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Possendorfer Feuerwehr hat jetzt mehr Platz

Jahrelang waren Umkleiden und Sicherheit im Gebäude eine Katastrophe. Jetzt ist sogar für den Nachwuchs gesorgt.

Von Gabriele Fleischer
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Dort, wo einst die Fahrzeuge der Feuerwehr Possendorf standen, kann Gemeindewehrleiter André Markert seinen Mitgliedern jetzt genügend Umkleideraum bieten.
Dort, wo einst die Fahrzeuge der Feuerwehr Possendorf standen, kann Gemeindewehrleiter André Markert seinen Mitgliedern jetzt genügend Umkleideraum bieten. © Egbert Kamprath

Aufatmen bei den 25 Mitgliedern der Possendorfer Feuerwehr. In ihrer Einsatzzentrale an der Kreischaer Straße geht es endlich nicht mehr beengt zu. Nachdem im Oktober im Anbau bereits die neue Fahrzeughalle übergeben wurde, richteten die Handwerker in den vergangenen Wochen Sanitär- und Umkleideräume ein.

Das Gebäude von 1975 war in die Jahre gekommen und platzte aus allen Nähten. Andrè Markert zeigt die neu geschaffenen Räume mit Spinden und Sanitäranlagen dort, wo einst die Fahrzeuge standen. Der 45-Jährige ist seit 2000 Ortswehrleiter in Possendorf und seit September 2020 Gemeindewehrleiter, also Herr über alle vier Ortswehren im Bannewitzer Gebiet.

Jetzt sind noch einige Spinde frei

Bis zum An- und Umbau kamen auf 16 Feuerwehrleute nicht einmal zehn Quadratmeter zum Umziehen. Duschen war gar nicht möglich.

Ein Zustand, der schon seit Jahren angemahnt worden sei, so Markert. 2020 ging es dann endlich los mit dem Bau. "Jetzt gibt es intakte Duschen in beheizten Räumen, und die Frauen der Wehr haben einen eigenen Raum", sagt der Feuerwehrchef. Das sind zwar bisher nur drei der 25 Mitglieder, aber nun könne wieder intensiv geworben werden.

"Nachwuchs brauchen wir immer", so Markert. Auch bei den 45 Männerspinden sind noch einige frei. Darunter befinden sich aber auch elf Schränke für die Tagesbereitschaft. Also für Feuerwehrleute, die an ihrem Arbeitsort bei Bedarf mit im Einsatz sind - wie Hauptamtsleiter Heiko Wersig, der in Bannewitz wohnt, aber im Possendorfer Rathaus arbeitet.

Pünktlich zum Jahreswechsel haben die Bannewitzer Wehren auch neue Atemtechnik bekommen. Acht der 28 modernen Geräte mit mehr Sicherheit sind nach Possendorf gekommen.

Heiko Wersig stellt in der neu gebauten Fahrzeughalle der Feuerwehr Possendorf die moderne Atemschutztechnik vor.
Heiko Wersig stellt in der neu gebauten Fahrzeughalle der Feuerwehr Possendorf die moderne Atemschutztechnik vor. © Egbert Kamprath

Kostenpunkt insgesamt: reichlich 107.000 Euro, knapp 41.000 Euro davon gefördert durch den Freistaat. Damit sei die Wehr mit Löschgruppenfahrzeug und Einsatzleitwagen gut für die jährlich etwa 100 Einsätze gerüstet. Schwerpunkte der Possendorfer Wehr sind laut Markert auf der B170, der A17, in Gewerbegebieten und Pflegeeinrichtungen.

Abschluss der Arbeiten im nächsten Frühjahr

Die Bauarbeiten im Inneren des bestehenden Gebäudes werden erst im Frühjahr kommenden Jahres mit der Gestaltung der Zufahrten zur Fahrzeughalle und den neuen Parkplätzen abgeschlossen.

Nach gegenwärtigem Stand wird das Bauprojekt reichlich eine Million Euro kosten und ist damit etwa zehn Prozent teurer als geplant. Grund sind laut Hauptamtsleiter Wersig wie bei anderen Baustellen auch die durch die Corona-Pandemie gestiegenen Materialpreise. Ins Bauprojekt fließen allerdings auch Fördermittel vom Freistaat - insgesamt 363.000 Euro.

Durch den gewonnenen Platz werde man sich nun wieder Gedanken um eine Kinderfeuerwehr an dieser Stelle machen, sagt Heiko Wersig. In Bannewitz und Hänichen werden die Jüngsten schon an die Arbeit bei der Wehr herangeführt.