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Baselitz-Neffe in Bischofswerda

Thomas Kern alias „Dekern“ zeigt seine Bilder in der Lohse-Galerie. Dienstag gibt es ein Gespräch zur Ausstellung.

© Matthias Bulang

Bischofswerda. In der Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda ist zurzeit die Ausstellung „Sand” des Malers Thomas Kern zu sehen. Um sich den neoexpressionistischen Arbeiten von Dekern, wie sich der Maler selbst nennt, besser nähern zu können, lädt Dr. Ernst Wirth, Kunstfreund und Stadtrat in Bischofswerda, an diesem Dienstag, 15 Uhr, zu einem Galeriegespräch ein.

Ausgangspunkt der Annäherung an das Werk Dekerns soll der Künstler Jean-Michel Basquiat (1960–1988) sein, der sich wie Kern für die Randformen der Kunst wie Graffiti und Comic interessierte. Ihm gelang als erster Afroamerikaner der Durchbruch in der „weißen” Kunstwelt. Von großer Bedeutung für den früh verstorbenen, autodidaktischen Maler, Zeichner und Bildhauer war dabei die Begegnung mit Andy Warhol, die zu Freundschaft, gegenseitiger Bewunderung und gemeinsamen Kunstprojekten führte. Beim Aufeinandertreffen von Basquiat und Kern im Rahmen des Galeriegesprächs soll auch der Weg vom Expressionismus, mit Vertretern wie dem Bischofswerdaer Künstler Carl Lohse (1895 bis 1965), zum Neoexpressionismus eine Rolle spielen.

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Thomas Kern, ein Neffe des deutschlandweit gefeierten Künstlers Georg Baselitz, wurde 1970 in Radeberg geboren. Er wuchs in Kamenz auf. Das Jahr 1988 prägte sein Schicksal maßgeblich. Bei einem Verkehrsunfall wurde der damals 17-Jährige schwer verletzt. Der Fahrer flüchtete. Thomas Kern fiel für fünf Tage ins Koma und blieb für ein halbes Jahr an das Krankenbett gefesselt. In dieser Zeit wurde seine Leidenschaft für die Malerei von einer Besessenheit, einem inneren Drang abgelöst: „Als ich aus dem Koma erwachte, wollte ich malen. Ich sah unzählige Bilder und Motive vor mir, ständig, wieder und wieder“, sagt der 45-Jährige. (SZ)

Die Ausstellung „Sand” von Thomas Kern ist noch bis zum 21. Februar in der Carl-Lohse-Galerie, Dresdener Straße 1, zu sehen. Geöffnet: Dienstag und Donnerstag 12 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 15 Uhr, Sonntag 13 bis 17 Uhr