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Bald eine Buckelpiste weniger

Die Heinrich-Zille-Straße ist fast fertig saniert. Auch am Rosa-Luxemburg-Platz soll sich bald etwas tun.

© Norbert Millauer

Von Nina Schirmer

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Radebeul. So langsam nimmt die Heinrich-Zille-Straße in Niederlößnitz wieder Gestalt an. Die Sanierung im Untergrund ist abgeschlossen. Gerade finden Arbeiten am Fahrbahnaufbau statt, sagt Radebeuls Straßenbauverantwortliche Marlies Wernicke. Die finale Asphaltdecke muss noch drauf. Nur im hinteren Baustellenabschnitt Richtung Krankenhaus ist die Straße noch nicht verschlossen.

In den letzten Monaten wurde die Strecke zwischen Hausnummer 20 und Rosa-Luxemburg-Platz grundhaft ausgebaut. Als Erstes rückten die Kanalbauer an und die maroden Wasserleitungen wurden ersetzt. Die günstige Gelegenheit – die Straße war einmal offen – nutzten auch andere. Die Telekom meldete Baubedarf an, die Stadtwerke arbeiteten an ihren Gasleitungen. Auch Stromleitungen und die öffentliche Beleuchtung wurden teilweise erneuert. Dabei mussten die Bauarbeiter des Öfteren erst einmal suchen, was sie reparieren wollten. Denn als die Medien vor Jahren verlegt wurden, gab es noch keine digitalen Aufzeichnungen. Die Leitungen wurden per Hand in die Karten eingetragen und die Zeichner waren manchmal nicht ganz exakt. „Die Leitungen liegen nicht immer da, wo sie in der Karte eingetragen sind“, sagt Wernicke.

Ansonsten gab es auf der Heinrich-Zille-Straße aber keine größeren Zwischenfälle, die den Bau verzögert hätten. Nicht wie auf der Winzerstraße weiter östlich, wo Arbeiter im letzten Jahr auf einen alten Brunnenschacht stießen, der erst noch verfüllt werden musste. Oder auf der Bertheltstraße in Naundorf, bei deren Bau verdeckte Sickerschächte in den Gehwegen freigelegt wurden.

Auf der Heinrich-Zille-Straße kann jetzt nicht mehr viel dazwischen kommen, sagt die Frau vom Bauamt. Abgesehen vom Winter. Bleibt aber baufreies Wetter ohne viel Schnee und Frost, soll bis Ende Februar alles fertig sein. Die Baufirma arbeite zügig, versichert Marlies Wernicke. In der Vergangenheit war bezüglich anderen Baustellen immer mal wieder Kritik aufgekommen, dass es dort nicht schnell genug vorangehe, etwa an der Kreuzung von Schilden- und Pestalozzistraße. Wernicke dazu: „Es ist keiner Firma daran gelegen, eine Baustelle unnötig in die Länge zu ziehen.“ Zu mal die Auftragsbücher der Bauunternehmen voll seien und sie sich durch Trödelei selbst schaden würden.

An der Heinrich-Zille-Straße werden vor allem die Anwohner drei Kreuze machen, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Die vielen Anlieger verlangten dem Bauamt eine komplexe Planung ab. Denn es sollten immer möglichst viele Zufahrten zu den Häusern offen sein. Erst recht, weil die umliegenden Straßen auch ohne den Bau meistens zugeparkt sind.

Die allermeisten Anwohner hätten aber Verständnis gezeigt, sagt Wernicke. Manche Hausbesitzer haben bei der Stadt jetzt jedoch angezeigt, dass durch den Bau Schäden an ihren Gebäuden entstanden seien. Das muss sich nun ein Gutachter genauer angucken und prüfen, ob zum Beispiel Risse in der Fassade wirklich erst in den Baumonaten aufgetreten sind oder vorher schon da waren. Um das zu klären, wurden vor Baubeginn alle Häuser begutachtet und fotografiert.

Die Straße wurde im Bestand saniert. Die alte Fahrbahnbreite von 5,50 und sechs Meter blieb bestehen. Das alte Kopfsteinpflaster, das vorher beim Drüberfahren für lautes Dröhnen sorgte, ist rausgenommen. Die Gehwege sind jetzt mit gelben Betonpflaster gedeckt – das gleiche, das auch schon im Bereich vor dem Krankenhaus liegt. In die komplette Sanierung, inklusive Kanalerneuerung, sind rund 1,2 Millionen Euro geflossen.

Wenn der eine Bau abgeschlossen ist, steht der nächste in der Nähe an. Der Rosa-Luxemburg-Platz soll hergerichtet werden. Die Stadt möchte die Aufenthaltsqualität verbessern. Geplant sind beispielsweise neue Bänke. Auch der Gedenkstein, der an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert, soll aufgewertet und besser in den Platz integriert werden. Schon im Frühjahr 2017 wurden 16 Bäume auf dem Platz gefällt, dann ruhte die Sanierung lange. Das Stadtgrünamt teilt nun aber mit, dass die Arbeiten bereits ausgeschrieben wurden und demnächst an Firmen vergeben werden soll. Im März, spätestens April, werde die Umgestaltung dann beginnen.