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Bauantrag für Königsbrücker komplett

© Visualisierung: StadtverwaltungDresden

Die letzten Details sind geklärt. Im optimalen Fall könnte der Bau 2020 beginnen, bei Problemen allerdings viel später.

Von Peter Hilbert

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) ist froh. Seit 1996 plant die Stadt den Ausbau der Königsbrücker Straße. Jetzt ist sie dabei einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Der Bauantrag ist komplett. Kürzlich konnten die gesamten sogenannten Planfeststellungs-unterlagen bei der Landesdirektion eingereicht werden. „Ich konnte das erleichterte Aufatmen der Kollegen im Straßen- und Tiefbauamt bis hierhin hören“, sagt er schmunzelnd. „Wir sind froh, dass wir endlich alles komplett haben. Das ist für alle in der Stadtverwaltung ein Meilenstein gewesen.“ Er und Vize-Straßenbauamtschef Gunther Hentschelmann erläuterten der SZ den aktuellen Stand.

Die Vorgeschichte: Kompromiss zwischen Anwohnern und Verkehr

In all den Jahren waren über 20 Ausbauvarianten diskutiert worden. Im Juni 2016 hatte der Stadtrat einen Kompromiss mit einer engeren Straße und breiteren Geh- und Radwegen beschlossen. Die gewählte Variante für die knapp 1,5 Kilometer lange Verbindung zwischen Stauffenbergallee und Albertplatz soll alle Interessen berücksichtigen und den Verkehr dennoch nicht ausbremsen. Vorgesehen ist ein eigenes Gleisbett für die Straßenbahnen. Daneben gibt es je eine Fahrspur und den Radstreifen. Allerdings ist das nicht durchgängig so geplant. Im Abschnitt zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg müssen sich Autos und Bahnen eine Spur zugunsten von Gehwegen teilen.

Das letzte Detail: Bischofsweg bekommt Rad-Anschlüsse und vorher Asphalt

Viel bessere Radweg-Anschlüsse als ursprünglich geplant erhält der Bischofsweg. Das war das letzte große Detail, das in den letzten Monaten umgeplant wurde. So sind Richtung Bischofsplatz zwei Radwege bis kurz vor die Einmüdung Dammweg vorgesehen. Jenseits der Königsbrücker ein Radstreifen auf der Nordseite bis zur Förstereistraße, gegenüber aber nur ein kleiner Radanschluss, da der Platz knapp ist. Aus diesem Grund gab es Veränderungen am geplanten Gleisverlauf. Deshalb musste der Lärmschutz für angrenzende Gebäude noch einmal untersucht werden, nennt Hentschelmann ein Detail. Würden Grenzwerte überschritten, hätten die Eigentümer Anspruch auf Ausgleichsmaßnamen wie Schallschutzfenster.

Eine Verbesserung auf dem westlichen Bischofsweg gibt es voraussichtlich schon dieses Jahr, kündigt der Baubürgermeister an. Der Abschnitt vom Dammweg bis zur Johann-Meyer-Straße wird asphaltiert, um den Fahrbahnbelag für Radfahrer sicherer zu machen.

Die Umleitungsstrecken: Stadt hat Lärmbelastung für Anlieger untersucht

Ein wesentlicher Bestandteil des Bauantrags ist die Untersuchung der Umleitungsstrecken. Das fordert die Landesdirektion nach einem EU-Urteil seit zweieinhalb Jahren. Untersucht werden musste, welche Varianten die geringsten Auswirkungen haben. Dabei müsse ebenfalls die Lärmbelastung geprüft werden. Schließlich fahren auf der Königsbrücker täglich bis zu 21 500 Autos, darunter auch Lkws und Sattelzüge. Dabei sei eine gute Variante gefunden worden. Die genaue Strecke wollte Hentschelmann aber noch nicht nennen.

Die nächsten Schritte: Betroffene können Position zu Plänen beziehen

Die Landesdirektion prüft jetzt die Unterlagen, die sechs Aktenordner umfassen, nennt der Baubürgermeister den ersten Schritt. Ist alles in Ordnung, werden sie einen Monat lang öffentlich ausgelegt. Dann können Betroffene Stellung beziehen. In einem weiteren Schritt gibt es einen sogenannten Erörterungstermin, bei dem über strittige Fragen gesprochen wird. Die Landesdirektion wägt ab und trifft eine Entscheidung darüber. Letztlich ist die Behörde für die Baugenehmigung zuständig.

Der Baubürgermeister erwartet, dass dieses Großprojekt mit der nötigen Priorität bearbeitet wird. „Wir hoffen, dass es nicht länger als anderthalb Jahre dauert“, sagt er. „Wenn alles reibungslos läuft, was bei solchen Großbauvorhaben aber selten ist, könnte der Bau noch 2020 beginnen“. Es könnte aber auch viel länger dauern.

Der Bau: Königsbrücker wird zur Einbahnstraße

Gerechnet wird mit einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren. Die Arbeiten sollen im Abschnitt Albertplatz–Bischofsweg beginnen. Danach kommt das Stück Bischofsweg–Stauffenbergallee an die Reihe und zuletzt die Kreuzung Bischofsweg. Beim Bau soll die Königsbrücker stadtauswärts zur Einbahnstraße werden.