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Mehr Platz für Muskauer Kita-Kinder?

Bei den Bergpiraten in Bad Muskau soll der Schlaf- und Therapiebereich erweitert werden. Ob es klappt, ist offen.

Die Bergpiraten brauchen mehr Platz zum Schlafen und zur Betreuung. Doch die Erweiterung kostet. Offen ist auch der künftige Träger. Es gibt Interessenten für die Kita.
Die Bergpiraten brauchen mehr Platz zum Schlafen und zur Betreuung. Doch die Erweiterung kostet. Offen ist auch der künftige Träger. Es gibt Interessenten für die Kita. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Im Erdgeschoss soll und muss es mehr Platz für die Kinder geben. Darüber herrscht Einigkeit. Auch die baulichen Voraussetzungen sind vorhanden. Ein nötiger zweiter Rettungs- und Fluchtweg ist möglich, wie das wegen der Erweiterung erforderliche neue Brandschutzkonzept zeigt. Danach sind ebenfalls die Ertüchtigung der Elektroanlagen und ihre Verknüpfung mit der Brandmeldeanlage konzipiert. Nur das nötige Geld für das Vorhaben fehlt. Es ist nicht die einzige Hürde für die Projektumsetzung, wie sich jüngst im Technischen Ausschuss (TA) zeigte.

Eigentlich sollte bei der Sitzung dem Bauantrag zugestimmt werden. „Es geht um eine Formalie“, erklärte Bürgermeister Thomas Krahl. Immerhin bemühe sich die Stadt seit Jahren um das Vorhaben und eine Finanzierung über Fördermittel in Höhe von mindestens 85 Prozent und tue dies weiter. Denn noch stehe die Finanzierung aus. Man sei aber optimistisch, diese bis Ablauf der dreijährigen Gültigkeit des Bauantrags – die zudem verlängert werden könne – zu finden. „Klappt die Finanzierung nicht, wird es auch nicht zur Erweiterung kommen. Als Stadt haben wir dafür nämlich einfach kein Geld“, bekannte Krahl.

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Künftige Trägerschaft noch unklar

Dass die Vorlage dennoch für Diskussionsstoff und Ablehnung sorgte, lag zum einen darin begründet, dass es noch keine offizielle Entscheidung darüber gibt, ob die Kita in städtischer Hand bleibt oder einen anderen Träger bekommt. „Wir brauchen nicht alles hübsch machen, wenn wir sie vielleicht abgeben. Es muss also generell geklärt werden, wo die Reise hingeht“, forderte Erik Schobner. Zwar sprach sich Bürgermeister Krahl für einen Erhalt als städtische Einrichtung aus. Er verwies aber darauf, dass auch die Stadtratsfraktionen sich klar positionieren müssten, „damit die Bürger wissen, dass wir die Kita nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Immerhin betreffe ihre Zukunft auch die des Hortes.

Inwiefern im Zuge einer Erweiterung schon geschätzte Kosten für den Brandschutz vorliegen, wollte Thomas Heisler zudem wissen. Laut Reinhard Hanko von der Stadtverwaltung sei dies durch das beauftragte Architekturbüro erfolgt, welches bereits den Bauantrag beim Kreis eingereicht habe.

Dieser Nebensatz ließ die Räte aufhorchen und war ein weiterer Grund, dass die Vorlage später abgelehnt wurde. Denn nachdem Tom Lehnert nachfragte, ob bereits Kosten für die Stadt entstanden, antwortete Hanko, dass Bad Muskau für die Erstellung der Unterlagen und des Brandschutzkonzepts bereits mit 20.000 Euro in Vorleistung ging. „Das Geld war im Haushalt eingeplant“, versicherte er. Dennoch fragte René Marko: „Wenn schon alles erledigt und der Bauantrag eingereicht ist – was beschließen wir da?“ Überrascht und unzufrieden zeigten sich gleichfalls Thomas Baum und Siegmar Nagorka. „Es kann nicht sein, dass wir hinterher was bestimmen. Den Bauantrag beschließen, wäre unverfänglich. Aber er ist ja schon eingereicht und wir gingen in Vorleistung. Das ist der Hammer“, so Baum. Als „echt sauer“ bezeichnete sich Stadtrat Nagorka. „ So kann es nicht funktionieren. Zumal die Kita-Zukunft noch ungeklärt ist.“ Den Bauantrag nicht vor der Kita-Grundsatzentscheidung zu beschließen, regte Tom Lehnert an.

Vorerst ist der Beschluss erst einmal in den nächsten TA zurückgestellt worden. Diesem Antrag von Erik Schobner stimmten alle Ausschussmitglieder zu.

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