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Bahn saniert letzte Brücke auf der Strecke nach Zittau

Eine Million Euro kostete das Vorhaben in Görlitz-Weinhübel. Bis Mitte April soll der Weg durch die Brücke zum See wieder intakt sein.

© Nikolai Schmidt

Von Ingo Kramer

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

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Görlitz. Pampe, so weit das Auge reicht. Dabei ist er für Menschen wie Christian Wiesner eine wichtige Fahrrad-Verbindung von Rauschwalde und Biesnitz nach Weinhübel und weiter zum Berzdorfer See: Der Feldweg, der gleich hinter dem Loenschen Park die Bahnstrecke Görlitz–Zittau quert. Umso erstaunter war der CDU-Stadtrat, als an eben jener alten Gewölbebrücke im Herbst plötzlich Bauarbeiten begannen und der Weg komplett gesperrt wurde. Ob die Arbeiten inzwischen abgeschlossen sind und der Weg bald wieder nutzbar ist, wollte er deshalb im Technischen Ausschuss wissen.

Ja, bestätigt nun Rüdiger Schwarz, Arbeitsgebietsleiter Konstruktiver Ingenieurbau bei der Deutschen Bahn: „Die Arbeiten an der Brücke sind abgeschlossen, die Wege unter der Brücke wieder geöffnet.“ Allerdings sind letztere völlig zerfahren. Deshalb gab es vor zehn Tagen ein Gespräch mit der Stadtverwaltung. Ergebnis: Von der Brücke Richtung Westen (Loenscher Park) bringt die Bahn auf einer Länge von 50 bis 80 Metern im März noch ein Kies-Sand-Gemisch auf, damit der Weg wieder besser nutzbar ist. In Richtung Osten (Weinhübel) aber sei die Bahn nicht für den Zustand der Wege verantwortlich. „Dort hatten wir gar keine Baustraße, sondern es sind private Pkw, die diesen Weg zerfahren haben“, sagt Schwarz. Deshalb müsse die Stadt dort tätig werden, nicht die Bahn.

Bauamtsleiter Torsten Tschage bestätigt das: „Bei dem Ortstermin haben die Vertreter der Bauleitung und des ausführenden Unternehmens glaubhaft versichert, dass nicht alle Schäden durch das Bauvorhaben verursacht wurden.“ Demnach werde die Stadt die Reparatur des östlichen Teilabschnittes beauftragen. Ziel sei es, die Wege bis 15. März und die angrenzenden Wiesen bis 15. April wiederherzustellen. Das sei aber auch vom Wetter abhängig. Schwarz bestätigt den März als Termin für sein Unternehmen – und nicht nur Wiesner freut sich darüber. „Den Weg nutzen nicht nur Radfahrer, sondern auch viele Spaziergänger“, hat der CDU-Stadtrat beobachtet.

Inklusive Planung, Vor- und Nachbereitung hat die Bahn nach Aussage von Schwarz etwa eine Million Euro in die alte Gewölbebrücke investiert. Sie stamme von 1875 – und das Gewölbe selbst sei noch immer in einem guten Zustand. Es sei sehr mächtig gebaut, so Schwarz: „Bei unseren Arbeiten im Herbst ging es eher darum, das Wasser von oben wegzubekommen.“ Außerdem war es wichtig, oberhalb des Gewölbes eine Platte einzubauen, mit der die Last auf dem Gewölbe gleichmäßig verteilt wird. Das sei ein übliches Verfahren.

All das ist während der sechswöchigen Bauzeit im Spätherbst passiert. Zuerst wurde das Gleis ausgebaut, danach das Erdreich oberhalb des Gewölbes abgebaggert. Anschließend haben Arbeiter die Anlage gesäubert, die durchgehende Betonplatte eingebracht, abgedichtet, mit einer Schutzschicht versehen und mit Erde abgedeckt. „Wir haben das alte Erdreich aufbereitet und zum Großteil wieder genutzt“, sagt Schwarz. Zuletzt seien der Damm in seiner ursprünglichen Form wieder hergerichtet und das Gleis verlegt worden. Die Arbeiten dauerten nach Auskunft von Schwarz fast bis Weihnachten. Jetzt aber ist die Brücke zuverlässig vor Nässe geschützt. „Für die nächsten 50 bis 60 Jahre hält das nun wieder“, sagt der Arbeitsgebietsleiter, der vor Jahren auch schon für die Sanierung der Bahnbrücke bei der Landskron Brauerei in Görlitz verantwortlich war.

Die Bahn prüfe ihre Bauwerke regelmäßig. Die jetzt sanierte Brücke sei nicht in einem katastrophalen Zustand gewesen: „Aber wir mussten etwas tun, um sie nicht dem Komplettverfall preiszugeben.“ Hätte die Bahn nichts unternommen, so wäre es in den nächsten zehn Jahren tatsächlich zum Komplettverfall gekommen, sagt er. Und: Eine Sanierung sei hier der beste Weg gewesen: „Ein Neubau wäre viel teurer geworden.“ Wenn jetzt noch die Wege wiederhergestellt sind, ist Schwarz mit den Brücken an der Bahnstrecke Zittau–Görlitz erst einmal fertig: „In den nächsten zwei bis drei Jahren sind hier jedenfalls keine weiteren Brückensanierungen geplant.“