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Meißen

Barocker Glanz und irische Sehnsüchte

Das „Trio Festivo“ entführt Gäste der Abendmusik im Meißner Dom in spannende Klangwelten.

Marion Kutscher, Michael Frangen und Hans-André Stamm spielten Werke von Bach, Telemann, Händel und Stamm.
Marion Kutscher, Michael Frangen und Hans-André Stamm spielten Werke von Bach, Telemann, Händel und Stamm. © PR

Von Kathrin König

Meißen. Festlich eröffnete das „Trio Festivo“ am Sonnabend sein Konzert im Meißner Dom mit Händels Ouvertüre aus der Feuerwerksmusik. Ein Stück, mit dem man bei einem Sommerprogramm selten falsch liegt. Normalerweise wird Händels Ouvertüre von rund fünf Dutzend Bläsern und einigen Schlagwerkspielern aufgeführt.

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 In Meißen war es in reduzierter Form von den Künstlern aus NRW und Rheinland-Pfalz, Marion Kutscher und Michael Frangen (Trompeten) und Hans-André Stamm (Orgel) schlank und strahlend-leicht zu erleben: weniger orchesteral, dafür punktgenau und voller Schwung.

Dies war zugleich glänzender Auftakt zu einem spannenden und für hiesige Ohren eher ungewohnten Mix barocker Klänge und irisch-keltischer Melodien. Der musikalische Bogen reichte von Bach über Loeillet - ein umarrangiertes Mozart-Rondo aus dem Hornkonzert Nummer 4 war auch dabei - bis hin zu Telemann und irisch inspirierten, postromantischen Kompositionen von Hans-André Stamm. 

Dieses Programm nannte Pfarrer Gerold Heinke in seinem geistlichen Wort dann auch „eine reizvolle Herausforderung, diese Musikrichtungen miteinander zu verbinden“. Recht hatte er!

Der Leverkusener Konzertorganist Hans-André Stamm entlockte der Orgel bei all seinen Kompositionen Klänge, die Sehnsucht nach Irlands Bergen weckten. In den teils an populäre Folkmusik erinnernden Melodien schwangen Flöten, Sackpfeifen und Rhythmen mit, als würden sich die Highlands direkt hinter dem Meißner Burgberg grün erheben. 

Vollends an die Ufer des Shannon-Rivers konnten sich die gut 90 Konzertbesucher während des Orgelsolos „Dance oft he Water Spirits“ träumen. Wie von Feenhänden geführt, perlten, hüpften und schäumten die Töne nur so aus den Orgelpfeifen, um ins Kirchenschiff zu fließen.Der Applaus und eine Zugabe zeigten, dass den Zuhörern die kontrastreiche Auswahl gefiel, die das seit 1996 gemeinsam musizierende Trio aus dem Rheinland mitgebracht hatte.

Bei der nächsten und damit 10. geistlichen Abendmusik 2020 am 22. August können die Besucher gleich drei Organisten an drei Orgeln im Dom erleben. Rainer Fritzsch (Kantor in Radeberg), Domkantor Thorsten Göbel und Friedrich Sacher (künstlerischer Leiter des Heinrich-Schütz-Kreises Dresden) wollen ihr Können im Stil der „3 Tenöre“ zeigen.

 Beginn ist um 17 Uhr.

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