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Bahnprojekte im Bundesverkehrswegeplan hochgestuft

Im sächsischen Bahnnetz gibt es an vielen Stellen Aufholbedarf. Jetzt sorgt eine Entscheidung des Bundesverkehrsministers für Freude.

© dpa

Berlin/Leipzig. Die Bahnstrecken Dresden-Prag und Leipzig-Chemnitz sind im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie mit gesicherter Finanzierung hochgestuft worden. Zudem sollen die Verbindungen von Dresden nach Görlitz und von Görlitz nach Cottbus von einem neuen Elektrifizierungs- programm profitieren, wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag mitteilte. In Sachsen wurde die Entscheidung aus Berlin begrüßt. Wichtige sächsische Bahnstrecken würden endlich aufgewertet, sagte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD).

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Hinter den Kulissen der Saftpressen

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Für die geplante Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag ist die Finanzierung des deutschen Teils - inklusive eines 26 Kilometer langen Tunnels im Erzgebirge - gesichert. Die Gesamtkosten werden mit gut 1,5 Milliarden Euro beziffert. Für die Menschen im Elbtal und Pendler auf den Autobahnen gebe es nun eine Perspektive auf Entlastung, teilte Dulig mit.

Auch die lange erhoffte Elektrifizierung der Verbindung Leipzig-Chemnitz kann nun in Angriff genommen werden. Damit könnte Sachsens drittgrößte Stadt Chemnitz auch wieder an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen werden. „Wir freuen uns über die Elektrifizierung der Strecke Leipzig-Chemnitz. Sachsen hat mit der Vorfinanzierung der Planung sein großes Interesse für dieses Projekt bewiesen“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Nicht in den „vordringlichen Bedarf“ wurde indes die Elektrifizierung der Strecken von Görlitz bis Cottbus und von Dresden bis zur polnischen Grenze bei Görlitz eingestuft. Allerdings teilte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit, dass beide Schienenwege von einem Elektrifizierungsprogramm des Bundes profitieren sollen. Auch das sei ein Erfolg, meinte Dulig. Beide Strecken müssten dringend elektrifiziert werden, um den bevorstehenden Strukturwandel in der Lausitz abzufedern.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn monierte dagegen, das sei eine nicht hinnehmbare Verzögerung. Das Elektrifizierungsprogramm existiere bisher nur auf dem Papier und die genaue Ausgestaltung sei offen. Der ländliche Raum in Sachsen dürfe nicht weiter von den Metropolregionen abgekoppelt werden.

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch die Kategorie „potenzieller Bedarf“. Jetzt steigen viele Vorhaben in den sogenannten vordringlichen Bedarf auf, weil eine „positive gesamtwirtschaftliche Bewertung“ vorliege. Der Verkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. (dpa)