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Baggerunfall ist noch nicht aufgeklärt

Die Landesdirektion Sachsen hat ihre Untersuchungen abgeschlossen. Die Polizei ermittelt nach wie vor.

© Dietmar Thomas/Archiv

Von Heike Heisig

Waldheim. Für den Baggerfahrer ist es der größte Schreck gewesen. Sein Fahrzeug geriet am Mittag des 18. Januar ins Trudeln und stürzte in die Zschopau. Der Mann konnte sich mit einem Sprung aus dem Führerhaus retten, ehe das 20 Tonnen schwere Gerät im eiskalten Fluss landete. Ob der Unfall Konsequenzen hat, ist noch unklar.

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„Die Ermittlungen zu dem Baggerunfall dauern noch an“, teilt Doreen Göhler, Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion Chemnitz, auf Anfrage mit. Aus diesem Grund könnten derzeit keine weiteren Auskünfte gegeben werden.

Noch am Unfalltag hatten parallel zur Polizei Mitarbeiter der Landesdirektion Chemnitz Ermittlungen aufgenommen. Sie haben zumindest den Unfallhergang rekonstruiert. Demnach war es so, dass der Fahrer des Baggers im Baustellenbereich der Kriebsteiner Straße entlangfuhr. Der Straßenbereich grenzt unmittelbar an die Zschopau. Die Straße wird deshalb durch eine Stützmauer getragen. „Bei der Fahrt des Radbaggers in Richtung Kriebstein, am Ende der Stützmauer, gab diese infolge der Gewichtsbelastung des fahrenden Baggers nach. Dadurch neigte sich der Bagger und stürzte etwa drei Meter tief in die Zschopau“, schildert Jana Klein von der Pressestelle der Landesdirektion. Ob wegen des Unfalls jemand zur Verantwortung gezogen wird, muss sie offen lassen. Das hängt vom Ermittlungsergebnis der Polizei ab.

Für die Waldheimer Feuerwehrleute war diese Hilfeleistung der bisher vierte Einsatz in diesem Jahr gewesen. Helfer aus Waldheim selbst sowie der Ortswehr Reinsdorf sind gleich nach dem Unfall ausgerückt. Der Tank des Baggers lief aus. Die Feuerwehrleute kletterten in Boote und legten eine Ölsperre aus, mit der sie verhinderten, dass sich die ausgelaufenen Betriebsstoffe im Fluss ausbreiten. Auch Stunden später, als der Bagger mit einem Kran aus dem Fluss gehievt wurde, waren einige Feuerwehrleute noch dabei.

Der Unfall hat den Baufortschritt nicht beeinflusst. Wie geplant konnte das Baufeld auf Blindgänger untersucht werden. Außerdem liefen planmäßig Bohrungen. Bis November 2017 lässt das Land Sachsen an der Kriebsteiner Straße Stützmauern sanieren und dann die Straße selbst in Ordnung bringen. Nur an zehn Wochenenden soll es in der gesamten Bauzeit eine Vollsperrung geben müssen.