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Bangen um Opel-Motorenfertigung

Kurt Beck, Premier von Rheinland-Pfalz zweifelt zunehmend an Fiats Offerte.

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Mainz/Kaiserslautern. Kaiserslautern bangt mehr denn je: Droht der Opel-Motorenfertigung mit 1100 Beschäftigten die Schließung? Nach einem Gespräch mit Fiat-Boss Sergio Marchionne plagen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) „größte Sorgen“. Er habe nach der Unterredung am Freitag hinter verschlossenen Türen in Mainz „mehr Zweifel als vorher“, sagte der Landesvater. Fiat will beim angeschlagenen Autobauer Opel einsteigen - und wohl vieles verändern.

So ist es laut Beck Teil des Fiat-Konzepts, die Motorenproduktion aus Effizienzgründen an einem Standort zu konzentrieren. „Das würde heißen: Aus für den Powertrain“, betonte er. Neben der Motorenfertigung (Powertrain) am Kaiserslauterer Opel-Standort mit 1100 Beschäftigten gibt es dort noch ein Komponentenwerk mit 2300 Mitarbeitern.

„Die Landesregierung hat erheblichste Sorgen um ein Konzept, das für Opel keine eigene Motorproduktion in Deutschland beinhaltet“, sagt Beck. Zwar sei die Notwendigkeit einer Marktbereinigung unbestritten. „Sie kann aber nicht so aussehen, dass sie für keinen Teil des Opel-Standorts Kaiserslautern ausreichende Sicherheit ergibt.“ Man könne nicht einem Weg folgen, „der für Kaiserslautern und die anderen (Opel-)Standorte so große Unwägbarkeiten beinhaltet.“ Bislang hat Fiat nach Darstellung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) keine Einsicht in die von Opel bereitgestellten Daten genommen. Fiat habe aber zugesagt, das bald zu tun, sagte Koch nach einem Gespräch mit Marchionne.

Die Landesregierung werde „andere Konzepte in gleicher Weise prüfen“, betonte Beck. Rheinland-Pfalz wolle eine einvernehmliche Lösung mit dem Bund und den anderen Opel-Ländern Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Als Interessenten an Opel gelten auch der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und Finanzinvestoren. Koch empfahl Fiat laut Staatskanzlei, sich sich wie andere Interessenten am offiziellen Bieterverfahren zu beteiligen. „Aus unserer Sicht sind die Kriterien für die Entscheidung die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, die Erhaltung möglichst vieler Arbeitsplätze und eine möglichst geringe Belastung der öffentlichen Kassen.“

Fiat-Chef Marchionne war wie kürzlich bei einem Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Maserati zum Treffen mit Beck in Mainz gebraust. Erneut leger im schwarzen Pulli und ohne Krawatte gekleidet, begnügte er sich mit einem kurzen Statement: Zur Zukunft des Opel-Standorts Kaiserslautern gebe es „noch viel zu verhandeln“. Es sei alles im Fluss. (dpa)