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Bank zurück aus dem Container

Die Meißner Volksbank hat ihre Filiale komplett umgebaut. Das Provisorium auf dem Markt ist verschwunden. Die Handwerker noch nicht.

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© Arvid Müller

Von Sven Görner

Radeburg. Die ältere Dame steht unschlüssig vor der gläsernen Eingangstür. Dahinter steigt gerade ein Mann eine Leiter hinauf, um sich kurz darauf an der Deckenbeleuchtung zu schaffen zu machen. Er ist am Donnerstagvormittag nicht der einzige Handwerker, der in der Radeburger Filiale der Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhain arbeitet. Und das bei laufendem Bankbetrieb.

Denn obwohl die feierliche Wiedereröffnung eigentlich erst am Sonnabend stattfindet, sind die Mitarbeiter schon seit einer Woche zurück in den umgebauten Räumen. Der Container, der seit Mitte Juli als Interimsfiliale gleich gegenüber auf dem Markt stand, musste wieder abgebaut werden. Schließlich findet dort am Wochenende der Heinrich-Zille-Weihnachtsmarkt statt. Und vorher müssen ja noch die Hütten, die Zille-Figuren und die Dekoration aufgebaut werden.

Ursprünglich hatte Vorstandsmitglied Claus-Michael Zwiebel Ende Oktober als Ziel für den Abschluss der Arbeiten genannt. Um den Container rechtzeitig zum Start der Karnevalsaison vom Markt verschwinden zu lassen. Dieser Plan war dann aber offenbar doch etwas zu sportlich.

Schließlich wurde das gesamte Erdgeschoss des der Bank gehörenden Hauses umgebaut. So wurden die Nachtspeicheröfen rausgenommen, Fußböden aufgerissen und neue Durchbrüche geschaffen. Das alles wäre bei laufendem Betrieb nicht möglich gewesen. „Bisher hatten wir in Radeburg eine Zweiteilung unserer Filiale“, sagt Claus-Michael Zwiebel. Dazwischen lag der Hauseingang. Ursprünglich hatte die Volksbank nur die linken Räume genutzt, die rechts vom Eingang waren erst später hinzugekommen.

Die braune Holzeingangstür ist mit dem Umbau verschwunden. Dort ist nun die Glastür, welche die Dame nach einigem Zögern geöffnet hat. Jetzt steht sie in einem Art Arkadengang, der neu entstanden ist. Die Rundbögen der mittleren Fassadenfenster wurden hier als gestaltendes Element aufgenommen. Von diesem Gang gelangen die Kunden in die neuen Filialräume. Der Zugang für die Mieter der Wohnungen darüber befindet sich im hinteren Teil.

Sofort ins Auge sticht das großformatige hinterleuchtete Glasbild mit den lustigen Faschingsleuten und dem RCC-Wappen. Es ist nicht das einzige lokale Fotomotiv, das die Räume der modernisierten Filiale schmückt. Unter dem närrischen Motiv steht eine Sitzgarnitur, auf der es sich die Kunden bequem machen können, die auf einen Beratungstermin warten. Im lichtdurchfluteten Servicebereich stehen den Kunden zukünftig ein Geldautomat mit Ein- und Auszahl-Funktion und ein Kontoauszugsdrucker zur Verfügung.

Investiert hat die Genossenschaftsbank in das Projekt eine gute halbe Million Euro. „Radeburg ist für uns ein wichtiges Geschäftsgebiet, in dem wir eine sehr positive Entwicklung verzeichnen“, sagt Claus-Michael Zwiebel. Davon wolle man etwas an die Kunden zurückgeben. „Wir haben hier einen großen Kundenstamm und wollen dauerhaft vor Ort sein.“

Bei der Vergabe der Handwerkerarbeiten ist die Volksbank dem genossenschaftlichen Gedanken treu geblieben: So wurden die Aufträge größtenteils an regionale Betriebe vergeben.

Die feierliche Eröffnung findet am Sonnabend von 13 bis 15 Uhr statt. Interessierte Radeburger sind zur Besichtigung eingeladen.