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Nun doch kein Corona-Testzentrum in Bad Muskau?

Die Idee, am Lindenhof eine Art Testzentrum anzusiedeln, besteht weiter. Das Problem ist jedoch die Finanzierung.

© Kira Hofmann/dpa

Bad Muskau. Nicht nur dienstlich, auch für so manche alltägliche Sache wie Friseur oder Einkauf im Einzelhandel, sind aktuelle Corona-Schnelltests nötig. Um Einwohnern aus Bad Muskau dafür den Weg nach Weißwasser oder in andere Umlandgemeinden zu ersparen, plante die Stadtverwaltung – in Zusammenarbeit mit städtischen Partnern – die Errichtung einer Testmöglichkeit am Lindenhof. „Die Idee ist, dass wir als Stadt die technischen Voraussetzungen schaffen, indem wir beispielsweise unsere Adventsfest-Holzhütten, Stühle, Tische und was sonst noch so nötig ist, bereitstellen und aufbauen. Was die Absicherung der Testung selbst und die Bereitstellung des Testmaterials betrifft, so muss sich darum ein Partner kümmern“, erklärt Bürgermeister Thomas Krahl.

Interessierte Partner gibt es in der Stadt. So würden der Pflegedienst Porges und auch die Marktapotheke mit im Boot sein. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung des geplanten Testangebots gesichert ist. „Leider ist es so, dass Testanbieter in Vorkasse gehen müssen. Wir als Stadt können und dürfen das aufgrund unserer Haushaltskonsolidierung nicht und auch die örtlichen Interessenten sehen sich dazu nicht in der Lage. Die Folge ist, dass wir in Bad Muskau noch immer kein Testzentrum oder Testangebot für die Bürger haben“, umschreibt Krahl die Lage. Dass eine Lösung bislang am Geld scheiterte, bestätigt auch Apotheker Rüdiger Halbauer. Und er nennt weitere Hinderungsgründe. „Wo kein Auftrag und kein Geld und kein Personal vorhanden sind, da ist auch nichts zu organisieren!“. Er frage sich zudem, so Halbauer weiter, wie Bundesgesundheitsminister Spahn sich zwei bis drei kostenlose Tests pro Woche vorstelle. „Wie soll das finanziert werden und wer liefert die zentrale Abrechnungssoftware dafür?“, so der Bad Muskauer Apotheker.

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Rüdiger Halbauer und sein Team der Marktapotheke testen momentan bereits regelmäßig zehn bis zwölf polnische Pendler. „Bisher waren es alles negative Ergebnisse.“ Die Kosten pro Test betrügen 24,95 Euro. Zudem verkaufe man Selbsttests an die Bevölkerung. Mehr sei persönlich, bei drei Mitarbeitern und einem 10-Stunden-Arbeitstag, nicht möglich. Schon gar nicht, für ein Testangebot in Vorkasse zu gehen.

Trotz der diversen Probleme bemüht sich die Stadtverwaltung weiter um ein Testangebot für und in Bad Muskau. „Es wäre eine gute Sache und eine Erleichterung für unsere Bürger“, begründet Stadtchef Thomas Krahl. Er hofft nun darauf, dass sich – ähnlich wie in Weißwasser – vielleicht ein privater Anbieter mit einem Testangebot in der Neißestadt niederlässt. Selbst, wenn es sich nur um ein temporäres Angebot handeln würde. „Wir als Stadt unterstützen interessierte Anbieter gerne.“ Doch was finanzielle Hilfen beträfe, so habe Bad Muskau einfach keine Möglichkeiten.

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