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Weißwasser

Womöglich ist das der letzte Babina-Bagger

Der touristische Geopfad um die ehemalige Braunkohlegrube „Babina“ wird jetzt mit seiner Erweiterung vollendet. Es gab schon vorher einen Rekordbesuch.

Noch rollen die Baufahrzeuge auf dem Gelände des ehemaligen Altbergbaugebiets „Babina“
Noch rollen die Baufahrzeuge auf dem Gelände des ehemaligen Altbergbaugebiets „Babina“ © Jost Schmidtchen

Tourismus im polnischen Teil des Muskauer Faltenbogens wird immer bedeutender. Die alte Braunkohlegrube „Babina“ etwa erlebt stetig wachsenden Besucherzuspruch. Allein am Feiertagswochenende 3. bis 6. Juni wurden über 5.000 Radwanderer, Läufer und Spaziergänger gezählt.

In Polen ist Fronleichnam Feiertag, dann folgt das arbeitsfreie Wochenende. Und im Nachbarland war zum Feiertag und die Tage darauf tolles Wetter. „Das Verlangen der Menschen nach der Natur ist riesengroß“, sagte Projektmanager Damian Sandak. „Alle sind froh, dass das Leben sich normalisiert. Das hatte einen sprunghaften Besucheranstieg zur Folge. 5.000 Gäste in vier Tagen – das ist absoluter Rekord“. Für den Projektmanager ist das aber auch eine Verpflichtung, dass die Erweiterung des Geopfades endlich realisiert wird. Baubeginn war im April 2021, Ende Oktober soll die Übergabe erfolgen. Damian Sandak hat an der pünktlichen Fertigstellung keine Zweifel. Die Firmen arbeiten fleißig. Dann ist der Geopfad in Form einer „8“ in sich geschlossen und insgesamt neun Kilometer lang. Der neue Teil des Geopfades verläuft ab dem Aussichtsturm rechts auf der einstigen Trasse der Kohlebahn zur Brikettfabrik Łęknica, schließt damit den Rundweg um die Grube „Afryka“ und kreuzt sich an deren westlichem Ende wieder mit dem bestehenden Geopfad. Damit ist ein Kreis der „8“ geschlossen. Der andere Kreis der „8“ umschließt die weiteren Seen der Grube „Babina“ bis Łęknica und stößt dort ebenfalls auf den bereits bestehenden Geopfad.

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Finanzierung läuft über Europa

Das Projekt zur Erweiterung des Geopfades entstand 2017. Danach begannen die Planungen, die von dem Planungsbüro aus Zielona Góra (Grünberg) ausgeführt wurden, das schon den seit 2012 bestehenden Teil des Geoparks beplante. Die Gesamtleitung des Bauvorhabens obliegt dem Forstamt Lipinki. Damian Sandak ist dort Projektmanager und Pressesprecher zugleich. „Alle Arbeiten wurden ausgeschrieben. Eine Firma erhielt den Zuschlag und arbeitet nun mit weiteren Subunternehmen wie Bau- und Transportunternehmen, Tischlereien und Mediagestaltern zusammen. Alle werden gebraucht, denn es entstehen neue Aussichtspunkte mit Bänken, Tischen und Hütten.“ Dreisprachige Infotafeln müssen aufgestellt werden, um die Besucher mit den Besonderheiten der Grube „Babina“ vertraut zu machen. Die Überwachung der Bauabläufe vor Ort erfolgt durch Förster Grzegorz Rygiel in enger Zusammenarbeit mit den Firmen. Das Vorhaben läuft unter der Leitung des Forstamtes Lipinki. Die Gesamtkosten der Erweiterung des Geopfades belaufen sich auf rund drei Millionen Złoty (circa 665.700 Euro). Das Geld kommt aus europäischen Fördermitteln. An der Maßnahme beteiligt sind der deutsch-polnische Unesco Global Geopark „Muskauer Faltenbogen“, der Landkreis Spree-Neiße, die Stadt Leknica, die Gemeinde Felixsee und das Forstamt Lipinki.

Parkplatz wird ausgebaut

Parallel zur Geoparkerweiterung wird mit finanziellen Eigenmitteln des Forstamtes Lipinki der Parkplatz in Nowe Czaple ausgebaut. „Zukünftig wird es für Besucher kein Problem mehr sein, einen Parkplatz zu wählen“, sagt Damian Sandak. „Besonders die Radwanderer können dann die „8“ umrunden und kommen da wieder an, wo ihr Auto steht. Dann haben sie die ganze Grube Babina gesehen“. Insgesamt bleibt es bei den drei bestehenden Parkplätzen: in Łęknica, in Nowe Czaple und am Aussichtsturm.

Die beiden Förster freuen sich schon jetzt auf viele weitere Gäste und Besucher: „Alle sind gern gesehen. Hier ist es zu jeder Jahreszeit schön. Der Eintritt zum Geopfad ist frei, genauso wie die Parkplätze, die Turmbesteigung, die Besichtigung der Seen in der Bergbaufolgelandschaft – alles ist kostenlos. Gastronomie gibt es bei Babina zwar nicht, aber schöne Aussichtspunkte für das mitgebrachte Picknick zur Genüge“. Was sich Damian Sandak und Grzegorz Rygiel wünschen? Dass ihre Bitte, alle Geopfadbesucher mögen die Natur achten und nicht verschmutzen, Gehör findet.

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