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Bahnchef schließt höhere Ticketpreise wegen Stuttgart 21 aus

Im Gegensatz zu Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer schließt Bahnchef Rüdiger Grube eine Erhöhung der Bahnpreise wegen der Mehrkosten für Stuttgart 21 aus.

Stuttgart. Bahnchef Rüdiger Grube hat im Gegensatz zu Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine Erhöhung der Ticketpreise wegen der Mehrkosten für Stuttgart 21 ausgeschlossen. «Die Finanzierung von Stuttgart 21 hat nichts mit den Ticketpreisen für den Fernverkehr zu tun», sagte Grube dem Magazin «Der Spiegel».

Ramsauer hatte gewarnt, Tickets könnten teurer werden, falls sich das Land Baden-Württemberg nicht an den Mehrkosten für das Bahnhofsprojekt beteilige. Auch Grube will erreichen, dass sich Land und Stadt beteiligen.

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Wie das Bundesbauministerium am Sonntag mitteilte, hat Ramsauer eine Reformkommission für Großprojekte ins Leben gerufen. Sie solle im April erstmals tagen. Bürger zweifelten zunehmend an der Fähigkeit von Politik, Verwaltung und Wirtschaft, Großprojekte erfolgreich durchzuführen, hieß es in einer Mitteilung. Die Experten-Kommission solle volkswirtschaftlichen Schaden und Gefahren für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von der deutschen Bauindustrie abwenden. Es gelte, Lehren aus Fehlern bei aktuellen Großprojekten zu ziehen und Leitlinien für künftige Großprojekte aufzustellen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will weiter keine Mehrkosten übernehmen. „Der Landeshaushalt ist schlichtweg nicht dafür gemacht, Bahnprojekte zu finanzieren“, sagte der Grünen-Politiker dem „Spiegel“ im Streitgespräch mit Grube. Er sei zwar „daran interessiert, dass wir das Projekt so gut und so schnell wie möglich auf die Beine bekommen“. Da hätten er und der Bahnchef gleiche Interessen. Aber eine Nachschusspflicht des Landes gebe es nicht.

Grube warf Kretschmann vor, die Arbeit des Konzerns zu behindern. „Es kann nicht sein, dass diejenigen, die ständig den Stock in die Speichen stecken, sich später beschweren, dass alles teurer wird.“ Kretschmann und die Grünen dürften das Projekt nicht weiter politisch instrumentalisieren. „Sie sitzen nur auf der Zuschauerbank und sagen uns tagtäglich, was alles falsch läuft.“ (dpa)