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Kostümschau statt Faschingsumzug in Reinhardtsdorf

Wegen Corona gibt es in Reinhardtsdorf weder Prunksitzungen noch einen Faschingsumzug. Der Karnevalsclub hat sich dennoch etwas einfallen lassen.

Tina Honnes (li.) und Melanie Kirchbach vom Reinhardtsdorfer Karnevalsclub. Die Kostüme sind dieses Jahr hinter Glas zu bestaunen.
Tina Honnes (li.) und Melanie Kirchbach vom Reinhardtsdorfer Karnevalsclub. Die Kostüme sind dieses Jahr hinter Glas zu bestaunen. © Steffen Unger

Fasching, so wie ihn die Reinhardtsdorfer und ihre Gäste ihnen kennen und lieben, kann in diesem Jahr leider nicht gefeiert werden. Denn Schunkeln, Singen und Tanzen - das passt mit dem Abstandhalten nicht zusammen. Um dennoch ein bisschen an die fünfte Jahreszeit zu denken, hat sich der Reinhardtsdorfer Karnevalsclub (RKC) etwas einfallen lassen.

Franzi Franke, Melanie Olbert und Bianca Nitzschner vom Karnevalsclub haben sich die Mühe gemacht, das Foyer des Prinzenpalasts in Reinhardtsdorf - den Rest des Jahres als Sport- und Freizeittreff bekannt - karnevalistisch zu schmücken. Bunte Kostüme und Bilder erinnern jetzt an die Prunksitzungen der vergangenen Jahre.

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Zeit für eine Rückschau: Schon seit 46 Jahre wird in Reinhardtsdorf ein ausgelassener Fasching gefeiert. In Frankreich, im alten Rom, im Märchenwald, im Fernsehfunk, im Gemeindebund, im Orient, auf dem Mond, in Athen, in der Arztpraxis, auf dem Campingplatz, bei Gaunern und Gangstern, Geistern, bei Asterix und Obelix, im Zirkus, oder bei August dem Starken waren die Narren im übertragenen Sinne zu Gast. Immer nehmen die Programme dabei das Dorfleben und aktuelle Ereignisse auf die Schippe.

Plötzlich konnte man alles sagen

Anfangs gab es noch mächtige Hürden zu überwinden. 1990 veränderte sich die Organisation der Faschingssaison dann komplett. Plötzlich brauchten die Programme nicht mehr vorher dem zuständigen Bürgermeister und Parteisekretär des Rates der Gemeinde zur Zensur vorgespielt werden. Man konnte nun alles sagen, spielen und singen, erinnern sich die Protagonisten. Es ist auch einfacher geworden Requisiten und Kostüme zu beschaffen, die man in den vergangenen Jahren sehr aufwendig und kreativ selbst hergestellt hat.

Seit 1995 gibt es eine kleine Minifunkengarde und ein paar Jahre später die kleinen Polizeier. Feierte man zuerst auf dem Saal in den „Drei Fichten“ mit der legendären Kellerbar, musste man 1993 in den Speisesaal der Agrargenossenschaft umziehen. Dort war alles etwas kleiner, aber nicht weniger stimmungsgeladen. Die "Reenerschdorfer", wie sich selbst nennen, führten ihre Prunksitzungen fort.

Einer der wenigen Vereine mit eigener Kapelle

Nicht jeder Faschingsverein hat eine eigene Kapelle. Der RKC schon. Darauf sind die Reinhardtsdorfer besonders stolz, macht die hauseigene Band die Programm doch bunter und unterhaltsamer. Im Laufe der Jahre wurden die Karten für die Prunksitzungen immer begehrter auch bei Narren aus den umliegenden Gemeinden und bis nach Dresden. Selbst Gäste aus Berlin und anderen Bundesländern kamen zum Feiern. Bis in die heutige Zeit hört man den Schlachtruf "Ratsch Bumm Bumm!", wo immer die Reinhardtsdorfer Karnevalisten sich treffen und auftreten.

Flugzeuge der russischen Aeroflot beim Faschingsumzug in Reinhardtsdorf 2019.
Flugzeuge der russischen Aeroflot beim Faschingsumzug in Reinhardtsdorf 2019. © Steffen Unger

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