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In den Muskauer Park fließen wieder Millionen

Badehaus, Musikpavillon und Pückler-Villa sind die Baustellen 2021. Nicht die einzigen Vorhaben der Stiftung.

An Fronleichnam waren im Fürst-Pückler-Park so viele Besucher unterwegs wie in den vergangenen zehn Monaten insgesamt nicht.
An Fronleichnam waren im Fürst-Pückler-Park so viele Besucher unterwegs wie in den vergangenen zehn Monaten insgesamt nicht. © Archiv: Constanze Knappe

So ein Gewusel wie zu Fronleichnam hat der Muskauer Park seit Monaten nicht erlebt. Parkdirektor Cord Panning freut das sehr. Endlich, sagt er und hofft, dass das schöne Wetter und gesunkene Inzidenzzahlen weiteren Aufschwung bringen. Vor allem polnische Besucher nutzten den in ihrem Land geltenden Feiertag zu einem Ausflug auf die deutsche Seite des Parks.

Während draußen die Menschen einen entspannten Tag verbrachten, wurde im Inneren des Neuen Schlosses intensiv gearbeitet. Der Stiftungsrat der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ traf sich zu seiner alljährlichen Frühjahrstagung. Und das mit guten Aussichten, wie der Vorsitzende anschließend verkündete. „Der Freistaat hat seinen Haushalt beschlossen. Damit ist die Finanzierung der Stiftung auch weiterhin gesichert“, erklärte Dirk Diedrichs. Es ist eine der ganz wesentlichen Voraussetzungen, dass die umfangreiche Bautätigkeit im Muskauer Park weitergehen kann.

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Verknüpfung zweier Welterbestätten

Allein in diesem Jahr werden 4,1 Millionen Euro investiert, wovon 600.000 Euro aus Fördertöpfen fließen. Für 2022 sind 8,1 Millionen Euro vorgesehen, davon steuert der Bund 4,5 Millionen Euro bei. Ähnlich 2023, da bezahlt der Bund mit 3,2 Millionen Euro ebenfalls mehr als die Hälfte der 5,6 Millionen Euro Baukosten. „So richtig heftig wird es ab 2024, wenn das Kavaliershaus in die Umsetzung geht“, erklärte Diedrichs. Im Kavaliershaus des Fürst-Pückler-Parks soll ein Bildungs- und Informationszentrum des Unesco-Globalparks „Muskauer Faltenbogen“ entstehen und damit eine Verknüpfung zweier Welterbestätten. Wie das aussehen könnte, dazu wurde ein Wettbewerb ausgelobt. 59 Vorschläge gingen ein. Nach der ersten Sondierung wählte das Preisgericht zwölf Vorschläge aus. „Vielversprechende Vorschläge“, wie Dirk Diedrichs betonte. Ende September entscheidet das Preisgericht endgültig. An anderer Stelle wird in diesem Jahr ganz ordentlich zugepackt: Beim dritten Bauabschnitt im Hermannsbad zum Beispiel, der im ersten Halbjahr 2022 fertig sein soll. Angesichts der hohen Auslastung des Baugewerbes sei es vor jeder Ausschreibung ungewiss, ob sich überhaupt Firmen beteiligen und wenn ja, zu welchen Kosten, so Jaroslaw Golaszewski. „Beim Badehaus bin ich optimistisch, dass wir im Zeitrahmen bleiben. Was den Kostenrahmen angeht, da ist man vor Überraschungen nie gefeit“, erklärte der Leiter der Niederlassung Bautzen des Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement.

Zu den Überraschungen im Badepavillon gehören zweifellos die Funde jener Wannen, die man einst für Moorbäder genutzt hat, sowie der Schienen, auf denen das Moor herangeschafft wurde. Für Cord Panning sind sie „hoch spannend“, ermöglichen sie doch einen Blick in 200 Jahre Badekultur. Etwa eine Million Euro sind für das Badehaus veranschlagt. Derzeit erstelle man einen Nachtrag über 200.000 Euro. Er gehe von der Genehmigung aus, weil die Bauarbeiten an anderer Stelle günstiger als berechnet ausfielen, erklärte Golaszewski. Teurer wird es, weil in vergangenen Jahrzehnten mit kontaminiertem Aushub aus dem Bergbau verfüllt wurde. Außerdem sind bei der Dachsanierung in den 90er Jahren offenbar Ziegel von minderer Qualität verwendet worden, die durch Frost derart geschädigt sind, dass sie jetzt einen sogenannten Mäusefraß aufweisen. Deshalb gebe es die Überlegung, ob man sie nicht gleich ganz austauscht.

Die Bauarbeiten in der Villa Pückler sollen im dritten Quartal losgehen. Dafür sind alles in allem 5,14 Millionen Euro genehmigt, davon 3,5 Millionen für die eigentlichen Bauarbeiten und der übrige Teil für die Ausstellung. Derzeit laufen die Ausschreibungen für den Rohbau.

Jene für den Musikpavillon musste Anfang des Jahres aufgehoben werden, weil es entweder keine oder aus wirtschaftlicher Sicht keine guten Angebote gab. „Die Umplanung und neue Ausschreibung hat uns in der Zeit etwas zurückgeworfen“, so Jaroslaw Golaszewski. Aber nicht nur das. Statt der zunächst berechneten 360.000 Euro wird das Ganze jetzt 410.000 Euro kosten. Die Grube für den zwischenzeitlich nicht mehr vorhanden Musikpavillon sei bereits ausgehoben. Bis Ende des Jahres soll er fertig sein, so der SIB-Niederlassungsleiter. Wenn es nach Panning gänge bereits am 30. Oktober, dann hat Hermann von Pückler-Muskau seinen 236. Geburtstag.

Im Badepark wird es einen Cateringbereich geben, der sich zum Musikpavillon und zur Waldeisenbahn hin öffnet und für kleine Veranstaltungen gedacht ist. Cord Panning verspricht sich davon „einen großen Schritt zur Aufwertung des Badeparks“. Man könnte auch sagen zu seiner wirtschaftlichen Aktivierung.

Mehr Geld für Instandhaltung

Nach 214.000 Euro 2020 stellt der Freistaat 2021 weitere 320.000 Euro für Reparaturen bereit. Dafür ist der Parkdirektor Cord Panning sehr dankbar. In diesem Bereich sei man immer etwas unterfinanziert gewesen, weil die Millionen in die Investitionen flossen, sagt er. Mit dem Geld werde „nichts Spektakuläres passieren“. Aber es sei für die vielen Kleinigkeiten notwendig, um das, was aufgebaut wurde, auch erhalten zu können. Stiftungsratsvorsitzender Diedrichs bezeichnete das als Herausforderung für die Zukunft: „Je mehr wir bauen, desto mehr muss unterhalten werden.“

Man sei in der Pandemie „glimpflich davongekommen“, hieß es aus der Parkverwaltung. Für Juli, August und September erwartet man im Fürst-Pückler-Park steigende Besucherzahlen. Zum 1. Juni wurden fünf Saisonkräfte und ein Wachdienst eingestellt. Große Veranstaltungen wird es vorerst weiterhin nicht geben. Man setze auf kleine Formate – und aufs Lausitzfestival. Außerdem freut sich Cord Panning darauf, endlich wieder die Kollegen aus dem polnischen Teil des Parks treffen zu können, die er seit anderthalb Jahren nicht mehr gesehen hat.

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