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Geld und Recht

Bafin beschränkt den CFD-Handel 

Nahezu jeder Trader oder Anleger wird schon einmal mit CFDs in Verbindung gekommen sein. 

© Ger Altmann https://pixabay.com/de/users/geralt-93

Die Finanzderivate besitzen einen schlechten Ruf und werden häufig als Wettschein oder Spiel mit Glück bezeichnet. Besonders für Neulinge birgt der CFD-Handel große Gefahren, auch wenn immer mit hohen Gewinnversprechen geworben wird.

Aufgrund der hohen Hebel bietet der Handel mit Finanzderivaten große Gewinnchancen, dies kann man so gerne stehenlassen. Aber auch die Kehrseite sollte von Anlegern beachtet werden. Durch das Einsetzen eines hohen Hebels kann das eingezahlte Guthaben deutlich schneller dahinschmelzen, wenn die Anlage nicht nach oben geht.

Besonders bei Neulingen ist die Gier zu Beginn sehr hoch, sodass die Hebel sehr hoch angesetzt werden. Nicht selten kommt es durch einen Kursrückgang in Folge zu einem Totalverlust, den viele neue Anleger überhaupt nicht nachvollziehen können, weil sie sich zuvor keinerlei Informationen eingeholt haben.

Dabei gibt es zahlreiche Quellen im Netz, die den Handel mit Hebeln genauer erklären und sowohl die Risiken als auch die Gewinnchancen dabei in Betracht ziehen wie man dies beispielsweise bei „nextmarkets“ (nextmarkets.com) nachschlagen kann. Hier findet man zahlreiche Erklärungen zu Begriffen und den Handelsmöglichkeiten, sodass man bereits vorab einen ersten Einblick erhält und nicht Gefahr läuft, ohne Sinn und Verstand sein Guthaben zu vernichten.

Hebelmöglichkeiten jenseits der x100 sind untersagt

Beim CFD-Handel mit Hebeln konnten in den letzten Jahren sehr hohe Hebelmöglichkeiten angewendet werden. Durch die europäische Aufsichtsbehörde ist es jedoch inzwischen untersagt, einen Hebel jenseits des 100-fachen Wertes anzubieten.

Diese Beschränkung soll vor allem unerfahrene Trader schützen, die durch den Hebel ihr gespartes Guthaben schnell in den Sand setzen können. Und auch wenn die Stimmen der Gegner noch so laut sind, muss man der Aufsichtsbehörde in diesem Punkt recht geben. Etwa 74 bis 89% der Privatanleger verloren beim Trading mit CFDs ihr Geld.

Durch diese neue Regelung verliert der CFD-Handel für viele Großanleger natürlich einen gewissen Reiz. Auch der CFD-Verband kritisiert das Vorgehen und klagt an, dass immer mehr Privatanleger aus Europa sich nun einem internationalen Broker anschließen, um dort weiterhin auf hohe Hebel setzen zu können.

Inzwischen erhält die zypriotische Aufsichtsbehörde immer mehr Anklang von Anlegern, die gerne weiterhin hohe Hebel einsetzen möchte. Diese schlägt eine Sonderregelung vor die besagt, dass es eine Investorenklasse geben solle, die erfahrenen Anleger weiterhin hohe Hebel ermöglichen soll. Die jährliche Marktstudie zeigt, dass 37% der CFD-Kunden bereits seit mehr als drei Jahre mit den Differenzkontrakten handeln und somit über ausreichend Erfahrung besitzen, um die Risiken und Chancen genauer einschätzen zu können.

Der Handel mit Hebeln

Ein Hebel beim Trading hat einen Sinn, der es Anlegern ermöglicht, das eingesetzte Kapital zu vervielfachen, um ein größeres Volumen erschaffen zu können.

Anhand eines Beispiels lässt der Hebel ganz einfach erklären und man erkennt schnell, welche Risiken und Chancen sich mit diesem Feature bieten. Zahlt ein Anleger beispielsweise 1.000 Euro ein und verwendet einen Hebel der den Einsatz um das 30-fache erhöht, wird ein „künstliches“ Guthaben von 30.000 Euro eingesetzt. Steigt der Kurs nun um 1%, erhält der Anleger 300 Euro als Gewinn, wenn er rechtzeitig aussteigt. Mit dem eingezahlten Kapital von 1.000 Euro wäre der Gewinn nur bei 10 Euro, sodass sich die Frage, warum CFDs so beliebt sind, schnell beantworten lässt.

Aber auch die Kehrseite zeigt, wie schnell das eingesetzte Kapital verloren gehen kann. Kracht der Kurs beispielsweise um 3,5% nach unten, sind die eingesetzten 1.000 Euro futsch und der Trader müsste einen Totalverlust hinnehmen. Der Trade würde in einem solchen Falle sofort geschlossen werden, da das hinterlegte beziehungsweise eingesetzte Guthaben als Sicherheitsleistung eingesetzt wird.

Genau aus diesem Grund hat sich die europäische Aufsichtsbehörde gegen höhere Hebel ausgesprochen. Im Fokus soll dabei der Kundenschutz stehen.

Besonders häufig werden im Internet schnelle Gewinne versprochen

Anhand unseres Beispiels lässt sich schnell erkennen, wie viel Guthaben man in kurzer Zeit mit einem positiven Run aufbauen kann. Gerade im Internet werben Privatpersonen mit schnellen Erfolgen, sodass sich Neulinge darauf einlassen, obwohl keinerlei Vorkenntnis herrscht.

Zumeist wird die Chance auf einen hohen Gewinn deutlich über das Verlustrisiko gestellt, sodass eine Kurzschlussreaktion entsteht und man sich von den hohen Gewinnen locken lässt.

Eine gute Möglichkeit, in die Welt der Trader tiefer vordringen zu können, bietet ein Demokonto, welches bei den meisten Brokern kostenfrei zur Verfügung steht. Mit virtuellem Guthaben können Trader ihre Strategien entwerfen und sich einen Einblick auf die verschiedensten Handelsmethoden verschaffen. Besonders für Neulinge empfiehlt sich dieser Schritt, bevor es an den Echtgeld-Handel geht.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Ines Knaute.