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Weißwasser

„Ein vertanes Jahr“

Die Landschaftsarchitektin Dr. Renata Stachanczyk aus Warschau ist unzufrieden. Im polnischen Teil des Pücklerparks ist 2020 nicht viel passiert.

Dr. Renata Stachanczyk
Dr. Renata Stachanczyk © Jost Schmidtchen

Frau Dr. Stachanczyk, Sie waren zum Apfelbaumfest nach genau einem Jahr erstmals wieder in Leknica. Wie bewerten Sie die Entwicklung angesichts der Corona-Pandemie?

Das Leben kam ja fast zum Stillstand, ich selbst habe auch lange Zeit im Home-Office gearbeitet. In der Winterzeit ab Januar erfolgten durch die Parkmitarbeiter die für diese Zeit üblichen Arbeiten: Holzeinschlag, Mähen, Ordnung schaffen in der Natur nach den Winterstürmen. Mitte März wurde mit Corona-Beginn der Park für Besucher geschlossen. Nicht nur der Fürst-Pücklerpark war betroffen, sondern in ganz Polen war der Zutritt zu öffentlichen Grünanlagen, Wäldern, Natur- und Nationalparks untersagt. Erst Mitte Juni wurden die Einschränkungen wieder aufgehoben.

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Was bedeutete das für den polnischen Teil des Pücklerparks?

Nur die Mitarbeiter der Parkverwaltung waren im Einsatz, das Blockhaus war ebenfalls besetzt. Doch das touristische Leben fehlte, die Ruhe war bedrückend. Das deutsch-polnische Parkfest mussten wir absagen. Mit der Wiederöffnung der Grenze kamen dann relativ schnell die Radfahrer und Spaziergänger zurück, nach und nach zog Normalität ein.

Wie sehen Sie den aktuellen Stand?

Ich bin schon bedrückt über die Entwicklung. Wie es 2021 weitergeht, dazu ist noch gar nichts entschieden. Das Apfelbaumfest sollte ein Lichtblick werden, der Dauerregen hat uns den auch noch vermasselt. Außer Bildungsveranstaltungen für Kinder werden in diesem Jahr keine weiteren Veranstaltungen mehr im Park stattfinden.

Wird es eine neue Förderperiode geben?

Das kann ich nicht sagen, ich hoffe es zumindest. Das Förderprogramm SN-PL 2014-2020 ist abgeschlossen, die realisierten Maßnahmen sind abgerechnet. Richtig ist, dass wir für eine neue Förderperiode durchaus Ideen haben, aber es gibt keine verbindlichen Entscheidungen. Das Jahr wird enden, wie es begann: Mit Pflegearbeiten. So gesehen war es für die kulturhistorische Parkentwicklung ein vertanes Jahr.

Gespräch: Jost Schmidtchen

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