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Polizei jetzt im Bad Schandauer Rathaus

Die Polizei zeigt nun im Stadtzentrum von Bad Schandau Präsenz. Mehr Personal für die Nationalparkregion ist mit dem Umzug aber nicht verbunden.

Feierliche Eröffnung: Bürgermeister Thomas Kunack, Revierleiter Uwe Lottermoser, Bürgerpolizist Peter Palm und Innenminister Roland Wöller (v.l.n.r.).
Feierliche Eröffnung: Bürgermeister Thomas Kunack, Revierleiter Uwe Lottermoser, Bürgerpolizist Peter Palm und Innenminister Roland Wöller (v.l.n.r.). © Steffen Unger

Bad Schandaus Bürgerpolizist Peter Palm ist künftig leichter zu finden. Seine Diensträume befinden sich jetzt zentral in der Stadt - im Erdgeschoss des Bad Schandauer Rathauses. Feste Sprechzeiten gibt es zwar nicht, aber die Regel ist einfach: Sobald der blau-silberne Polizei-Pickup vor dem Rathaus parkt, ist das Büro besetzt. Ansonsten ist Polizeihauptmeister Palm draußen unterwegs.

Mit dem Umzug innerhalb der Kurstadt will die Polizei sichtbarer werden, vor allem auch für die Millionen von Touristen, die jährlich die Nationalparkregion Sächsische Schweiz besuchen. Bisher befand sich der Polizeiposten Bad Schandau versteckt in einer Nebenstraße, im ersten Obergeschoss eines Wohnhauses. Jetzt liegt er mittig zwischen der Bundesstraße B172 und dem Elbeparkplatz und ist damit für Gäste wie Einheimische besser erreichbar.

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Revier Sebnitz kein Kriminalitätsschwerpunkt

Es gehe vor allem darum das Vertrauen zu stärken, erklärt Uwe Lottermoser, der Leiter des Polizeireviers Sebnitz, zu dem der Standort in Bad Schandau gehört. Das Sicherheitsgefühl der Menschen sei in der Regel schlechter, als es die Kriminalitätsstatistik zeigt. Das ist auch in der Sächsischen Schweiz der Fall. "Wir haben keine Kriminalitätsschwerpunkte hier im Revier Sebnitz", sagt Lottermoser. Dennoch gebe es einen Ruf nach mehr Sicherheit.

Die Idee zum Umzug des Polizeipostens ins Bad Schandauer Rathaus hatte der Revierchef intern schon zu seinem Amtsantritt 2018 ins Spiel gebracht. Bei Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus) stieß er damit auf offene Ohren. Kunack sieht den Einzug der Polizei ins Rathaus vor allem als Rückkehr: Bis zum Elbe-Hochwasser 2002 befand sich die Polizeistation schon einmal im Rathaus, danach hatte die Stadt die Räumlichkeiten an eine Praxis vermietet.

Polizei und Ordnungsamt unter einem Dach

"Jetzt ist wieder alles unter einem Dach", sagt Kunack. Der Polizeiposten befindet sich auf einer Etage mit dem Bürgerbüro der Stadt und Tür an Tür mit dem Ordnungsamt. Das verspricht kurze Wege für die Behörden untereinander und auch für die Einwohner.

Bürgerpolizist Peter Palm in seinem neuen Büro im Rathaus von Bad Schandau.
Bürgerpolizist Peter Palm in seinem neuen Büro im Rathaus von Bad Schandau. © Steffen Unger

Bürgerpolizist Peter Palm ist eh am liebsten draußen unterwegs, wie er erklärt. Er verstehe sich als Polizist zum Anfassen, sagt er, als einen, den die Leute um Rat fragen können bei einem Problem oder einem Nachbarschaftsstreit. Genau dies ist auch die Aufgabe der Bürgerpolizisten. Sie sollen als Bindeglied fungieren zwischen den Einwohnern und der Polizei, Kontakte halten zu Einrichtungen und Gewerbetreibenden und sich um Prävention kümmern.

Palm betreut in dieser Funktion Bad Schandau, Hohnstein, Rathmannsdorf und den rechtselbischen Teil von Kurort Rathen. Insgesamt beschäftigt das Polizeirevier Sebnitz fünf Bürgerpolizisten, wobei eine Kollegin ausschließlich für die Prävention zuständig ist wie Besuche in Kindergärten oder die Fahrradausbildung für Grundschüler.

Nicht mehr Personal für das Revier Sebnitz

Eine Aufstockung des Personals ist mit dem Umzug des Polizeipostens allerdings nicht verbunden. Die 1.000 zusätzlichen Polizisten, die der Freistaat Sachsen angekündigt hat, werden derzeit schrittweise ausgebildet. Bis 2023 sollen sie auf der Straße sein, erklärte Innenminister Roland Wöller (CDU), der zur Einweihung im Bad Schandauer Rathaus vor Ort war. Von den 1.000 Kollegen landet etwa die Hälfte vor Ort in den Revieren. Die andere Hälfte der neuen Stellen entsteht bei der Bereitschaftspolizei, beim LKA oder speziellen Kräften für die Terrorabwehr.

Das Polizeirevier Sebnitz profitiert nicht davon. Das Revier umfasst den rechtselbischen Bereich von Sebnitz und Bad Schandau über Rathmannsdorf, Rathen, Hohnstein, Neustadt, Stolpen bis Dürrröhrsdorf-Dittersbach, eine Fläche von rund 400 Quadratkilometern mit etwa 40.000 Einwohnern.

Hier arbeiten aktuell 59 Polizistinnen und Polizisten. Es werden in Zukunft nicht mehr werden - aber auch niemals weniger, verspricht der Dresdner Polizeipräsident Jörg Kubiessa, der ebenfalls mit in Bad Schandau vor Ort war. Der Schwerpunkt im Sebnitzer Revier liege beim Thema Verkehr, erklärt Revierleiter Uwe Lottermoser. In Sachen Kriminalität gebe es eine enge Zusammenarbeit mit dem Revier Pirna, bei besonderen Lagen rücke die Bereitschaftspolizei zur Verstärkung an.

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