merken

Dresden

Bald doch Unterricht für Flüchtlingskinder

Nachdem einige Asylbewerber monatelang nicht zur Schule gehen durften, kommt jetzt Bewegung in die Sache.

Blick auf die Erstaufnahmeeinrichtung auf der Hamburger Straße. © dpa

Alle Kinder, die in den Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht sind, sollen ab Juli Unterricht bekommen. Konkret spricht das sächsische Innenministerium von einem „schulähnlichen Angebot“. Monatelang wurde darüber diskutiert, da viele Mädchen und Jungen in den Lagern auf der Hamburger und Bremer Straße bisher über Monate hinweg nicht zur Schule gingen. Heftige Kritik an dem fehlenden Unterricht kam von Flüchtlingsinitiativen und auch von Jugendamtsleiter Claus Lippmann.

Das Modellprojekt, das in der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz erprobt wurde, sei inzwischen vom Innen- und Kultusministerium ausgewertet und für positiv befunden worden. Die Landesdirektion Sachsen wird für das Lernangebot die Verträge mit den Betreibern der Heime entsprechend anpassen. Die Flüchtlingskinder im Alter zwischen sechs und 18 Jahren in allen sächsischen Einrichtungen sollen künftig ab dem ersten Tag der Unterbringung ein Bildungsangebot bekommen. Es soll den Kindern einen strukturierten Tagesablauf und Lernkompetenz sowie die deutsche Sprache und Kultur vermitteln. Das Angebot soll je nach Alter und Vorwissen durch Pädagogen vor Ort unterrichtet werden.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Neue (Flöten-)Töne in der Frauenkirche

Dorothee Oberlinger zeigt mit Liebe und Leidenschaft, wie wandlungsfähig die unscheinbare Blockflöte ist. 

Auf die Frage, ob denn dieses Angebot den regulären Unterricht ersetzt und wann die Kinder an Schulen unterrichtet werden dürfen, schreibt das Innenministerium: „Darüber hinaus wird individuell die Ermöglichung des Besuchs einer Regelschule geprüft“, so Sprecherin Patricia Vernhold. Das gelte ebenfalls für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren, die voraussichtlich länger als sechs Monate in den Heimen untergebracht sind. Nach maximal sechs Monaten sei die große Mehrheit der Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt, wo dann der Besuch einer Regelschule beginne. Es gibt allerdings immer wieder Fälle, bei denen die Asylbewerber deutliche länger als ein halbes Jahr in den Unterkünften untergebracht sind.