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Wie Brücken im Pückler-Park begeistern

Seit gestern ist die Rote Brücke im Bergpark nahe der Berg’schen Kirchruine wieder frei. Sie ist eine von drei sanierten Brücken.

Stiftungsratsvorsitzender Dirk Diedrichs (mi.), der Bautzener SIB-Chef Jaroslaw Golaszewski (re.) und Sebastian Saat vom Staatsministerium für Kultur und Medien des Bundes zerschnitten das Band an der Roten Brücke im Bergpark, die nun wieder nutzbar ist
Stiftungsratsvorsitzender Dirk Diedrichs (mi.), der Bautzener SIB-Chef Jaroslaw Golaszewski (re.) und Sebastian Saat vom Staatsministerium für Kultur und Medien des Bundes zerschnitten das Band an der Roten Brücke im Bergpark, die nun wieder nutzbar ist © Joachim Rehle

Bad Muskau. An der blauen Fuchsienbrücke werden schon längst wieder Erinnerungsfotos geschossen. Über die Rehder-Brücke kann man seit einiger Zeit wieder gehen oder mit dem Rad fahren. Nun wurde gestern nach erfolgter Sanierung auch die Rote Brücke im Rahmen der Sitzung des Stiftungsrates der Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau offiziell von deren Vorsitzendem Dirk Diedrichs freigegeben.

Als „polierte Perlen, die in Fassung gelangten“, kennzeichnete er die Brücken, die im Verbund den Park aufwerten und gleichzeitig wichtige historische Verbindungen darstellen. Allein in die originalgetreue Wiederherstellung dieser Bauwerke wurden 570.000 Euro investiert, erklärte Jaroslaw Golaszewski, Leiter der für die Bauprojekte im Park zuständigen Niederlassung Bautzen des Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement (SIB). „Damit blieben wir im Kostenrahmen. Weitere Brückensanierungen sind in den nächsten zwei Haushaltsjahren nicht vorgesehen.“

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Spektakuläre Brückenaktion

So einfach und nüchtern wie diese Aussage war die Sanierung der drei Objekte keinesfalls. An der Fuchsienbrücke hatte der Rost mehr genagt als angenommen. Die Rehder-Brücke musste „im Stück“ von einer Spezialfirma bei Bremen saniert werden, wurde zurück nach Bad Muskau transportiert und per Kran aufgesetzt. „Es war schon eine spektakuläre Aktion, welche die Firma aber nicht publikumswirksam wollte“, weiß Parkdirektor Cord Panning. 

Was die Rote Brücke betrifft, so war ihr Widerlager defekt und das Bauwerk unsicher. „Da sich noch ein Originalstein in unserem Fundus befand, nutzten wir die Gelegenheit für einen Aufbau nach historischem Vorbild.“ Zwar sei die Sanierung aus der Zeit um 1964 gut gewesen. Aber nicht originalgetreu. Dies ist nun anders. Die Brücke hat, wie auf alten Fotos, wieder Formsteine ähnlich einem ungeteilten Ginkgoblatt. So wie um 1900. Hergestellt wurden sie nach dem erhaltenen Muster in einer Manufaktur in Nossen. Das Spannende sei gewesen, sagt Panning, dass die Steine nicht nur form- und farbgetreu hergestellt, sondern auch durchbohrt wurden. Filigran aufgeschichtet, in einer unterbrochenen Einfassung, produzieren sie dadurch wieder interessante Lichteffekte.

 „Aber alle Brücken wurde nicht aus ästhetischen, sondern aus Erhaltungs- und Sicherheitsgründen saniert“, so Panning trotz der Freude über das historische Flair. Das schätzen auch viele Parkbesucher: Die Brücken sind nämlich beliebt, Fan-Objekte und Protagonisten im Brücken-Kalender 2021, den der Geopark Muskauer Faltenbogen herausgibt. Und der Bürgermeister von Łęknica, Pjotr Kuliniak, bekennender Brückenfan, hat die Idee für einen Sieben-Brücken-Lauf im Park.

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