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Bannewitz: Bau von Western-Restaurant noch 2021?

An der B170 in Bannewitz entsteht neben einem Erlebnisrestaurant auch ein Motel - alles in amerikanischem Stil. Die Planungen sind einen Schritt weiter.

Noch liegt die Fläche an der B 170 in Bannewitz brach, aber zum Jahresende könnte hier schon gebaut werden. Motel und Erlebnisgastronomie sollen entstehen.
Noch liegt die Fläche an der B 170 in Bannewitz brach, aber zum Jahresende könnte hier schon gebaut werden. Motel und Erlebnisgastronomie sollen entstehen. © Karl-Ludwig Oberthür

Bannewitz. Noch ist die Fläche unterhalb der Einkaufsmärkte von Real und Obi an der B 170 in Bannewitz Richtung Dresden verwaist. Büsche und Bäume umschließen ein etwa 1,2 Hektar großes Gelände - in bester Lage am Rande von Dresden und verkehrsgünstig gelegen.

Bis Ende nächsten Jahres soll auf dem Grünland Leben einziehen. Der Investor, das Unternehmen Timberjacks, plant dort Motel, Chalets und Gastronomie mit 200 Innen- sowie knapp 500 Außenplätzen nach amerikanischem Vorbild. Die gute Nachricht: Dort sollen 100 Arbeitsplätze geschaffen und künftig auch Steuern an die Gemeinde gezahlt werden.

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Bis aber schweres Gerät anrückt, muss weiter am Bebauungsplan gearbeitet werden. Nach der ersten Projektvorstellung bei einer Einwohnerversammlung am 16. Juni sind weitere Hinweise von Behörden, Verbänden und Nachbargemeinden eingegangen. Der Gemeinderat hat in seiner Juli-Sitzung der überarbeiteten Entwurfsplanung zugestimmt.

Für Grün und Schallschutz wird gesorgt

Mit dem Beschluss sind danach auch keine weiteren Einwände zur Vorentwurfsplanung mehr möglich. Eingegangen seien 13 Stellungnahmen von 30 angeschriebenen Behörden und vier Nachbargemeinden, sagt Thomas Gläßer vom Dresdner Planungsbüro Iproconsult, das den Prozess im Auftrag des Investors betreut.

Größere Widerstände würde es danach nicht geben. Entsprechende Hinweise habe er aber eingearbeitet, so der Planer. So sei darauf zu achten, dass Grenzen genau angepasst, Bedingungen für Medienanschlüsse geschaffen, Schallschutzmaßnahmen wegen der benachbarten stark befahrenen Bundesstraße umgesetzt sowie Begrünungen und Baumpflanzungen entlang der B170 und auf der Fläche abgestimmt werden müssten.

Dabei würden auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt und es sei an Ausgleichspflanzungen gedacht, beantwortete der Planer Fragen in der Ratssitzung. Gepflanzt werden sollen Bäume, Büsche und Hecken auf dem Gelände und im Bereich der entstehenden 100 Parkplätze.

Zusätzlich muss für den baulichen Eingriff in die Natur eine bepflanzte Ausgleichsfläche im Gemeindegebiet geschaffen werden. "Nach Standort und geeigneten Maßnahmen wird noch gesucht", sagt der Planer. Timberjacks betreibt bereits drei Motels bzw. Gaststätten in Kassel, Göttingen und Siegen. Weitere wie Köln-West und Marl werden bereits gebaut oder sind wie Bannewitz oder Düren in Vorbereitung.

Wismut-Geschichte am Bebauungsort

Bedenken wegen des einstigen Bergbaugebietes an dieser Stelle gebe es nicht, so der Iproconsult-Vertreter Gläßer. Allerdings müsse der Bereich des Wetterschachtes für Kontrollen zugänglich sein. Der Schacht, der laut Sächsischem Oberbergamt ab 1970 bis in eine Tiefe von 434 Metern angelegt wurde und seit Juli 1997 dauerhaft gesichert ist, darf nicht überbaut werden. Er muss für Beprobung sowie gegebenenfalls eine Nachverfüllung durch die Wismut GmbH zugänglich sein.

"Das wurde auch so im Bebauungsplan geregelt", sagt Gläßer. Derzeit sei der Wetterschacht in die Gestaltung der Freianlagen integriert. "Im betreffenden Gebiet sind nach unserem gegenwärtigen Kenntnisstand keine Auswirkungen durch die ehemalige bergmännische Tätigkeit der SDAG Wismut zu erwarten", heißt es in der Stellungnahme der Wismut GmbH. Der Wismut-Bergbaubetrieb "Willi Agatz" hatte an dieser Stelle zwischen 1968 und 1989 uranhaltige Steinkohle abgebaut.

Ein in der Nähe des Schachtes geplanter Spielplatz müsse aufgrund des Bergbaugeländes in Abstimmung mit der Wismut allerdings ausreichend gesichert werden, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Bergbau begann hier schon früher

Der Bereich, auf dem künftig Touristen und Einheimische nach einem Grillfest vor Motel und Gaststätte Steaks und anderes Kulinarisches genießen können, hat aber eine viel längere Bergbauvergangenheit. Hier wurde nach Informationen des Sächsischen Oberbergamtes in Freiberg schon früher Stein- und Erzkohle abgebaut. "Und zwar vom Hänichener Steinkohlen-Verein in den Jahren von 1847 bis 1906 in einer Teufe (Tiefe) von 300 bis 500 Metern", sagt Oberberghauptmann Professor Bernhard Cramer auf SZ-Anfrage.

Keine direkte Zufahrt von B170

Ob möglicherweise entsprechende Hinweisschilder an die Historie der Fläche an der Bundesstraße erinnern, ist ungewiss. Klar ist indes schon jetzt, dass die Zufahrt auf das gastronomische Gelände nicht von der B170 aus möglich sein wird.

Dafür soll die verlängerte Straße An der Zschauke auf der jetzigen Umgehungsstraße aus Richtung Dresden zu Real und Obi genutzt werden. Von der Kreuzung B170/Boderitzer Straße seien das etwa 700 Meter, sagt Thomas Gläßer.

Planentwurf wird öffentlich ausgelegt

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Wie geht es jetzt mit den Bauplanungen weiter? Der mit den eingegangenen Stellungnahmen überarbeitete Planentwurf wird vom 6. August bis 6. September im Rathaus Possendorf öffentlich ausgelegt. Danach folgen im Herbst weitere Beschlüsse des Gemeinderates, sodass Ende dieses Jahres Baubeginn sein könnte. Frühestens im Spätherbst 2022 würde danach die Erlebnisgastronomie an der B 170 eröffnet.

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