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Größter Wunsch: Ein eigener Jugendklub

Ein Bannewitzer Ausschuss will Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützen - und bekommt etwas dafür.

Marvin und Yasmin Hielscher (v.l.) interessieren sich für die Arbeit des Jugendausschusses in Bannewitz. Dort macht Josefine Roßbach (r.) schon mit, unterstützt von Franziska Ungermann-Sawall (M.) und Sarah Kühn vom Verein Pro Jugend.
Marvin und Yasmin Hielscher (v.l.) interessieren sich für die Arbeit des Jugendausschusses in Bannewitz. Dort macht Josefine Roßbach (r.) schon mit, unterstützt von Franziska Ungermann-Sawall (M.) und Sarah Kühn vom Verein Pro Jugend. © Foto: Gemeindeverwaltung Bannewitz

Es war ein zwangloses Treffen am Bürgerhaus in Bannewitz. Eingeladen dazu hatte der Jugendausschuss des Ortes. Nach der coronabedingten Zwangspause wollte das 2019 gegründete Gremium auf sich und sein Anliegen aufmerksam machen.

Zehn Mitstreiter im Alter zwischen 14 und Anfang 20 setzen sich in der Gemeinde für ihre Wünsche ein. Es dürften aber durchaus noch mehr werden, wie Josefine Roßbach sagt. Sie ist 22, studiert Wirtschaftsinformatik an der Berufsakademie in Dresden und ist seit Jahren auch in der Funkengarde des Karnevalsklubs Bannewitz aktiv.

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Ziel sei es, so Franziska Ungermann-Sawall vom Dippoldiswalder Verein "Pro Jugend", Projekte der Jugendlichen finanziell zu unterstützen. Dafür aber sollten die Ideen von ihnen selbst kommen und folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die Projekte müssen gemeinnützig sein, Kennenlernmöglichkeiten für Jugendliche schaffen und so den Zusammenhalt fördern.

Gemeinsam für mehr Mülleimer

Kein Problem für die jungen Leute. Ideen für Projekte gab es bereits einige. Katja Curth, Verbindungsfrau von der Gemeindeverwaltung, erinnert an eine Aktion im vergangenen Jahr. Fehlende und immer wieder auch kaputt gegangene Müllbehälter im Gemeindegebiet brachten die Ausschussmitglieder auf die Idee, gemeinsam mit dem Verein "Gut Leben" Mülleimer herzustellen.

Die Vereinsmitglieder bauten und die jungen Leute, zu denen sich noch andere Freiwillige gesellten, bemalten sie. "Etwa 17 Jugendliche waren so an der Aktion beteiligt", sagt Curth.

Geld für den DJ

Zu einer Zeit, als die Pandemie im vergangenen Jahr pausierte, fand eine Party im Karnevalsclub von Bannewitz statt. Damit der DJ bezahlt werden konnte, gab es auch dafür Geld von der Kommune.

Jährlich 1.000 Euro sind für solche Jugend-Projekte im Haushalt eingeplant. 2020 wurde mit einem Teil des Geldes zudem eine neue Lüftungsanlage für den Jugendclub in Possendorf finanziert. In den vergangenen schwierigen Pandemie-Monaten hätten sich die aktiven jungen Leute zwar Online ausgetauscht, aber weitere konkrete Projekte seien so noch nicht wieder zur Sprache gekommen, erzählt Curth. Aber das soll sich jetzt wieder ändern.

Denn es gibt Ideen. So ist es der größte Wunsch von Marvin und Yasmin Hielscher, in naher Zukunft einen eigenen Jugendclub in Bannewitz zu haben. "Um sich mal für ein paar Stunden zu treffen, ist es vielen Bannewitzern bis Possendorf zu weit", sagt die 23-Jährige.

Während sie in der Funkengarde mitmischt, trainiert ihr 22-jähriger Bruder im Männerballett und ist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Ihr Engagement und ihre beruflichen Verpflichtungen als Mechatroniker und Verwaltungsangestellte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden sind für die Geschwister kein Hindernis, sich bei der Jugendarbeit einzubringen. Yasmin kann sich durchaus vorstellen, regelmäßig zu den Treffen des Jugendausschusses zu kommen.

Auf Suche nach Mitstreitern

Auch Toni Müller, der spontan zum Treffen gekommen war, überlegt, ob er aktiver werden sollte. Er ist gerade mit dem Abitur fertig und noch auf der Suche nach einer Ausbildung. Zeit also auch, sich in der Kommune zu engagieren. "Klar, mehr Freizeitaktivitäten für junge Leute, das wäre schon toll", sagt der 20-Jährige und spricht vor allem für den Ortsteil Rippien, wo er wohnt. Katja Curth hofft, dass sie einen neuen Mitstreiter gewonnen hat und freut sich auf seine Ideen.

Der Jugendausschuss trifft sich wieder am 14. September, ab 17 Uhr, im Bürgerhaus Bannewitz, August-Bebel-Straße 1.

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