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"Reinhardtsdorf-Schöna wird digitaler"

Andreas Heine war gerade zum Bürgermeister gewählt, da kam Corona. In Reinhardtsdorf geht es dennoch weiter - zum Beispiel beim Breitbandausbau.

Andreas Heine ist seit Mitte 2020 Bürgermeister von Reinhardtsdorf-Schöna.
Andreas Heine ist seit Mitte 2020 Bürgermeister von Reinhardtsdorf-Schöna. © Steffen Unger

Herr Heine, nach der Wahl im März wurden Sie direkt zu Ihrem Amtsantritt als Bürgermeister mit der Corona-Pandemie konfrontiert. Wie ging es Ihnen damit?

Zu meinem Amtsantritt am 1. Juni hatte man die Corona-Pandemie bundesweit zunächst weitgehend wieder unter Kontrolle. Die Fallzahlen und Inzidenzen waren eher gering. Es gab nur wenige Einschränkungen für meine tägliche Arbeit. Eine stetige Aufgabe war es jedoch, die per Allgemeinverfügungen erlassenen Vorgaben, zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln, in allen öffentlichen Einrichtungen wie in der Mehrzweckhalle, auf dem Sportgelände der SG Traktor Reinhardtsdorf und in der Gemeindeverwaltung umzusetzen und sicherzustellen.

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Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Leider mussten wir natürlich einige Feste und Veranstaltungen absagen bzw. konnten diese nicht wie im gewohnten Rahmen stattfinden lassen. Ich denke da an die traditionelle Kirmes, die Prunksitzung zum Faschingsauftakt und den romantischen Weihnachtsmarkt. Die Interessengemeinschaft „Weihnachtsmarkt“ hat es sich aber nicht nehmen lassen, die Parkanlage der ehemaligen „Drei Fichten“ weihnachtlich herzurichten, um somit dennoch weihnachtliche Stimmung in unserer Gemeinde aufkommen zu lassen. Vielen Dank dafür!

Wie ist Reinhardtsdorf-Schöna bisher durch die Corona-Krise gekommen? Im Oktober war ja im Ortsteil Kleingießhübel ein Pflegeheim von mehreren Corona-Fällen betroffen.

Ansonsten ist die Gemeinde jedoch bisher ganz gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Es ist - bis zum heutigen Tag - noch kein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung an Covid-19 erkrankt. Auch die Kindertageseinrichtung „Wirbelwind“ konnte bis zuletzt die Betreuungsangebote und Öffnungszeiten aufrechterhalten. Natürlich sind auch weiter einige Fälle im Gemeindegebiet zu verzeichnen. Aktuell befinden sich die Fallzahlen jedoch auf einem niedrigen Niveau.

Fortschritte beim Breitbandausbau

Als ein wichtiges Projekt haben Sie zu ihrem Amtsantritt den Breitbandausbau genannt. Wie ist da der Stand?

Der Breitbandausbau in der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna erfolgt in zwei Stufen. Im ersten Schritt baut die Telekom selbst aus. Hier wird das Glasfaser bis zu den Verteilerkästen verlegt. Ab dort erfolgt der Anschluss der Haushalte weiterhin über Kupferkabel (VDSL). Die Arbeiten dazu sollten eigentlich im Dezember 2020 abgeschlossen sein. Bei den Bauarbeiten stellte sich aber ein kleines Problem heraus. Ein vorhandenes Leerrohr, welches für die Führung des Glasfaserkabels genutzt wird, war auf einem Teilstück im Bereich des Ortseingangs von Reinhardtsdorf mit Beton vollgelaufen und somit nicht mehr nutzbar. Daher wurde seitlich der Kreisstraße ein neues Leerrohr gezogen.

Die Telekom veranschlagt nun die technische Zuschaltung des Glasfaserkabels in den nächsten Tagen, um den Jahreswechsel herum. Davon werden insbesondere Einwohner profitieren, die in der Nähe der gemeindlichen Hauptstraße, also in der Nähe der Verteilerkästen, wohnen. Aber auch nach dem Eigenausbau der Telekom wird in einigen Haushalten eine Bandbreite von weniger als 30 MBit/s vorliegen. Diese Haushalte gelten dann als „unterversorgt“. Daher wird in einer zweiten Ausbaustufe Glasfaser bis an diese Haushalte herangeführt. Die betreffenden Eigentümer wurden diesbezüglich bereits kontaktiert. Die Ausschreibung zum Ausbau hat ebenfalls die Telekom gewonnen. Die detaillierten Planungen erfolgen im Jahr 2021. Die Bauarbeiten werden 2022 beginnen.

Neue Löschwasserzisterne wird gebaut

Wie steht es um das Feuerwehrgerätehaus? Konnten Sie da schon neue Fördermöglichkeiten finden, die einen Neubau möglich machen?

In einem ersten Schritt wollen wir als Gemeinde eine umfassende Bedarfs- und Risikoanalyse zum Thema Feuerwehr/Brandschutz durchführen. Die Fördermittel dazu wurden bereits genehmigt und die Eigenmittel bereitgestellt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse erfolgen weitere Planungen - auch zum Feuerwehrgerätehaus.

Offensichtlich sind dabei die vorhandenen Defizite bei der Löschwasserversorgung in unserem Gemeindegebiet. Die Druckverhältnisse im Trickwassernetz ermöglichen es leider nicht, Wasser in vollem Umfang zur Brandbekämpfung bereitzustellen. Daher freue ich mich ganz besonders, dass es uns kurz vor Weihnachten zusammen mit dem Landratsamt Pirna gelungen ist, Fördermittel für den Bau einer Zisterne zu gewinnen. Dieses Vorhaben ist nun im neuen Jahr umzusetzen.

Ein Ausblick auf das Jahr 2021: Was steht an in Reinhardtsdorf-Schöna? Was hat sich die Gemeinde vorgenommen?

Die Welt wird digitaler. Die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna ebenfalls, zumindest ein Stück weit die Verwaltung. Wir haben uns vorgenommen, zusammen mit der Stadt Bad Schandau ein digitales Dokumentenmanagementsystem einzuführen. Ich bin überzeugt, dass dies zukünftig die komplexen Arbeits- und Abstimmungsprozesse insbesondere im Zusammenspiel mit der Verwaltungsgemeinschaft optimieren wird.

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Auch die Gremienarbeit wird digitaler. Wir wollen ein Bürger- und Ratsinformationssystem einrichten, ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Schandau. Dies wird auch den Zugang der Bürger zu allgemeinen Informationen und zu den Ergebnissen der Gemeinderatssitzungen erleichtern. Weiterhin laufen Planungen zur Neugestaltung des touristischen Parkplatzes in Reinhardtsdorf. Ziel ist es, die Parkflächen zu organisieren und zu strukturieren und außerdem die Nutzung der Anlage als Veranstaltungsfläche, zum Beispiel für die Kirmes, zu ermöglichen.

Das Interview führte Dirk Schulze.

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