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Baseball-Kappe schützt vor Strafe

Nach Garageneinbruch in Großschweidnitz ermittelt die Staatsanwaltschaft einen tatverdächtigen Autofahrer – und stellt das Verfahren ein.

© Florian Schuh/dpa

Von Markus van Appeldorn

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Großschweidnitz. Garageneinbrüche haben in der Oberlausitz seit einiger Zeit Konjunktur. Und was Großschweidnitz‘ Bürgermeister Jons Anders (parteilos) nun zur Wahrscheinlichkeit der Aufklärung solcher Straftaten zu erzählen hatte, klang bedrückend. Anders berichtete in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag von einem Einbruch in eine Garage der Gemeinde im Januar. Unbekannte hatten dabei versucht, ein dort eingestelltes Nutzfahrzeug zu stehlen. Tatsächlich gab es damals Zeugen, die einen Tatverdächtigen mit einem Auto haben wegfahren sehen. „Ich habe nun Post von der Staatsanwaltschaft in Görlitz erhalten“, sagte Anders, „man hat das Fahrzeug und das Kennzeichen ermittelt und das Verfahren eingestellt.“ Der Grund: Der Fahrer sei wegen einer Baseball-Kappe, die er trägt, nicht zu erkennen und daher nicht ermittelbar. „Im Zweifel für den Angeklagten“, sagt Anders.

Der Bürgermeister ist sauer über die schnelle Einstellung des Verfahrens. „Wie soll man die Zivilcourage des Bürgers aufrechterhalten, wenn der eine Zeugenaussage macht und dann einfach gesagt wird: ,Tja, nicht erkannt‘.“ Wenn Polizei und Staatsanwaltschaft ein Autokennzeichen ermitteln, ist dadurch ja automatisch der Halter des Fahrzeugs bekannt – und kommt als Täter infrage. „Ich habe die Staatsanwaltschaft gefragt, wenn ich mein Auto verleihe und damit ein Banküberfall begangen wird, ob mir dann auch nichts passiert. Da hat der Staatsanwalt gesagt: „Ja“.