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Parkhaus Bad Muskau auf der Zielgeraden

Schon bald soll im Stadtrat die Planung vorgestellt werden. Wann der Bau kommt, ist derzeit noch offen.

Dieser Entwurf der Ipro Dresden wurde 2003 im Stadtrat vorgestellt.
Dieser Entwurf der Ipro Dresden wurde 2003 im Stadtrat vorgestellt. © Sabine Larbig (Archiv)

Um ausreichend Parkplätze für Touristen und Einwohner zu haben und gleichzeitig das Verkehrschaos in der Bad Muskauer Innenstadt, speziell im Bereich Grenzübergang und Parkeingang, zu beruhigen, bekommt die Kur- und Parkstadt einen Parkhaus-Bau. Der soll auf dem derzeitigen Großparkplatz Postplatz entstehen. Seit fast 20 Jahren arbeitet die Stadt am Vorhaben, das bislang am Geld scheiterte. Und fast genauso lange gab es schon diverse Vorschläge von Planern, wie der Bau einmal aussehen könnte. Nun ist das Projekt auf der Zielgeraden.

Beirat für Parkhaus-Bau gegründet

Am 1. Juli trafen sich Mitglieder des Planungsbeirates, der im Dezember 2020 auf Anregung des Bundes gegründet wurde, zu einer Beratung. Bei der ging es darum, so bald als möglich die Planungen abzuschließen und das Projekt im Stadtrat zu präsentieren. Zuletzt erfolgte dies im März vorigen Jahres durch das beauftragte Ingenieurbüro Heinrich & Eichler aus Görlitz, wobei sich nicht nur in der Diskussion der Stadträte noch viel Nachbesserungsbedarf zeigte. Ein Grund, weshalb der Beirat gegründet wurde, in dem Professor Dr. Marcus Köhler von der TU Dresden, Vertreter der Fürst-Pückler-Stiftung, der Stadt, des Planungsbüros Eichler, des Landesamtes für Denkmalpflege sowie Verkehrsplaner Thomas Baum sind. Das Gremium unterschiedlicher Experten ist wichtig. Denn bei allen Fragen rund um den Bau müssen auch und gerade der Welterbestatus des direkt angrenzenden Fürst-Pückler-Parks sowie die Sichtachse von dessen Bergpark auf das Parkhaus bedacht und in die Gestaltung einbezogen werden. Sonst besteht die Gefahr der Aberkennung des Welterbe-Titels. Und das will niemand riskieren.

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Auch, weil es dem Welterbe-Status zu verdanken ist, dass inzwischen die Finanzierung steht. Geld kommt von Land und Bund aus dem Programm „Nationale Städtebauförderung“, in dem vier Bad Muskauer Bauvorhaben als Premiumprojekte bestätigt und mit insgesamt über zehn Millionen Euro finanziert werden. Eines der Premiumvorhaben ist dabei das Parkhaus, welches zwischen Görlitz und Weißwasser wohl künftig das einzige sein wird.

Vorstellung der Pläne im Stadtrat

Eigentlich sollte der Bau schon dieses Jahr begonnen werden. Doch durch die Corona-Pandemie verzögerte sich das Vorhaben. Das letzte Treffen des Beirates fand im Januar 2021 statt. Danach waren direkte Kontakte und Gespräche der Mitglieder über Monate nicht möglich. Ein Problem. Denn das Parkhaus soll nicht nur schon 2023 fertiggestellt sein. Es darf zudem auch kein Null-Acht-Fünfzehn-Bau werden, sondern muss qualitativ und optisch hochwertig sein, sich in Stadtbild und Welterbe einfügen. Eine enorme Herausforderung, weshalb die überarbeite Planung nun auch ein begrüntes Dach, eine besondere Fassadengestaltung sowie spezielle Ein- und Ausfahrt-Lösungen vorsieht. Die waren zuletzt bei den Stadträten ein besonders heiß diskutiertes Thema. Immerhin erstreckt sich das Parkhaus von Bad Muskau auch zwischen Clara-Zetkin- und Parkstraße, Feuerwehrgerätehaus und sowjetischem Friedhof mit Ehrenmal. Neuralgische Punkte, die – wie die direkt im Umfeld befindlichen Wohnhäuser – besondere Beachtung und speziell zugeschnitte bauliche und technische Lösungen erfordern. Was Planer Thomas Heinrich und der Beirat auf Grund der schwierigen Gemengelage nun erarbeitet haben, soll schon bald dem Technischem Ausschuss sowie dem Stadtrat von Bad Muskau in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden.

Fertigstellung in 2023 ist fraglich

Somit bleibt es spannend, ob an einem offenen, zweigeschossigem Parkhaus festgehalten wird, in dem weder Lüftungs- noch Brandmeldeanlagen installiert werden müssten (und demzufolge die Unterhaltskosten gering blieben) oder ob es wegen Lage, Schallschutz und Verkehrsraum neue Gestaltungsvorschläge gibt und ob sich diese auf die ursprünglich geplanten 185 Parkplätze auswirken.

„Der Planer hat Nägel mit Köpfen gemacht. Aber was letztlich möglich wird und ob der Zeitplan einzuhalten ist, wäre aktuell ein Blick in die Glaskugel“, meint Bad Muskaus Bürgermeister Thomas Krahl angesichts der Verzögerungen durch Corona und die explosionsartig gestiegenen Baukosten sowie Lieferzeiten. Zudem müssen, selbst wenn der Stadtrat die Pläne absegnet, letztlich auch Stiftung, Verkehrsbehörden und viele andere Beteiligte ihre Zustimmung geben. Abgesehen davon gibt es viele weitere zu klärende Details. Die reichen von Entscheidungen für eine Schranke mit Ticketausgabe oder einen Kassenautomaten über Beleuchtung sowie Plätze für Reisebusse oder Wohnmobile bis hin zur erforderlichen Anpassung der Parkgebühren-Ordnung der Stadt.

Bis es so weit ist, muss das Parkhaus jedoch erst einmal stehen. Noch dazu möglichst im anvisierten Zeitraum, was auch mit den Bindungsfristen der Fördergelder zusammenhängt. Das zu klären ist, nach der Einigung auf die Bauplanung, eindeutig die nächste große Herausforderung für Bad Muskau und alle am Bau Beteiligten.

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