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Bäcker wollen gegen die Aufwärmer vorgehen

Kulturerbe und Massengut – Brot bleibt zwar beliebt, die Vielfalt der Hersteller nimmt aber ab.

Berlin. Dass die Bäcker nichts gegen den Verkauf von Semmeln an Tankstellen, in Schreibwarenläden oder anderen kleinen Geschäften ausrichten können, haben sie akzeptieren müssen. Dass diese Verkaufsstellen sich aber Bäckereien nennen, dagegen haben sie ernsthaft etwas. In besagten Geschäften werden Teiglinge von Brötchen oder Hörnchen allenfalls aufgewärmt, aber nicht gebacken. Der Verband prüfe derzeit juristische Schritte gegen diese „unschöne Entwicklung“, sagte Präsident des Bäckerverbandes Peter Becker. Man spreche darüber derzeit auch mit den Verbraucherzentralen. Die deutsche Handwerksordnung schütze den Bäckermeister als Beruf, nicht aber die Bäckerei als Verkaufsstelle für deren Erzeugnisse, erläuterte der Cheflobbyist. Das Bäckerhandwerk strebe eine Ergänzung an, damit sich künftig nur Bäckereien auch so nennen dürften.

Und deren Auswahl ist für Verbraucher immer kleiner geworden. Die Zahl der Bäckereibetriebe sank um rund 500 auf 13 717. Im Jahr 2000 gab es noch 19 800 Betriebe. Und die ganz großen Unternehmen machen etwa zwei Drittel des Geschäfts.

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„Dagegen kann man nichts machen“, sagt Becker. Es handele sich um einen Konzentrationsprozess, den es auch anderswo im Wirtschaftsleben gebe. Doch er räumt ein, dass die Bäckermeister momentan von mehreren Seiten in die Zange genommen werden. Supermarkt-Ketten erhitzen vorgebackenes Brot und verkaufen es als frische Backware. Mit Aldi-Süd führt der Verband deshalb einen Prozess.

Zugleich weiten die Bäckereien selbst ihr Geschäft aus – auf den Verkauf von Kaffee, Snacks und Mittagessen zum Mitnehmen oder Verzehr im Laden. Auch diverse Image-Aktionen sollen verhindern, dass das Brot als Lebensmittel weiter an Bedeutung verliert. Für den 5. Mai hat die Branche einen „Tag des deutschen Brotes“ ausgerufen. Und zweimal im Jahr erscheint künftig ein Lifestyle-Magazin „Brot“. Bei all den Bemühungen hoffen die Bäcker, dass die Rohstoffpreise nicht nach oben schnellen. Das hänge natürlich von der Ernte ab, habe aber auch eine politische Komponente, sagt Becker: „Die Ukraine ist ein starker Weizenlieferant“ Sofern es keine negativen Überraschungen gebe, rechnet er allenfalls mit „moderaten Preiserhöhungen“ bei einzelnen Backwaren. (dpa)