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Hänichener Baustoffhandel kann mit Neubau loslegen

Der Streit ist beigelegt. Mobau Müller will vor Weihnachten ein neues Verkaufsgebäude eröffnen. Auch ein Service extra für Bauherren ist geplant.

Der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (links) präsentiert mit Planerin Manuela Hörnig (rechts), Mobau-Prokurist Carsten Melzer (2.v.l.) sowie den beiden Geschäftsführern Jacqueline Sluka und Patrick Herold den Neubau-Entwurf.
Der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (links) präsentiert mit Planerin Manuela Hörnig (rechts), Mobau-Prokurist Carsten Melzer (2.v.l.) sowie den beiden Geschäftsführern Jacqueline Sluka und Patrick Herold den Neubau-Entwurf. © Meeco Communication Services

Patrick Herold und Jacqueline Sluka sind erleichtert. Das Geschwisterpaar leitet das Unternehmen Mobau Müller Baustoffkontor im Bannewitzer Ortsteil Hänichen und plant seit drei Jahren einen Neubau. Am Dienstagabend stimmte der Gemeinderat von Bannewitz dem Bebauungsplan zu.

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Jetzt wird der Bauantrag gestellt. Für die Planungsreife hat Manuela Hörnig von der Bau- und Ingenieur-Consulting Dresden gesorgt. Vorbereitende Arbeiten haben bereits begonnen. „Wir bauen abschnittsweise bei laufendem Betrieb und gehen davon aus, noch vor Weihnachten unser Verkaufsgebäude eröffnen zu können“, sagt Patrick Herold. Dieses entsteht rechts neben dem bisherigen Hauptgebäude. Das 1.800 Quadratmeter große Grundstück hatte Mobau Müller gekauft und dort bereits ein kleines Mehrfamilienhaus abgerissen. Ist der erste Gebäudekomplex fertig, folgt der Bau der anderen Gebäudeteile. Am Ende wird es auf der 7.800 Quadratmeter großen Gesamtfläche 1.400 Quadratmeter Freilager, 1.200 Quadratmeter überdachte und 150 Quadratmeter beheizte Lagerfläche für die Bauchemie geben. Die Verkaufsfläche beträgt dann 800 Quadratmeter, bisher sind es 300 Quadratmeter. Auf Anregung vieler Kunden bietet Mobau Müller künftig eine Betontankstelle an. Dort können private Bauherren auch sehr kleine Mengen Fertigbeton direkt abholen. Einen Lieferservice mit eigenem Fuhrpark gibt es natürlich auch.

Das bisherige Verwaltungsgebäude wird zuletzt abgerissen. Vorerst dient es dem laufenden Geschäftsbetrieb und der Bauleitung. Im März 2023, so die bisherigen Pläne, will das Unternehmen mit einer Garten- und Bauausstellung Einweihung feiern. Über fünf Millionen Euro sollen bis dahin investiert werden. Neben den 30 Arbeitsplätzen sollen vier bis fünf weitere entstehen. Die Niederlassung in Ruppendorf mit vier Mitarbeitern bleibt erhalten und soll später ausgebaut werden.

Foto: Mobau Müller Bannewitz
Foto: Mobau Müller Bannewitz © Mobau Müller Bannewitz
Foto: Mobau Müller Bannewitz
Foto: Mobau Müller Bannewitz © Mobau Müller Bannewitz
Foto: Mobau Müller Bannewitz
Foto: Mobau Müller Bannewitz © Mobau Müller Bannewitz

Die Geschäftsführer hatten im Vorfeld mit den Nachbarn das Projekt besprochen und überwiegend Zustimmung erfahren. Deshalb war Herold über den zwischenzeitlichen „Gegenwind“ im Gemeinderat überrascht. Hauptstreitpunkt bildete dabei die Verkehrsführung. Viele befürchteten Staus auf der B170, zumal in der Nachbarschaft in Kürze auch ein Konsum-Markt errichtet werden soll. Die Gemeinde habe eine Machbarkeitsstudie anfertigen lassen, erläuterte Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos). Die Ergebnisse wurden mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr abgestimmt. Die Einfahrt erfolgt künftig an der B170. Dort können Besuchern-Pkw auch wieder hinausfahren. Die Laster hingegen passieren eine überdachte und begrünte Durchfahrt im Marktkomplex. Dort werden sie be- und entladen und fahren, wenn alles planmäßig erfolgt, nach acht Minuten wieder über den Pulverweg vom Gelände. Wenn es beim späteren Ausbau der Straße erforderlich ist, werde Mobau Müller einen elf Meter breiten Streifen von ihrem Grundstück dafür abtreten, erläuterte der Bürgermeister. Am Ende votierte der Gemeinderat sogar einstimmig für das Vorhaben. Fröse ist froh, dass es nach der Absage von „Karls Erdbeerland“ nun mit den Vorhaben von Mobau Müller und dem Konsum vorangeht.

90 Jahre Tradition

In diesem Jahr hat Mobau Müller ein Jubiläum. Albin Carl Müller, Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer, hatte 1931 am Standort seinen Farben- und Mineralölhandel begonnen und auch das Firmengebäude errichtet. Später nahm er Baustoffe hinzu. Seine Tochter führte nach dem Krieg den Baustoffhandel weiter. Selbst zu DDR-Zeiten blieb es ein Privatunternehmen. „Allerdings durften wir nur private Kunden bedienen“, erzählt Geschäftsführerin Jacqueline Sluka. Seit 2017 ist die 38-Jährige im Unternehmen. Ihr neun Jahre älterer Bruder war 1992 nach Beendigung seiner Ausbildung eingestiegen.

„Mit dem Neubau erweitern wir auch unsere Angebotspalette“, kündigt Patrick Herold an. So erhalte der Garten- und Landschaftsbau größere Bedeutung. In der künftigen Verkaufshalle werden beispielsweise Fußböden und Bauelemente wie Türen und Fenster großzügig präsentiert. Die Kunden wollten die Teile sehen und anfassen. Das sowie eine individuelle Beratung unterscheide das mittelständische Unternehmen vom Onlinehandel und von großen Anbietern der Branche. „Bei uns sind die Mitarbeiter quasi in einer Dauerschulungsschleife“, versichert der Geschäftsführer. Bisher habe der Baustoffhandel 80 Prozent Gewerbe- und 20 Prozent private Kunden. Letztere finden sicherlich nach dem Neubau stärker den Weg nach Hänichen, so hofft das Familienunternehmen.

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