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Diese Görlitzer rocken im Muskauer Park

Die Band „Play“ gehört am 4. Juli zu den Akteuren von ViaThea. Das Open-Air findet rund um das Kavalierhaus statt.

Die Band „Play“ ist fester Bestandteil der Görlitzer Musiklandschaft und regelmäßig auf Bühnen und Straßen unterwegs. Nun kommen die Vollblutmusiker nach Bad Muskau.
Die Band „Play“ ist fester Bestandteil der Görlitzer Musiklandschaft und regelmäßig auf Bühnen und Straßen unterwegs. Nun kommen die Vollblutmusiker nach Bad Muskau. © Agentur

Geblieben ist der Name der Veranstaltung. Ebenso das Team der Macher und Unterstützer. Programm, Veranstaltungsort und Ablauf des ViaThea-Ablegers im Muskauer Park sind jedoch verändert.Der Grund dafür ist, wieder einmal, die Corona-Pandemie. Zwar erlauben die niedrigen Inzidenzzahlen in Land und Kreis ab 1. Juli wieder öffentliche Veranstaltungen. Doch die unterliegen Einschränkungen.

Improvisation und Teamarbeit

Für Cord Panning, Geschäftsführer der Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau, ist damit auch 2021 „ein Jahr des Improvisierens“. Dennoch freut er sich, dass nach Isolation und Abstinenz sich nun alles lockert und Kunst und Kultur wieder möglich sind. Das bedeute auch, so Panning, dass die Menschen nun Veranstaltungen und verbindliche Termine erwarten. Im Pückler-Park wird man diesen Ansprüchen gerecht. Im Juli gleich zwei Mal. Da finden dort die Sommerbühne (16. bis 18. Juli) und am 4. Juli das diesmal etwas andere Görlitzer Straßentheater-Festival ViaThea statt.

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Dass sich die Macher der Veranstaltungen nicht abschrecken ließen, findet der Parkchef toll. Stolz ist er zudem darauf, dass bei ViaThea, trotz einjähriger Zwangspause, dieselben Kooperationspartner wie bei der Auftaktveranstaltungen 2019 in Bad Muskau dabei sind. Zu ihnen zählen, neben Stiftung und Theater Görlitz-Zittau GmbH, die Stadt Bad Muskau, die Sparkassen-Stiftung Oberlausitz-Niederschlesien, die Stadtwerke Weißwasser, der Förderverein Fürst-Pückler-Park, die Waldeisenbahn und das Familienunternehmen Kunze, die alle bei Finanzierung, Organisation und Gestaltung mithelfen. Ergebnis dessen ist, dass das Event nicht erneut ausfällt und eintrittsfrei bleibt. „Es soll ja Lust auf Kultur und Unterhaltung machen und Geste des Willkommens im Park sein“, begründet Cord Panning.

Corona bleibt Herausforderung

Durchgeführt wird ViaThea als „Plan B“-Variante. „Wir haben dafür einfach geschaut, was für Bad Muskau passt und drei Gruppen aus dem Künstlerpool herausgesucht, die in zwei Blöcken von je 90 Minuten ein Programm im Außenbereich des Kavalierhauses gestalten“, fasst Sophie Geisler, Sprecherin der Pückler-Stiftung, zusammen. Wie sie weiter erklärt, habe man sich für den Hof vom historischen Kavaliershaus als Veranstaltungsort entschieden, da es ein umzäunter, aber öffentlicher Raum im Park sei, der Bestuhlung sowie Einlasskontrollen ermöglicht und genügend Platz für die Künstler bietet. „Und natürlich folgt das Programm auch beim Plan B einer gewissen Dramaturgie. Erst ist es ruhig und fein, dann bietet es Comedy und als «Rausschmeißer» Bandmusik“, verrät sie.

Treffen von Puppen, Comedy, Musik

Den ruhigen Part übernimmt am 4. Juli das Tournee-Figurentheater Altrego. Mit seinem Stück „Aloha he“ bringt es mit Figurenpantomime und echt hawaiianischer Musik ein Stück Südsee auf die Bühne und in den fürstlichen Park. Danach sorgt das Duo Diagonal mit der Comedy-Show „Egal was das Leben bringt – trink!“ dafür, dass slawische Seele auf deutschen Humor trifft. Zum Abschluss sorgen die neun Musiker der Görlitzer Band „Play“ für Überraschungen und ordentlich Mugge auf die Ohren. Was die Band im Laufe ihres Auftritts anstellt, weiß niemand. Bekannt ist sie als Live-Drum’n’Bass-Band, die die Drumline, die gerade noch HipHop spielte, gekonnt mit Rockgitarre und Reggae-Feeling sowie Klassikern der Musikgeschichte verbindet und Trommeln zum Sprechen bringt.

Wer den postviralen, provitalen Kulturgenuss im grünen Rahmen miterleben möchte, muss sich allerdings für einen der beiden Veranstaltungsblöcke entscheiden und anmelden. Denn je Aufführung sind wegen der Corona-Abstandsregeln nur etwa 200 Plätze vorhanden. Ein weiterer Kompromiss, der eingegangen werden musste, um „Plan B“ zu ermöglichen.

„Wir alle können improvisieren, wie wir schon beim Start gezeigt haben. Das zeichnet ja ViaThea und seine entspannte familiäre Atmosphäre aus. Doch wir blicken schon jetzt gerne auf die Folgejahre, die dann hoffentlich wieder mit dem gewohnten Programm stattfinden werden“, so Katrin Bartsch, Geschäftsführerin der Stadtwerke, bei der Programm-Präsentation. Und sie rief trotz der Einschränkungen die Einwohner und Gäste der Region auf, Karten zu buchen und keinen einzigen Stuhl frei zu lassen.

Dampfzüge fahren Gäste in den Park

Auf ausverkauftes Haus, sprich, einen vollen Hof, hoffen nicht nur die Künstler und der Veranstalter, sondern auch die Waldeisenbahn und der Förderverein. Während letzterer gemeinsam mit dem Schlosscafé die gastronomische Versorgung der Besucher absichert und laut Vorsitzendem Andreas Bänder schon jetzt um Nachsicht bittet, „falls die Bratwürste wieder nicht reichen, weil auch wir nach anderthalb Jahren Pause erst wieder hochfahren müssen“, sorgt die Waldeisenbahn für Volldampf-Zugverkehr zwischen Weißwasser und Bad Muskau. „Wer mit uns fährt und im Badepark aussteigt, erlebt den Genuss der Fahrt durch den Unsesco-Geopark Muskauer Faltenbogen, einer kurzen Wanderung durch den Welterbe-Park und natürlich Kultur.

Das ist ein tolles Komplett-Paket“, wirbt Geschäftsführer Heiko Lichnok, dessen Bahn erst Anfang Juni wieder in die Fahrsaison starten konnte. „Wir setzen alle Personenwagen ein, die wir haben. Trennwände zwischen den Sitzgruppen machen die Fahrt sicher und Vollauslastung möglich“, setzt der Bahnchef hinzu.

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