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Banksy-Werk bringt Millionen

Der Brite ist für Werke mit gesellschaftskritischen Themen bekannt. Mit den Einnahmen aus einer Auktion will er nun Gutes im Westjordanland tun.

Eines der drei Gemälde aus dem Triptychon  "Mediterranean Sea View 2017" von Banksy.
Eines der drei Gemälde aus dem Triptychon "Mediterranean Sea View 2017" von Banksy. © Aaron Chown/PA Wire/dpa

Von Silvia Kusidlo und Sebastian Engel

London/Tel Aviv. Mahnende Erinnerung an zahlreiche Todesopfer: Der geheimnisumwitterte Künstler Banksy hat ein Werk zur Flüchtlingskrise für einen guten Zweck versteigern lassen. Die hohen Einnahmen gehen an ein palästinensisches Krankenhaus. Das Werk "Mediterranean Sea View 2017" brachte auf einer Sotheby's-Auktion in London am Dienstagabend mehr als 2,2 Millionen Pfund (über 2,4 Millionen Euro) ein - viel mehr als erwartet. 

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Zuvor hatten Experten den Wert auf maximal 1,2 Millionen Pfund geschätzt. Das Kunstwerk besteht aus drei Ölgemälden: Zu sehen ist auf dem Triptychon eine Mittelmeer-Küste mit angespülten Rettungswesten.

Das Geld geht an eine Klinik im Westjordanland. Aufgebaut werden soll damit ein Zentrum für akute Schlaganfälle. Zudem sollen davon Hilfsmittel für die Rehabilitation von Kindern beschafft werden. Der Betreiber der Klinik wollte am Mittwoch keine Details dazu nennen. In Bethlehem steht auch das von Banksy mitgestaltete "The Walled Off Hotel", in dem das Kunstwerk bislang hing. Das Hotel liegt direkt an der hohen Mauer, die Israel und das Westjordanland trennt.

Banksy erzielt mit seinen Werken enorme Preise. Das größte bekannte Gemälde von ihm, das das britische Unterhaus voll besetzt mit Schimpansen zeigt, war bei Sotheby's im vergangenen Herbst sogar für fast zehn Millionen Pfund versteigert worden. Das monumentale Werk ist mehr als vier Meter lang und zweieinhalb Meter hoch.

Banksys Identität gibt nach wie vor Rätsel auf. Bekannt ist, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven, die oft überraschend auftauchen. Er thematisierte zum Beispiel auch Obdachlosigkeit, Konsumverhalten und die Corona-Krise

Zuletzt hatte der Streetart-Künstler in einer Londoner U-Bahn mit Ratten-Bildern für das Tragen von Masken während der Pandemie geworben. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigen Video soll Banksy sogar selbst zu sehen sein - mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Gummi-Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. In der U-Bahn der Hauptstadt sind die Bilder, die auch einen Millionenwert gehabt haben sollen, nicht mehr zu sehen. Sie waren von Reinigungskräften weggewischt worden.

Im Mai hatte sich Banksy mit einem großen Gemälde in einer Klinik im südenglischen Southampton bei den Helden der Corona-Krise bedankt. Das Bild zeigt einen Jungen, der eine Krankenschwester-Puppe in seiner Hand durch die Luft schweben lässt. Der Künstler hinterließ außer seinem Bild auch einen Zettel, auf dem stand: "Danke für alles, was Sie tun. Ich hoffe, dies erhellt den Ort ein wenig."

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Besonders großes Aufsehen erregte er 2018 mit einer Aktion bei Sotheby's. Das Bild "Girl with a Balloon" war für knapp 1,2 Millionen Euro versteigert worden. Kurz nachdem der Hammer fiel, lief es zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im Rahmen verborgenen Schredder - übrig blieb der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter. Banksy stellte die Aktion auf Instagram als Kritik am Kunstmarkt dar. Die Käuferin nahm das geschredderte Bild an. (dpa)

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