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Bangen um alten Sportplatz

Wird aus einer Wiese in Kleinnaundorf eine neue Wohnsiedlung? Eine öffentliche Sitzung soll Klarheit bringen.

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© Egbert Kamprath

Von Tobias Winzer

Freital. Idyllischer geht es kaum. Umgeben von hohen Bäumen, fernab vom Lärm der Stadt haben sich an diesem Abend ein paar Kleinnaundorfer zum Kicken getroffen. Das Gras auf dem alten Sportplatz am Meßweg steht zwar ziemlich hoch. „Aber damit haben wir uns arrangiert“, sagt Steffen Üregi, einer der Freizeitsportler. Üregi sitzt im Freitaler Stadtrat für die CDU und hat um ein Treffen gebeten. Der Grund: Im Ortsteil bangt man um die Zukunft der Wiese. Bei der Sitzung des Ortschaftsrates am 14. August, ab 19 Uhr, soll endlich Klarheit in die Angelegenheit gebracht werden. „Mir geht es darum, dass möglichst viele Menschen dorthin kommen, um sich über die Pläne zu informieren und ihre Meinung zu sagen“, so Üregi. Weil mit Andrang gerechnet wird, wurde die Sitzung von der Schule, wo sich die Ortschaftsräte normalerweise treffen, in die Turnhalle verlegt.

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Worum geht es? Bereits seit ein paar Jahren sind Pläne bekannt, wonach das Oberbergamt die Fläche sanieren will. In der Nähe befanden sich im 19. Jahrhundert der Reibold-Schacht zum Kohleabbau und eine Halde für das nicht brauchbare Material aus der Erde. Dieses belastete Material wiederum wurde für den Bau des Sportplatzes verwendet. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten Ende 2018 oder Anfang 2019 beginnen, wie das Oberbergamt mitteilt. Für Unruhe sorgen jedoch die Pläne der Stadt nach der Sanierung. Wie Üregi mit einer Anfrage beim Rathaus erfahren hat, sei anschließend eine „Entwicklungsfläche Wohnungsbau“ denkbar. Aus dem Sportplatz könnte also früher oder später eine Eigenheimsiedlung werden.

„Mir persönlich geht es nicht darum, gegen irgendetwas Stimmung zu machen“, betont Üregi. Er wolle vor allem größtmögliche Öffentlichkeit herstellen. In Kleinnaundorf formiert sich jedoch Widerstand gegen die Pläne. Der Sportplatz wurde in den 20er-Jahren erreichtet und lange Zeit für Fußballspiele genutzt. Es gab sogar eine kleine Tribüne und Umkleidekabinen. Seit 1989 sind hier Fußballer der SG Kleinnaundorf aktiv. Die Wiese wird aber auch anderweitig genutzt: zum Beispiel von Bogenschützen oder von Kleinnaundorfern, die eine Drohne oder ein Modellflugzeug steigen lassen wollen und einfach etwas Platz brauchen. „Der Ortschaftsrat will den Sportplatz als Erholungsfläche erhalten und nicht bebauen lassen“, sagt Üregi. Auch die Kleinnaundorfer Bürger hätten sich bereits gegen eine Bebauung ausgesprochen.

In der Ortschaft kursieren Gerüchte, dass ein neues Kleinspielfeld, das direkt an der Kleinnaundorfer Turnhalle entstehen soll, als Ausgleich für den alten Sportplatz gilt. Das Vorhaben steht im aktuellen Haushaltsplan, soll etwas mehr als 200 000 Euro kosten und voraussichtlich im kommenden Jahr verwirklicht werden. Das Projekt werde jedoch in Kleinnaundorf nicht als möglicher Ersatz für den alten Sportplatz angesehen, so Üregi.

Zunächst einmal ist der Stadtrat aber froh, dass die Stadt nun erstmals öffentlich zu dem Thema Stellung nehmen will. Neben dem Finanzbürgermeister Peter Pfitzenreiter (CDU) wird auch der Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos) anwesend sein. Außerdem sprechen Experten des Oberbergamtes und des Landesamtes für Umwelt in der Sitzung.

Die Sitzung des Kleinnaundorfer Ortschaftsrates beginnt am 14. August um 19 Uhr in der Turnhalle an der Steigerstraße 8a. Die Sitzung ist öffentlich.