merken

Bäumchen im Osterzgebirge helfen auch dem Regenwald

Das Gymnasium Altenberg verbindet eine Partnerschaft mit einem Dorf in Madagaskar. Und die funktioniert ganz praktisch.

© Frank Baldauf

Von Mandy Schaks

Altenberg. Den weitesten Schulweg zum Altenberger Gymnasium haben derzeit sechs Mädchen und Jungen. Sie legten über 8 500 Kilometer zurück, um hier im Osterzgebirge die Schulbank zu drücken – und natürlich mehr von Land und Leuten und vor allem ihren Freunden zu erfahren. Seit acht Jahren verbindet das Glückauf-Gymnasium eine Partnerschaft mit dem Regenwaldgebiet Ost-Madagaskars, genauer gesagt mit Anjahambe. „Das ist ein armes Dorf“, sagt Außenstellenleiterin Benita Junghans, „kein Strom, kein fließend warmes Wasser.“ Daran wollen Schüler und Lehrer etwas ändern, die Welt ein kleines bisschen besser machen.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Angeschoben hatte den Austausch einst Jens Weber von der Grünen Liga Osterzgebirge, der sich auch im Dresdner Regenwaldverein Ranoala engagiert. In Madagaskar ist nicht mehr viel vom ursprünglichen Regenwald übrig geblieben. Ein Thema, das den Osterzgebirglern nicht fremd ist und vielleicht deshalb auch die Menschen über Tausende Kilometer näher zusammenbrachte. Denn auch hier gab es noch nicht vor allzu langer Zeit große Kahlflächen. Wiederaufforstung spielt daher in beiden Ländern eine große Rolle und ist ein Kernthema der Partnerschaft.

Am Altenberger Gymnasium existiert direkt eine Arbeitsgemeinschaft Madagaskar, Schüler sammelten bereits Gelder, um das Dorf Anjahambe zu unterstützen. So konnte zum Beispiel eine Solaranlage auf dem Dach der Partnerschule errichtet werden, die den Strom für Computer liefert und somit auch den Kontakt ins Osterzgebirge möglich macht. Altenberger Schüler besuchten bereits Madagaskar und haben dort bei Forstarbeiten im Regenwald geholfen. Nun sind sechs Schüler und zwei Betreuer aus Anjahambe zum Gegenbesuch. Doch ehe es so weit war, wurde es erst einmal kompliziert. Der Schulförderverein des Glückauf-Gymnasiums hatte viel, viel Arbeit, berichtet Jens Weber, damit sich die acht Madagassen auf die lange Reise machen konnten und bürokratische Hürden überwunden waren. „Umso größer die Freude, dass es nun doch geklappt hat.“ Gefördert wird die Begegnungsreise über das „Entwicklungspolitische Schüleraustauschprogramm“ des Bundesministeriums für Entwicklungszusammenarbeit. „Die madagassischen Gäste gehören zu den am meisten engagierten jungen Leuten bei den praktischen Waldprojekten, die sie in ihrem Heimatort größtenteils selbst mit organisieren und umsetzen“, weiß Weber. Aber auch die Madagaskar-AG am hiesigen Gymnasium habe schon rund um Altenberg viele Gehölze gepflanzt und sich an anderen wertvollen Naturschutzarbeiten beteiligt. So diene der Besuch nicht nur dem Kennenlernen, sondern auch dem Erfahrungsaustausch – ganz praktisch. Am Sonnabend wurden am Kahleberg gemeinsam 1 000 junge Ebereschen gepflanzt. „Vogelbeeren sind nicht nur das Charaktergewächs unserer Region, sondern auch ein ,gefundenes Fressen‘ für mehrere Dutzend heimische Vogelarten, so zum Beispiel die nahezu letzten Birkhühner Deutschlands, die hier zu Hause sind“, berichtet Weber. Auch diesmal haben wie schon bei der Aktion für die Solaranlage Schüler Briefe an Firmen der Region geschrieben und gebeten, für jeden gepflanzten Baum einen Euro zu spenden. Damit soll dann wieder Hilfe für den Regenwald und die Bewohner von Anjahambe organisiert werden.