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Bad Schandau plant Einkaufssonntag im Advent

Ein verkaufsoffener Sonntag soll den Händlern in Bad Schandau helfen. Ob der angesichts der Corona-Lage stattfindet, ist aber fraglich.

Von Dirk Schulze
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Geschäfte in Bad Schandau: Die Stadt erlaubt die Öffnung am dritten und vierten Advent.
Geschäfte in Bad Schandau: Die Stadt erlaubt die Öffnung am dritten und vierten Advent. © Steffen Unger

Kurzfristig soll es in Bad Schandau noch in der Adventszeit einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Das hat der Stadtrat jetzt beschlossen. Tatsächlich dürfen die örtlichen Händler laut dem aktuellen Beschluss sogar an zwei Sonntagen ihre Geschäfte öffnen: am dritten Advent (12. Dezember) sowie am vierten Advent (19. Dezember). Ob dies in der Praxis aber tatsächlichen passieren wird, ist noch fraglich.

Die Festlegung auf zwei aufeinanderfolgende Termine erfolgte spontan. Noch vor dem dramatischen Anstieg der Infektionszahlen hatten sich einige Händler an die Stadt gewandt mit der Bitte, ob man einen verkaufsoffenen Sonntag im Advent veranstalten könnte. Den muss die Kommune nach den Vorgaben des Ladenöffnungsgesetzes genehmigen. Die Händlerschaft hatte dafür den dritten Advent vorgeschlagen, also den 12. Dezember. So stand es auch im Beschlussvorschlag für den Stadtrat.

Der Terminvorschlag kam allerdings noch vor Bekanntwerden der aktuellen Corona-Notfall-Verordnung zustande. Diese sieht Beschränkungen bis zu ebendiesem 12. Dezember vor. Es dürfen keine Veranstaltungen und Weihnachtsmärkte stattfinden, touristische Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind verboten.

Corona-Schutzmaßnahmen sprechen dagegen

Ein verkaufsoffener Sonntag an diesem Datum ergibt wenig Sinn, befanden die Bad Schandauer Stadträte, da dann keine Touristen in der Stadt sein werden. Kurzerhand legte der Stadtrat den 19. Dezember als günstigeren Termin fest, in der Hoffnung, dass bis dahin vielleicht schon wieder mehr möglich sein werde. Da während der Sitzung keine Rücksprache mit den Händlern möglich war, stehen nun beide Termine im Beschluss.

Aus Sicht der Händler dürfte sich aber nur eine konzertierte Aktion lohnen, bei der möglichst viele Geschäfte öffnen, um auch Kunden von außerhalb anzulocken. Eine Entscheidung seitens der Händlerschaft und der Bad Schandauer Kultur- und Tourismusgesellschaft steht noch aus. Sie wird davon abhängen, welche Corona-Schutzmaßnahmen an dem jeweiligen Termin gelten. Für den vierten Advent ist das aktuell noch unklar.

Pirna hat verkaufsoffene Sonntage abgesagt

Rechtlich dürfte der Beschluss, mit dem Bad Schandau seine Händler unterstützen will, ohnehin auf etwas wackeligen Füßen stehen. Verkaufsoffene Sonntage dürfen gemäß dem Sächsischen Ladenöffnungsgesetz nur aus besonderen Anlässen gestattet werden, dazu zählen beispielsweise regionalen Feste oder Weihnachtsmärkte. Die Stadt Pirna hat ihre verkaufsoffenen Sonntage im Advent bereits abgesagt, da diese an den Canaletto-Markt gekoppelt waren, der wie alle Weihnachtsmärkte bekanntermaßen ausfällt.

Bad Schandau hat nun kurzerhand den Advent an sich zum Anlass erklärt. "Die traditionell geschmückte Stadt versprüht eine weihnachtliche Atmosphäre und versucht den Besuchern aus dem Umland und überregionalen Touristen das regionale weihnachtliche Brauchtum zu vermitteln", heißt es in der vom Stadtrat beschlossenen Verordnung.