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Warten auf die Touristen

Noch müssen Hotels für Urlauber geschlossen bleiben. Das Kulturhotel Fürst Pückler Park in Bad Muskau nutzt die Zeit.

Einige Zimmer im Hotel bietet einen Blick auf den Welterbepark und das Schloss in Bad Muskau. Noch gibt es wegen Corona allerdings keinen Tourismus. Schloss mit Ausstellungen und Besucherbereichen wie die auf Pückler basierende Ananaszucht in der Gärtne
Einige Zimmer im Hotel bietet einen Blick auf den Welterbepark und das Schloss in Bad Muskau. Noch gibt es wegen Corona allerdings keinen Tourismus. Schloss mit Ausstellungen und Besucherbereichen wie die auf Pückler basierende Ananaszucht in der Gärtne © Joachim Rehle

Ein Hauch von Farbe und Leim liegt in der Luft. Auf den Fluren in der dritten Etage stehen mit Reinigungszubehör und Wäsche bestückte Servicewagen der Zimmermädchen. Daneben auf dem Boden liegen auf den Einbau wartende Lampen, Schalter, Garderoben und Spiegel. Zimmertüren stehen auf, lassen Einblicke zu.

„Dies ist eine von fünf Suiten, die renoviert, umgestaltet und mit neuem Mobiliar ausgestattet sind“, erklärt Thekla Nichterlein, seit 2010 Geschäftsführerin des 2009 eröffneten, neu gebauten Kulturhotels Fürst Pückler Park Bad Muskau.

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Nur Geschäftsreisende zugelassen

Aktuell können im Hotel nur Geschäftsreisende einchecken. Bedarf ist da, obgleich die Zahl der wöchentlichen Gäste überschaubar sind. Die Gäste dürfen, wegen des Corona-Lockdowns in der Hotel- und Gastronomiebranche, nicht im Restaurant essen oder an der Bar sitzen. Dafür gibt es gratis Zimmerservice. Beim Frühstück mit frischen Brötchen und Eierspeisen, Kaffeespezialitäten und allem, was ein normales Buffet böte. Abendessen aus der Hotelküche kommt als Menü aufs Zimmer. Verwöhnmassagen und Beautyanwendungen im Wellnessbereich mit orientalischem Ambiente sind allerdings nicht möglich. Nur in der dem Hotel angegliederten Physiotherapie laufen Patientenbehandlungen – sofern ärztlich verordnet – weiter. Das gilt jedoch nicht für Sportkurse.

Vorbereitung der Saison läuft

Thekla Nichterlein, Hoteldirektorin Kerstin Vogel und die rund 40 Mitarbeiter und Auszubildenden des Bad Muskauer Hotels warten, endlich wieder Hotel- und Gaststättengäste bewirten und verwöhnen zu können. „Wir hoffen, Ostern öffnen zu können“, so Kerstin Vogel. Wenn nicht, setzte man in der Gastronomie weiter auf Liefer- und Abholservice „zum Tafeln zuhause“. Menüs ab zwei Personen, die Möglichkeit der Bestellung von passenden Weinen über Geschirr bis Tischdecken ergänzen das Angebot. Abgesehen davon läuft die Saisonvorbereitung. Die reicht von Speisekarten-Schreiben über die Erarbeitung saisonaler Arrangements, Marketing wie Flyer, Webseitengestaltung und Arbeit mit Vertriebspartnern bis hin zur Planung von 2020 verschobenen oder neu gebuchten Hochzeiten, Feiern, Tagungen ... Denn sobald das Haus wieder öffnet, muss alles reibungslos und zur Gästezufriedenheit klappen.

Jetzt auch Familienzimmer

Daher warten im Hotel nicht nur renovierte Suiten, sondern weitere 25 modernisierte Zimmer. Darunter Familienzimmer. „Die gab es bisher nicht. Weil die Nachfrage groß ist, schufen wir sie in den letzten Monaten durch Zimmerumgestaltungen“, erklärt Hoteldirektorin Kerstin Vogel, die jetzt auch einen Tagungsraum für bis zu 40 Personen vermarkten kann. Er entstand im einstigen Fitnessraum. Den gibt es samt Geräten noch immer, nun aber in Nähe der Physiotherapie.

Farben wie in Park und Schloss

Das Hotelteam hat den Lockdown genutzt. Vorrangig für Umgestaltungen, die seit 2019 geplant waren und aus Rücklagen finanziert wurden. Personal konnte bei den Arbeiten eingesetzt, abwechselnd beschäftigt und aus Kurzarbeit geholt werden. „Sie waren nicht unglücklich darüber.“ Vor allem aber präsentiert sich das Hotel jetzt fürstlich-farbig in Gelb, Grün, Pink und Lila. Das Farbkonzept spiegelt sich an Wänden, Fußböden, Gardinen und eigens angefertigten Möbeln wieder, zieht sich als „roter Faden“ durch Logos, Speisekarten, Zimmer, Flure, Wellnessareal bis Foyer. „Ja, die Farben sind gewagt und verrückt. So wie der Kosmopolit und lebenslustige Fürst Pückler“, sagt Thekla Nichterlein. Das Farbkonzept im gleichnamigen Hotel sei somit Reminiszenz an Pückler, Schloss und Park.

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