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Schwibbogen am Bannewitzer Bürgerhaus

Ab Freitag leuchtet das Wahrzeichen aus dem Erzgebirge. Das Fest zum Anzünden soll zugleich Ausgleich für eine Absage sein.

Von Gabriele Fleischer
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Am 25. November wird das neue Schmuckstück vor dem Bürgerhaus in Bannewitz angezündet.
Am 25. November wird das neue Schmuckstück vor dem Bürgerhaus in Bannewitz angezündet. © Daniel Schäfer

Nun hat Bannewitz auch seinen Schwibbogen. Rechtzeitig vor dem ersten Advent ist der vor dem Bürgerhaus aufgestellt worden und wird am 25. November angezündet. Er ist zwei Meter breit, 1,50 Meter hoch, aus schwarz beschichtetem Edelstahl und mit neun energiesparenden LED-Kerzen bestückt. Zu sehen ist darauf neben dem Bannewitzer Wappen das sogenannte Schwarzenberger Motiv, das heißt Schnitzer, Klöppelfrau und Bergleute.

Damit auch die Konturen der Figuren im Dunklen sichtbar sind, haben die Mitarbeiter der herstellenden Firma LaTeBi GmbH Lasertechnologie Bindemann in Großrückerswalde im Erzgebirge vor und hinter das Motiv gefräste Acrylplatten befestigt. "So wird das Licht gebrochen und lässt die Konturen erkennen", erklärt Betriebsleiter Swen Martin.

Die Kosten trägt der Ortschaftsrat

Eigentlich ist die Firma mit ihren 99 Mitarbeitern in der Industriefertigung von Blechteilen vor allem für Verpackungsfirmen zu Hause. "Schwibbögen gehören aber seit zehn Jahren zu unseren Nebenprodukten. Davon stellen wir in Manufakturarbeit zehn im Jahr her. 2022 waren es aufgrund der großen Nachfrage 15", sagt der Betriebsleiter.

Er vermutet, dass das gestiegene Interesse mit dem Besuch von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) im Sommer zusammenhängt. Die mediale Resonanz sei groß gewesen, so Martin.

Tatsächlich war auch der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersig (parteilos) aufmerksam geworden, als er einen Beitrag darüber gelesen hatte und die im Rathaus geborene Schwibbogen-Idee vor dem Bürgerhaus umsetzen wollte. Die Kosten von 4.000 Euro trägt der Ortschaftsrat.

Gefertigt nach dem Brauch der Bergleute

Heiko Wersig freut sich über den im Erzgebirge gefertigten Schwibbogen, der nun zu einem weihnachtlichen Wahrzeichen von Bannewitz wird.

Dass der Schwibbogen neun, nicht acht oder zehn Lichter hat, sei ein Brauch aus dem Bergbau, sagt Betriebsleiter Martin. Alle geraden Zahlen und natürlich die 13 seien mit Unglück verbunden und waren bei der Einfahrt ins Bergwerk verbannt. So hätte auch die Grubenbahn immer nur eine ungerade Anzahl an Hunten, wie man die Wagen dieser Bahn nennt.

Am Freitag werden die Lichter angezündet

Wer das neue Weihnachtsschmuckstück der Bannewitzer erstmals leuchten sehen will, den lädt der Ortschaftsrat am 25. November vors Bürgerhaus ein. Gegen 17 Uhr gehen die Lichter dort an, umrahmt von Bläserklängen aus der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz.

Das kleine Fest soll auch ein Ersatz sein für den Weihnachtsmarkt, der nach Jahren der Pause wieder im Hof von Schloss Nöthnitz geplant war. Dafür fehlt der organisierenden Musikschule derzeit aber die Kraft.

Zum einen müsse sich die Einrichtung nach der Pandemie wirtschaftlich stabilisieren. Außerdem gebe es nicht genügend Mitstreiter, die die Organisation hätten stemmen können, hatte Professor Hartmut Zabel, Vorstandsvorsitzende des Musikschulträgervereins, schon vor einigen Wochen schweren Herzens verkündet.