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Bald baut hier die Bahn

Bei Treugeböhla und Raden sind deshalb die Bahnüberführungen gesperrt. Die Stadt nutzt den Bau für eigene Sonderwünsche. Das Schöne ist, es kostet nichts.

© Kristin Richter

Von Jörg Richter

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Großenhain/ Röderaue. Wenn die Deutsche Bahn in und um Großenhain etwas bauen will, springen meist auch Vorteile für die Stadt heraus. So auch bei zwei von insgesamt vier Eisenbahnüberführungen, die die DB Netz AG in diesem Jahr auf der ICE-Strecke nördlich von Großenhain komplett neu errichten will. Für die beiden Bahndammdurchlässe an der Straße Zur Waage in Treugeböhla und an der Alten Dorfstraße bei Kleinthiemig wünscht sich die Stadtverwaltung eine größere lichte Höhe.

Ab Dienstag geht unter der Brücke an der Alten Waage bei Treugeböhla hier nichts mehr. Zumindest nicht für den Straßenverkehr.
Ab Dienstag geht unter der Brücke an der Alten Waage bei Treugeböhla hier nichts mehr. Zumindest nicht für den Straßenverkehr. © Kristin Richter

Bei Ersterer sollen größere Lkw durchfahren können. Bislang ist die Eisenbahnüberführung laut Verkehrsschild lediglich für Fahrzeuge bis 3,60 Meter Höhe passierbar. In Zukunft soll die lichte Höhe mindestens 4,50 Meter betragen.

An der Eisenbahnüberführung an der Alten Straße bei Kleinthiemig haben die Bauplaner eine lichte Höhe von 3,58 Meter gemessen. Das Ziel ist hier eine lichte Höhe von mindestens 4,25 Meter. Also rund 80 Zentimeter mehr. Das dürfte vor allem für den landwirtschaftlichen Verkehr von Vorteil sein.

Weil die Stadt diese beiden Extrawünsche geäußert hat, muss sie sich normalerweise an den Gesamtbaukosten beteiligen. Diese liegen bei der Brücke an der Alten Dorfstraße bei Kleinthiemig bei rund 3,3 Millionen Euro und in Treugeböhla bei rund 2,5 Millionen Euro. Auf die Stadt Großenhain würden also rund zwei Millionen Euro und rund 1,4 Millionen Euro zukommen. Tun sie aber nicht. Einen Teil der insgesamt 3,4 Millionen Euro zahlt die DB Netz AG an die Stadt Großenhain als sogenannten Vorteilsausgleich.

Den anderen Teil, immerhin zusammen rund 1,6 Millionen Euro, erhält die Stadt vollständig als Fördermittel über das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). „Für uns ist das Ganze ein Nullsummenspiel“, sagt Großenhains Stadtsprecherin Diana Schulze. Entsprechend deutlich fiel die Zustimmung des Stadtrates auf seiner jüngsten Sitzung aus. Für die beiden anderen Eisenbahnüberführungen bei Raden und am Bornweg bei Kleinthiemig äußerte die Stadtverwaltung Großenhain keine zusätzlichen Wünsche, weswegen sie auch nicht bei den Kosten in die Pflicht genommen werden kann.

Momentan sind Mitarbeiter der Sächsischen Bau GmbH Dresden damit beschäftigt, die Baustelleneinrichtungen neben den vier Eisenbahnüberführungen vorzubereiten. Flächen werden geschottert, Baucontainer hingestellt sowie Bäume und Sträucher abgesägt, um Baufreiheit zu erhalten. Wann die Arbeiten mit dem teilweisen Abriss der Brücken beginnen, kann die Leipziger Pressestelle der Bahn nicht sagen. Mit Großenhain vereinbart ist, dass die Stadtverwaltung acht Wochen vorher darüber informiert wird. Zurzeit liegt keine diesbezügliche Meldung im Rathaus vor, wie Diana Schulze bestätigt.

Die neuen Eisenbahnüberführungen werden notwendig, weil sie für den weiteren Ausbau der ICE-Strecke verbreitert werden müssen. In Kleinthiemig sind es rund zwei Meter und in Treugeböhla sogar mehr als drei Meter. Ab Dienstag sind deshalb die Brücken bei Treugeböhla und Raden für den Straßenverkehr bis Mitte Dezember gesperrt. Eine Umleitung über Zabeltitz ist ausgeschildert.