarellen von Schloss und Park, deren Abbau ich ebenso begleitete wie die Exponat-Rückführung nach Neuwied.“ Eingearbeitet hat sie sich zudem in die Sammlungen der Stiftung. Bei den Forschungen zu den drei Arnim-Standesherrn konnte sie sich bei Skulpturenschmuck im Schlossgarten einbringen und ebenso bei einem Förderantrag der Stiftung zum Ausbau der digitalen Infrastruktur. „Das ist ein Ergebnis der Erfahrungen mit Corona“, erläutert Frauke Mankartz, die zudem ständig auf Suche nach Neuerwerbungen ist. Dafür durchforstet sie Angebote von Auktionshäusern und Privatsammlungen.

Aktuell mit Fokus auf Ausstellungsstücke für die im Badepark entstehende Dauerausstellung über Pücklers Orientreisen, die mit zu ihren Aufgaben gehören wird. Dauerhaft in ihrem Blick sind Bücher und Neuerscheinungen für die stiftungseigene Bibliothek sowie Werke über den Park und Pückler. Selbst Ansichtskarten gehören dazu, weil ihre Motive wichtige Einblicke auf Zustand und Aussehen von Park und Gebäuden in unterschiedlichen Epochen wiedergeben. „Wir sind mit Ansichtskarten zwar gut bestückt. Aber manchmal findet sich eben doch ein unbekanntes Detail als Postkartenmotiv“, weiß Frauke Mankartz.

Vorfreude auf die Besuchersaison

Und weil die neue Saison, vorbehaltlich der Corona-Regelungen, in Bad Muskau am 1. April starten soll und sie für Ausstellungen zuständig ist, laufen selbstverständlich deren Vorbereitungen parallel zu allen anderen Aufgaben. Gezeigt werden soll ab Mai beispielsweise „Blütezeit“ mit Foto- und Papierarbeiten von Maria Maier. Die Ausstellung wurde coronabedingt schon einmal verschoben, ist daher quasi fertig. Organisatorische Dinge wie Einladungsarten, erneuter Auf- und Abbau oder Eröffnungstermin muss die Verantwortliche im Muskauer Schloss aber neu planen. Ähnliches gilt für Werke des zeitgenössischen Künstlers Günther Rechn, die ab Mitte August zu sehen sein sollen. Für Frauke Mankartz ist diese Sonderausstellung besonders. Zum einen, da es in Muskau die Erste unter ihrer Federführung ist. Zum anderen, weil der Kunstgeschichtlerin die „Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern“ besonders Spaß macht und ihr der „witzige Umgang“ des Künstlers mit Pückler und dessen „ironische Auseinandersetzung mit dem Mythos“ gefallen.

Noch hofft Frauke Mankartz wegen der Pandemie, dass die Saison wie geplant klappt. Denn schon jetzt vermisst sie Besuchergewusel in Schloss und Park, bei Ausstellungen, Festen, Konzerten. „Schließlich arbeitet und plant das ganze Team für Besucher. Nur leider erlebte ich durch Corona bisher weder die legendäre Schossweihnacht, Fachtagungen oder Schlossgespräche. Nicht nur deshalb hoffe ich sehr, dass bald alles wieder in Normalbetrieb übergehen und ich vor und hinter den Kulissen bei all dem mitarbeiten kann.“

Auf möglichst schnellen Normalbetrieb setzt Frauke Mankartz auch aus privaten Gründen. Schließlich warten Freunde, Bekannte, Lebensgefährte und Eltern schon lange darauf, sie in Bad Muskau besuchen zu können. „Meine Mutter freut sich sehr aufs erste Treffen in meinem neuen Zuhause, möchte da unbedingt auch den Rhododendronpark Kromlau sehen, weil sie Rhododendren liebt. Von denen kann ich ihr ja sogar Prachtexemplare im Pückler-Park zeigen“, so Frauke Mankartz voller Vorfreude. Denn auch sie möchte endlich ihre Gäste empfangen, gemeinsame Ausflüge machen, ihre neue Wirkungsstätte im Herzen des Welterbes zeigen. Möglicherweise wird sie ihnen sogar von den vielen begeisterten und engagierten Helfern für und in Pücklers Erbe erzählen. Denn Bürgerengagement in dem Maße wie in Bad Muskau, so Mankartz, habe sie nur selten angetroffen.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser