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Freital

Digitalisierung an Bannewitzer Schulen stockt - wegen der Pandemie

Die Gemeinde hat 50 Notebooks für Lehrer bestellt. Arbeiten können sie aber noch nicht damit.

Nach der Corona-Pandemie ist die Ausstattung der Lehrer und Schüler mit Computern dringender denn je. In Bannewitz warten die Lehrer derzeit vergeblich.
Nach der Corona-Pandemie ist die Ausstattung der Lehrer und Schüler mit Computern dringender denn je. In Bannewitz warten die Lehrer derzeit vergeblich. © Symbolfoto: Sebastian Schultz

Für 50 der 55 Lehrer an den drei Schulen in Bannewitz hat die Verwaltung 28 Notebooks und 22 sogenannte Convertibles bestellt. Letztere sind Notebooks, die sich auch als Tablet verwenden lassen. Auch wenn nicht alle Lehrer ein Gerät erhalten, reiche das, sagt Hauptverwaltungsleiter Heiko Wersig. Denn manche würden keinen personenbezogenen Laptop benötigen.

Nachdem mit dem Gemeinderat die Finanzierung vereinbart und geklärt ist, reichlich 39.000 Euro als Fördermittel vom Freistaat und knapp 1.300 Euro vom Schulbudget der Gemeinde gezahlt werden, gibt es ein anderes Problem: Die Geräte kommen nicht.

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Nach der Bestellung im Sommer gebe es jetzt noch nicht einmal einen Liefertermin, so Wersig. Konkret sei der Auftrag am 3. August an die KISA gegangen. Das ist der kommunale IT-Dienstleister im Freistaat Sachsen. Der Zweckverband unterstützt hauptsächlich Landkreise, Städte, Gemeinden und sonstige Einrichtungen in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft.

Produktionskapazitäten sind erschöpft

KISA-Sprecherin Nancy Reim bestätigt den Eingang der Bestellung, kann aber auf Nachfrage noch immer keine konkreten Liefertermine nennen. Schuld sei die Corona-Krise, die alle nationalen und internationalen Lieferketten beeinflusse. Das betreffe vor allem die Hardwareprodukte.

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"Wir sind im engen Austausch mit unseren Vertragspartnern und arbeiten mit vereinten Kräften daran, alle eingegangenen Bestellungen schnellstmöglich auszuliefern", sagt Reim. "Die Logistikketten stehen seit Beginn der Pandemie unter starkem Druck. Die Transportkapazitäten von Asien nach Europa sind seit letztem Sommer enorm knapp. Die Produktionskapazitäten sind vielerorts erschöpft." Demgegenüber würden der Digitalpakt und die pandemiebedingte Nachfrageexplosion an mobilen Endgeräten wie Notebooks, Tablets und Smartphones stehen. Der sei gerade auch in den Bildungseinrichtungen enorm gestiegen.

Auf diese massiven Herausforderungen hätten derzeit die großen Hersteller und deren Lieferanten keine kurzfristige Antwort. Regelmäßig würden aber auch die Verantwortlichen des Zweckverbandes Krisengespräche zur Liefersituation führen, so Reim. Bis Mitte 2022 würden die Engpässe wohl mindestens anhalten.

Leihgeräte für Schüler sind schon da

Glücklicherweise schon im vergangenen Jahr bestellt und geliefert wurden für die Schüler in den drei Bannewitzer Einrichtungen 40 Notebooks und 24 iPads, wie Kerstin Ryssel von der Schulverwaltung informiert. Umbau- und Ausstattung der Computerkabinette in den Schulen würden laufen. Fast abgeschlossen sind danach die Arbeiten an der Grundschule Possendorf.

An der Oberschule Bannewitz sind sie in den Herbstferien geplant, und für die benachbarte Grundschule stehen Lieferungen aus. Auch dort, so Ryssel könne es wegen der Engpässe länger dauern. Finanziert werde die Modernisierung der Kabinette über den Digitalpakt des Freistaates und Eigenmittel für die Möbel.

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