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Banken stellen sich auf Streik von Geldlieferanten ein

Verdi hatte am Mittwoch zum Ausstand aufgerufen – die Geldautomaten im Landkreis waren trotzdem gut gefüllt.

Hier versammeln sich Geldtransport-Fahrer zu einem Warnstreik in Leipzig.
Hier versammeln sich Geldtransport-Fahrer zu einem Warnstreik in Leipzig. © dpa

Riesa/Landkreis. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten der Geld- und Wert-Branche am Mittwoch zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. An der zentralen Streikkundgebung für Mitteldeutschland in Leipzig beteiligten sich etwa 120 Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter für Geldtransporte, schätzt Verdi-Fachbereichsleiterin Christel Tempel: „Für den ersten Stepp sind wir damit ganz zufrieden. Die Stimmung war gut.“

Bestreikt wurden in Sachsen unter anderem die Geld- und Wertdienste Prosegur und DWSI, weshalb die Geldversorgung teils stark beeinträchtigt gewesen sei: Der Handel sei unter anderem nicht mit Kleingeld beliefert wurden, Geldautomaten blieben unbestückt. Im Landkreis Meißen hielten sich die Auswirkungen nach SZ-Informationen in Grenzen.

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Banken haben eigene Strategien

„Wir befürchten keine Engpässe“, sagte Thomas Jentzsch, Verhinderungsvertreter des Vorstandes der Sparkasse Meißen, „wir disponieren die Touren entsprechend.“ Durch den Streik habe am Mittwoch vielleicht nicht mehr jede Tour bedient werden können. Aber die Sparkasse könne das so steuern, dass dennoch alle Geldautomaten funktionstüchtig sind. Zudem sei das Angebot für bargeldloses Bezahlen mittlerweile groß und viele Kunden nicht unbedingt auf Bargeld angewiesen.

Auch bei der Volksbank Riesa reagierte man gelassen. „Wir brauchen die Geldtransporte relativ selten“, sagte die Leiterin des Vertriebsmanagements Kerstin Harsch. Stattdessen setze das Unternehmen auf einen eigenen Bargeld-Kreislauf. Das von Kunden eingezahlte Bargeld werde von geschulten Mitarbeitern geprüft und anschließend wieder in Umlauf gebracht. Eine Einschränkung an den Geldautomaten habe es deshalb durch den Streik nicht gegeben.

Die Tarifverhandlungen der Geld- und Wert-Branche werden am 3. Januar in Hessen fortgesetzt. Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro pro Jahr beziehungsweise eine Gehaltserhöhung um 250 Euro pro Monat sowie die Angleichung der Gehälter zwischen Ost und West. Die Monatsgehälter liegen derzeit im Osten bei 1 800 bis 2 400 Euro und im Westen bei 2 200 bis 2 900 Euro brutto. Gibt es in dieser Streitfrage keine Einigung, will Verdi weiter streiken.